weather-image
21°
Weitere Wege für Ärzte und Patienten / Zentrale Notdienst-Sprechstunde geplant

Ärztlicher Notdienst neu geregelt - ein Arzt für Rinteln, Extertal und Auetal

Rinteln (la). Das Einzugsgebiet für den ärztlichen Notdienst ist mit Jahresbeginn neu geregelt. Ab sofort ist außerhalb der Sprechzeiten ein Arzt für den Notdienst in Rinteln mit allen Ortsteilen, für das gesamte Auetal und das Extertal mit den Ortsteilen Almena, Bremke, Goestrup, Kükenbruch, Laßbruch, Meierberg, Nalhof/Fütig, Rott und Silixen zuständig.

veröffentlicht am 05.01.2008 um 00:00 Uhr

Für die Ärzte aus dem Auetal und Extertal bedeutet die Neuregelu

Diese Zusammenlegung von kassenärztlichen Notdienstgebieten ist von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachen vorgeschrieben. Etwa 40 Ärzte, davon sieben aus dem Auetal und sechs aus dem Extertal, teilen sich jetzt die Notdienste. "Für die Kollegen aus dem Auetal und dem Extertal ist das eine Erleichterung und wir Rintelner Kollegen zeigen uns natürlich gern solidarisch", sagt Dr. Walter Dix, der die Notdienste koordiniert. "Bislang hatte ich 55 bis 60 Dienste im Jahr. Jetzt sind es nur noch acht. Das ist eine riesige Erleichterung", sagt Dr. Bodo Oye aus Rehren. Durch die Entlastung derÄrzte im ländlichen Bereich könne es in Zukunft auch leichter werden, Nachfolger für Praxen oder neue Kollegen zu finden. "Viele junge Kollegen wurden bislang auch durch den enormen zeitlichen Aufwand abgeschreckt, den die vielen Notdienste mit sich gebracht haben", so Dr. Oye. Das sieht auch Dr. Hildegard Klüver aus Rolfshagen so: "Wir waren bislang fast immer im Einsatz und für unsere Patienten erreichbar. Jetzt wird es ruhiger für uns." Die Reduzierung auf acht oder neun Dienste sei "schon sehr angenehm", freut sich auch Dr. Hans Fiedler aus Silixen über die Neuregelung. Für die Patienten ist die neue Gebietseinteilung aber ein klarer Nachteil. Nicht immer fährt der diensthabende Arzt zum Patienten - und so kann es passieren, dass ein Erkrankter vom Auetal bis ins Extertal fahren muss, um sich behandeln zu lassen. Auch wird es länger dauern, bis ein Arzt nachts oder am Wochenende zum Hausbesuch kommt, denn die Wege sind sehr viel länger geworden. "Das stimmt zwar, aber man darf nicht vergessen, dass wir nur normale hausärztliche Behandlungen vornehmen und die sind meist nicht sehr dringend", sagt Dr. Oye. Bei Kindern mit Fieber oder unklaren Ausschlägen, bei Magen-Darmproblemen, kleinen Verletzungen oder Zeckenbissen müsse nicht minutenschnell gehandelt werden. "Bei wirklichen Notfällen wie Luftnot, Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt, eben lebensbedrohlichen Erkrankungen, müssen die Patienten ohnehin die 112 wählen und einen Notarzt anfordern." Um die Entfernungen zu verringern, planen dieÄrzte die Einrichtung einer zentralen Notdienstsprechstunde - zum Beispiel im Kreiskrankenhaus Rinteln, so Dr. Dix: "Dann wüssten die Patienten auch immer, wo sie hinfahren können." Das hält Dr. Horst-Helmut Krause, ärztlicher Leiter des Kreiskrankenhauses Rinteln, für eine gute Lösung: "Ichwürde das begrüßen." Bei Bedarf könnten die Patienten dann auch gleich stationär aufgenommen werden. Dr. Krause denkt, dass durch die neue Notdienstregelung ohnehin einige Patienten mehr sofort das Krankenhaus aufsuchen werden: "Das ist zwar eigentlich nicht unsere Aufgabe, obwohl wir natürlich keinen Patienten abweisen." Zu erreichen ist derärztliche Notdienst immer unter der gleichen Telefonnummer: (05751) 896381.

Koordiniert die Notdienste: Dr. Walter Dix.
  • Koordiniert die Notdienste: Dr. Walter Dix.
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare