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Den Arzt konsultieren, gesund ernähren und nach Antibiotika „sanieren“

Äpfel unterstützen gesunde Darmflora

Rinteln (blc). Bei vielen Krankheitsbildern verordnet der Arzt Antibiotika. Im Lauf einiger Jahre kommt es häufig vor, dass mehrmals eine Therapie mit Antibiotika erforderlich ist. Doch diese Medikamente unterscheiden nicht zwischen bösen und guten Bakterien. Vor allem auf die Darmflora üben sie nachweislich negativen Einfluss aus. Anhand von Studien wurde nachgewiesen, dass bei vielen Teilnehmern noch vier Wochen nach Einnahme von Antibiotika die Darmflora noch nicht ihr natürliches und gesundes Gleichgewicht hatte, in einigen Fällen war das selbst nach einem halben Jahr noch nicht der Fall. Es lohnt sich also, dem Darm besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

veröffentlicht am 26.07.2011 um 00:00 Uhr

Warum eine gesunde Darmflora? Eine gesunde Darmflora ist Voraussetzung für ein abwehrstarkes Immunsystem. Die im Darm befindlichen Abwehrzellen kommen häufig als Erstes mit fremden, möglicherweise gefährlichen, Substanzen in Berührung. In den im Darm befindlichen Lymphknoten werden Antikörper und für das Immunsystem wichtige Lymphozyten gebildet. Damit ist der Darm Ausgangspunkt für ein effektives Abwehrsystem.

Welche Aufgaben hat die Darmflora? Manche krankheitserregenden Keime werden abgewehrt, außerdem verhindert die Darmflora, dass schädliche Keime durch die Darmwand in den Organismus gelangen können. Sie produziert Verdauungsenzyme, bildet einige Vitamine, verhinder gerade bei Virenbefall Durchfall und noch einiges mehr.

Nach Antibiotikaeinnahme den Darm sanieren: Die körpereigenen Abwehrkräfte sollten mit einer Darmsanierung wieder stabilisiert werden. Das kann je nach Schwere der Schädigung durchaus bis zu einem halben Jahr in Anspruch nehmen. Bei einer Darmsanierung werden natürliche Darmbakterien zugeführt. Damit sich diese dauerhaft ansiedeln, müssen vorher Ablagerungen, Giftstoffe und verhärteter Kot entfernt werden. Der Arzt oder Apotheker informiert und berät, welches Mittel im Einzelfall am besten geeignet ist.

Darmsanierung durch Ernährung unterstützen: Eine basische Ernährung, die reich an Präbiotika und Ballaststoffen ist und wenig Zucker enthält, fördert die Ansiedlung natürlicher Darmbakterien. Schleimfreie und säurearme Kost und viele Früchte unterstützen die Darmsanierung.

Regelmäßig den Darm reinigen: Mindestens einmal im Jahr sollte eine Darmreinigung durchgeführt werden. Das ist auch im Berufsalltag möglich. Die Belohnung für die regelmäßige Darmpflege ist Gesundheit, Leichtigkeit, mehr Energie und Lebensfreude.

Darmkrankheiten vorbeugen mit der richtigen Ernährung: Ballaststoffe binden krebserregende Stoffe und transportieren sie aus dem Körper heraus. Mindestens 30 Gramm täglich an Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse sollte man täglich zu sich nehmen. Drei ungeschwefelte Trockenpflaumen sorgen für gute Verdauung. Denn auch die regelmäßige Darmentleerung ist wichtig und hilfreich für die Gesundheit unseres Darmes.

Risiko für Darmkrebs einschränken: Mit einer gesunden Darmflora und gesunder Ernährung wird auch das Risiko einer Darmkrebserkrankung eingeschränkt. Denn eine geschädigte Darmflora begünstigt das Entstehen von Polypen, der Vorstufe von Darmkrebs.

Früherkennung nutzen: Gerade bei Darmkrebs spielt die Früherkennung eine sehr große Rolle. Bei früher Diagnose können etwa 90 Prozent der Patienten geheilt werden. Ab dem 50. Lebensjahr gibt es Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen, wobei die Koloskopie oder Darmspiegelung als die zuverlässigste Methode gilt. Hier können in manchen Fällen Vorstufen von Darmkrebs schon während der Spiegelung entfernt werden.



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