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Aber Bischof sieht Bürgermeister-Brief mit "großem Befremden"

Äußerungen Führers nicht Position der Landeskirche

Bückeburg (rc). "DieÄußerung von Dr. Werner Führer ist keine Stellungnahme der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe zur Scheidung von Bischöfin Dr. Margot Käßmann." Sie sei vielmehr eine von zwei theologisch gegensätzlichen Positionen, die ein evangelischer Pressedienst angefragt hatte, deren genauen Wortlaut offensichtlich ein Teil der sich jetzt äußernden Öffentlichkeit nicht kenne.

veröffentlicht am 19.05.2007 um 00:00 Uhr

Mit dieser Pressemitteilung hat Landesbischof Jürgen Johannesdotter auf die Rücktrittsforderungen reagiert, die der theologische Oberkirchenrat Dr. Werner Führer gegenüber der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann im Zusammenhang mit ihrer kürzlich eingereichten Scheidung erhoben hat. Und weiter: "Es ist Pastoren und Pastorinnen unbenommen, sich zu Themen von allgemeinem Interesse zu äußern." Verbreitet wurde die Pressemitteilung über den Pressesprecher der Landeskirche, Pastor Josef Kalkusch, Sachsenhagen. Mit "großem Befremden" nehme die Landeskirche zur Kenntnis, in welcher Weise der Bückeburger Bürgermeister die Angelegenheit öffentlich kommentiert habe. Obige Formulierung ist übrigens der einzige Satz mit Blick auf jene "klare Stellungnahme", die Reiner Brombach vom Landesbischof gefordert hatte. Ineinem offenen Brief hatte Brombach die Äußerungen Führers als "selbstgerechte und intolerante Erklärung eines weltfremden Menschen auf das schärfste zurückgewiesen" (wir berichteten). Zudem bleibe festzustellen, dass der Brief erst nach Veröffentlichung in der Presse dem Adressaten zugestellt wurde: "Ob es die Aufgabe des Bürgermeisters ist, Bürger der Stadt Bückeburg öffentlich abzumahnen, mögen die entsprechenden Gremien der Stadt beurteilen." Zuvor hatte der Sprecher des Pfarrvereins der Landeskirche, Pastor Stephan Strottmann (Steinbergen), die Rücktrittsforderungen Führers kritisiert. "Es steht uns nicht an, darüber zu urteilen. Schon gar nicht steht es uns an, von außen einen Rücktritt zu fordern." Er als Pastor sei - im Gegensatz zu Führer - davon überzeugt, sich in solchen Fällen "seelsorgerisch und nicht disziplinarisch" verhalten zu müssen. Scharf kritisierte Strottmann die Zweifel Dr. Führers an der Glaubwürdigkeit Käßmanns: "Es ist doch gerade glaubwürdig, mit so einem Scheitern offen umzugehen."



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