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Obstbauer Martin Müller aus Vahrenholz auf den "Rintelner Apfeltagen"

Äpfel im Kühlschrank gut aufgehoben - aber bloß nicht neben dem Käse

Rinteln/Vahrenholz (cok). Die Apfelernte diesen Jahres ist glücklich abgeschlossen, und Obstbauer Martin Müller, der mit den köstlichen Sorten seines Obsthofes Müller in Vahrenholz heute und morgen auf den "Rintelner Apfeltagen" erscheinen wird, kann zufrieden sein: Der heiße Frühling und der feuchte Sommer haben seinen Bäumen ausgesprochen gut getan. Alles in allem wurde die Ernte sogar zwei Wochen früher abgeschlossen, als es sonst der Fall ist. "Jetzt sind wir nur noch neugierig, wie sich das ungewöhnliche Wetter auf die Haltbarkeit der Früchte auswirkt."

veröffentlicht am 20.10.2007 um 00:00 Uhr

50 verschiedene Apfelsorten hat Obstbauer Martin Müller in Vahre

Über 2000 verschiedene Apfelsorten werden in Deutschland angebaut, etwa 50 davon hat der Obsthof Müller in seinem Angebot, von denen Martin Müller eine große Auswahl zu den Rintelner Apfeltagen mitbringen wird. "Die meisten Leute registrieren gar nicht, wie viele unterschiedliche Apfelsorten esgibt", meint er. "Vor allem die älteren Menschen kommen in unseren Hofladen und fragen gleich: "Wo ist der Cox Orange? Wo sind die Boskops oder Ingrid Maries?" Diese Klassiker mit ihren süß-sauren, säuerlichen und süßen Geschmacksrichtungen sind natürlich keineswegs zu verachten und nicht umsonst zu Klassikern geworden. Trotzdem kann Martin Müller von einigen neueren Sorten richtig schwärmen. Da ist zum Beispiel der rote Jona-Gold, eine Mischung aus dem einst so beliebten grünen Mode-Apfel "Golden Delicius" und dem "Roten Jona- than", der herrlich frisch schmeckt und die Leute durch seine appetitanregende Farbe auf sich aufmerksam macht. Oder der "Gala Royal", der so wenige allergene Inhaltsstoffe enthält, dass ihn selbst Kinder mit Neurodermitis fast immer ohne Probleme genießen können. Auch den Braeburn nennt er, den Apfel mit dem allerhöchsten Vitamin-C-Gehalt, der einst nur aus Neuseeland importiert werden konnte, nun aber auch in Deutschland angebaut wird. Dassüberhaupt ständig neue Sorten gezüchtet werden, hat seinen Sinn nicht nur darin, neue Geschmackserlebnisse herbei zu züchten, sondern es ist vor allem der Versuch, die Äpfel gegen Krankheiten widerstandsfähiger zu machen. Gentechnik kommt dabei nicht zum Einsatz, sondern jahrzehntelange geduldige Züchterarbeit in speziellen Versuchsgärten. Welche neuen Sorten dann im Obsthof Müller eingesetzt werden, das entscheidet der Obstbauer aufgrund einer sorgfältigen Lektüre der entsprechenden Fachzeitschriften: "Alle neuen Äpfel selber vor Ort zu erproben, das wäre ein unmöglicher Aufwand", sagt er. Wer sich heute und morgen auf dem Bauernmarkt in Rinteln umsieht, durch die verschiedensten Apfelsorten hindurchschmeckt und sich vielleicht sogar einen größeren Vorrat besorgt, der sollte einige Lagertipps unbedingt beachten. Der allererste wäre: Die Äpfel ruhig in der durchlöcherten Plastiktüte zu belassen. Auch im Kühlschrank sind sie gut aufgehoben, nur muss man darauf achten, dass sie nicht direkt neben anderen Dingen wie Gemüse oder gar Wurst und Käse liegen, denn Äpfel nehmen leicht Gerüche aus ihrer Umgebung an, nicht gut für den reinen Apfelgeschmack.

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