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Spielmannszug TSV Ahnsen feiert sein 55-jähriges Bestehen mit vielen Gästen im Kursaal

Ältester Spielmann des Landes beim Musikfest

Bad Eilsen/Ahnsen (sig). Alte Freundschaften, die man von Zeit zu Zeit auffrischt, zahlen sich aus. Diese Erfahrung machte Dieter Gutzeit, als er sich mit den Vorbereitungen für das von ihm und seinem Team ausgerichtete Musikfest im Eilser Kursaal befasste. Anlass für diese Veranstaltung war das 55-jährige Bestehen des Ahnser Spielmannszuges. Fazit nach dem Fest: Auch eine "Schnapszahl" lässt sich gebührend feiern, wenn man das richtig anpackt.

veröffentlicht am 30.10.2007 um 00:00 Uhr

Spielmann aus Leidenschaft: Heinrich Meier

Und richtig angepackt haben es die Organisatoren vom TSV Ahnsen, die bekanntlich auch die Feste des Musikverbandes Schaumburg-Weser so gut managen, dass Bad Eilsen zu einem nahezu festen Standort geworden ist. Wer (wie auch diesmal) ein fast fünf Stunden währendes abwechslungsreiches Musikprogramm bieten will, der muss sich schon einiges einfallen lassen. Natürlich dachte Dieter Gutzeit bei der Auswahl der Ensembles zuerst an jene Musikgruppen, mit denen die Ahnser Spielleute schon langjährig gute Beziehungen unterhalten. Man trifft sich bei Volksfesten, bei Tagungen und gemeinsamen Übungsstunden im JBF-Zentrum auf dem Bückeberg. Eine besondere Beziehung hat sich zum Blasorchester Bückeburger Jäger entwickelt, mit dem die Ahnser schon ungezählte Male den Großen Zapfenstreich zelebriert haben. Gutzeit kennt sich auch gut mit der Historie der Musikgruppen aus, die er in komprimierter Form vortrug. Im kurzen Rückblick auf das von ihm geleitete Ensemble betonte Gutzeit, dass der TSV Ahnsen einen der ältesten und traditionsreichsten Spielmannszüge besitzt. Unter ihren Leitern Erich Lehmhaus, Ernst Mühlmeister, Herbert Ostermeier und (seit nunmehr 31 Jahren) Dieter Gutzeit ist das Repertoire von deutschen und amerikanischen Märschen bis hin zu konzertanter Musik aus Oper, Operette und Musical erweitert worden. Dafür wurden sie bereits mit mehreren Titeln auf Bezirks- und Landesebene belohnt. Und selbst bei Deutschen Meisterschaften gaben die Ahnser keine schlechte Figur ab. Das hat sich über das Schaumburger Land hinaus herumgesprochen, wie unter anderem die mehrmalige Einladung zu Rosenmontagszügen in Mainz beweist. Seit 1988 besteht zudem eine Partnerschaft mit der Stadtkapelle von Soissons in Frankreich. Ein besonderer Höhepunkt des Musikfestes war am vergangenen Sonntag der Auftritt einiger Gründer, die inzwischen schon das 70. Lebensjahr vollendet haben. Dazu gehören Fritz Winkelhake, Helmut Möller, Bernhard Blum, Fritz Wittkugel, Fritz Ostermeier und Ernst Everding. Sie legten "Preußens Gloria" und das Stück "Tippelbrüder" mit so viel Schwung hin, dass der voll besetzte Saal hellauf begeistert war. Nachwuchssorgen scheint es bei den Spielleuten kaum zu geben. Beim TSV Ahnsen stand der dreieinhalb jährige Philipp Gehrke neben seinem Vater auf der Bühne und zeigte schon viel Rhythmusgefühl mit seiner kleinen Spielzeugtrommel. Und beim Steinhuder Spielmannszug hielt der körperlich kaum größere Fabian Ulrich neben dem Dirigenten auf der Bühne als wohl jüngster Tambourmajor des Tages einehalbe Stunde durch. Und bei den Zuschauern klatschte begeistert die dreijährige Anna-Sophie auf dem Arm ihres Onkels ihre Hände. Sie hat beide Elternteile verloren. Die Musik hilft ihr über die Situation hinweg. Beim Spielmannszug Rolfshagen sorgt indessen der 94-jährige Heinrich Meier für ein Novum. Der älteste aktive Spielmann Niedersachsens macht zwar nicht mehr die Rundmärsche mit, dafür aber die Konzerte. Neben den bereits genannten Musikgruppen trugen noch das Blasorchester Pohle, der Spielmannszug der Feuerwehr Lauenstein, das Blasorchester der Bückeburger Jäger und das Fanfarencorps Antendorf zum Gelingen des Musikfestes bei. Die auch schon bei Deutschen Meisterschaften erfolgreichen Antendorfer brachten noch eine Tanzgruppe mit, die mit den Puscheln der Cheerleader und den silbernen Metallstäben der Majoretten hervorragend umgehen kann. Nachdem die "Bückeburger Jäger" den stimmungsvollen Schlusspunkt des Musikfestes gesetzt hatten, gab es noch einen gemeinsamen Auftritt mehrerer Ensembles mit der Melodie "Das Lieben bringt groß' Freud". Nicht vergessen werden sollte der beispielhafte Einsatz des Ahnser Fanclubs, der sich um die Verpflegung der Besucher und Aktiven kümmerte.

Zu den musikalischen Gästen zählen auch der Musikzug Steinhude a
  • Zu den musikalischen Gästen zählen auch der Musikzug Steinhude am Meer, die mehrfach ausgezeichnete Trachtengruppe aus Antendorf sowie - Neues von der Blechtrommel - Jungtalent Philipp Gehrke. Fotos: sig
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