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Kaffeekanne kommt zwei Mal zerborsten in Deutschland an

Äthiopischer Abend beim Frauentreff

Lauenau (nah). Seit Wochen hat Axum Müller Vorbereitungen getroffen. Sie bat die Mutter in ihrem Heimatland um Gewürze, die in Mitteleuropa nicht erhältlich sind. Zudem machte sie sich viele Gedanken, was sie alles über Äthiopien erzählen könnte. In dem afrikanischen Staat ist Müller aufgewachsen, bis sie durch ihre Ehe nach Deutschland kam. Dieser Umstand eint die Mitglieder des Internationalen Frauentreffs Lauenau (IFL): Frauen aus unterschiedlichen Nationen kommen hier regelmäßig zusammen.

veröffentlicht am 05.05.2007 um 00:00 Uhr

Auxum Müller stellt den Frauen die äthiopische Küche vor. Foto:

Sie beschränken sich nicht nur auf den Meinungsaustausch und die gegenseitige Hilfe bei Problemen; sie haben es sich auch zum Ziel gesetzt, über andere Staaten der Welt etwas zu erfahren. Jetzt waren sie neugierig, was ihnen die Äthiopierin alles mitzuteilen hatte. Aber Axum Müller musste erst gar nicht viel sagen. Das Buffet wurde bestaunt, auf dem ein Gericht aus Hähnchenfleisch und Eiern sowie eine Art Fladenbrot für große Aufmerksamkeit sorgte. Das Brot ähnelte einem superflachen Eieromelett. Später mischte sich in den verführerischen Duft exotischer Gewürze das Aroma frischen Kaffees. Die vierfache Mutter zelebrierte das Getränk geradezu: Erst wurden grüne Bohnen geröstet, dann gemahlen und schließlich in heißem Wasser gekocht. "Äthiopien ist das Land des Kaffees", erklärte sie. Tee gehöre jedoch ebenso zu den Alltagsgetränken. Auch in ihrer Familie werde die aufwändige Zubereitung des Kaffees gepflegt: Wenn dafür Zeit ist, sitzen Eltern und Kinder beisammen und erleben den Genuss gemeinsam. Bei der Vorstellung des Rituals vor den über 50 Teilnehmerinnen des Äthiopischen Abends verschwieg Müller übrigens nicht, dass die Vorbereitungen vom Pech verfolgt waren. Zwei Mal hatte die Mutter eine besondere Kaffeekanne auf den Weg geschickt; beide Male kam sie trotz sorgfältiger Verpackung zerborsten in Deutschland an. Aber Ehemann Karl-Heinz reparierte sie vorsichtig, so dass sie beim Treffen zumindest als Demonstrationsobjekt auf dem kleinen Tisch stehen konnte.



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