weather-image
11°
"Flohkiste" vom Kinderschutzbund besucht Obsthof Müller zur Apfelernte

"Äpfel wachsen nicht im Supermarkt, sondern auf dem Obstbaum!"

Rinteln/Varenholz (cok). "Oh, wie lecker! Hmmmm! Toll! Das schmeckt sooo gut!" - ja, die kleinen Kinder aus der Rintelner "Flohkiste" und auch ihre Eltern waren wirklich begeistert, und das nicht von irgendeiner neuartigen Süßigkeit oder speziellen Delikatesse, sondern von Äpfeln, den rot- leuchtenden, süßen, saftigen Pinovas von den Bäumen des Obsthofes Müller in Varenholz.

veröffentlicht am 11.10.2006 um 00:00 Uhr

Nach den Infos zur Apfelernte von Obstbauer Martin Müller dürfen

Derübliche Herbstausflug führte die Spielgruppe des Kinderschutzbundes mit der Erzieherin Claudia Frevert-Fricke diesmal zur Apfelernte auf das weitläufige Gelände an der Landstraße, wo Obsthofchef Martin Müller viele tausend Apfelbäume hegt und pflegt. "Die Kleinen sollen ruhig mal sehen, dassÄpfel auf Bäumen wachsen und nicht etwa im Supermarkt", meint der Obstbauer. Anders als es auf den meisten der großen Obstplantagen in Spanien oder Italien üblich ist, werden die Müllerschen Bäume mit größter Sorgfalt gegen Schädlinge behandelt. Die Läuse fallen den fleißigen Marienkäfern zum Opfer, und was die "Würmer" betrifft, das heißt, die Raupen der Obstmotten, die sich durch die Schale fressen, sie werden rechtzeitig mit einem ganz speziellen, harmlosen Insektizid am Einnisten gehindert. "Die Bäume sind ja so klein", staunt ein Junge, als die kleine Gruppe vor den viele hundert Meter langen Baumreihen steht. Tatsächlich handelt es sich bei diesen Bäumen um eine besondere Züchtung, deren Exemplare nur schwache Wurzeln haben, so dass die dünnen Stämme, die so viele Früchte tragen können, mit Stangen gestützt werden müssen. Sie sind keine zwei Meter hoch, werden außerdem regelmäßig geschnitten und können ohne Leitern geerntet werden. Erstmal aber mussten die Kleinen doch noch ein bisschen Geduld haben, denn der Obstbauer erklärte noch ein wenig die Apfelernte. Die Früchte werden nämlich nicht einfach in einem Zug von den polnischen Mitarbeitern gepflückt. Es bedarf schon der Kennerschaft, damit nicht etwa unreife, "grasig" schmeckende Äpfel in den Kisten landen, oder gar solche, die zwar hier und jetzt zum sofortigen Genuss verlocken, aber für Verschickung und Lagerung schon viel zu reif sind. "Das passiert aber nicht", so Müller. Es gibt professionelle Prüfverfahren, mit deren Hilfe erkannt werden kann, ob Säure-, Stärke- und Zuckergehalt die geforderte Zusammensetzung erreicht haben. "Und wie kriegen wir raus, ob alles stimmt?", fragt ein Kind. "Reinbeißen!", sagt Martin Müller. Und endlich dürfen die Kinder das auch, in die Äpfel von Bäumen, die extra für diesen Besuch von der Ernte ausgenommen wurden. Da kletterten sie dann auf Kisten oder die niedrigen metallischen Pflückhilfen und suchten sich Früchte, die richtig rot leuchteten. Martin Müller freut sich sichtlich daran, wie nun alle so begeistert in die Äpfel beißen. Für Leckermäuler sei die Sorte Pinova mit ihrer ganz leicht säuerlichen Süße einfach perfekt. Boskop dagegen, der neben Jona Gold, Cox,Topas, Elstar und vielen anderen Sorten auf dem 2,5 Hektar großen Gelände wachse, der wäre nichts für "Zuckerschnuten", weiß Martin Müller. Kinder und Eltern durften eine ganze Apfelkiste füllen, denn beim nächsten gemeinsamen Flohkisten-Frühstück soll es Apfelpfannkuchen geben. Zum Abschluss gibt der Obstbauer allen Besuchern noch einen wichtigen Tipp: "Niemals gleich nach dem Apfelessen die Zähne putzen! Die Fruchtsäure raut die Oberfläche des Zahnschmelzes auf. Also lieber eine halbe Stunde mit der Reinigung warten." Kontakt: Die Flohkiste betreut Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren an jeweils zwei Vormittagen in der Woche. Weitere Informationen unter (05751) 917437.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare