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Gipfelhotel ist seit fast 100 Jahren Treffpunkt der Männer

80. Köterbergtreffen der Corpsstudenten

SCHIEDER. In diesem Jahr kamen die Corpsstudenten aus Detmold und Nachbarschaft, aus Hameln, Holzminden und Höxter zum 80. gemeinsamen Treffen im Gipfelhotel auf der Höhe des Köterberges zusammen.

veröffentlicht am 18.06.2019 um 13:09 Uhr

Auf dieser historisch interessanten Erhebung des Lipper- und Weserberglandes mit einer eindrucksvollen Fernsicht stießen in der Vergangenheit drei der Flächenstaaten des früheren deutschen Bundes zusammen, nämlich Hannover, Preußen und Lippe.

Seit fast 100 Jahren steht auf dem Gipfel des Köterberges das Hotel des Köterberghauses im Stil einer Baude aus dem Riesengebirge und wird nun schon in der zweiten Generation erfolgreich und traditionell von der Familie Brand als Eigentum geführt. Besonders an Wochenenden kommen hier auch Motorradfahrer (Biker) aus nah und fern zu ungezwungenen Begegnungen zusammen.

Die traditionellen und formellen Treffen der Corpsstudenten aus dem Raum der Oberweser lassen sich – anhand alter Gästebücher – bis in das Jahr 1932 zurückverfolgen. Allerdings kann im heutigen Jahr 2019 erst das 80. Stiftungsfest dieser Zusammenkünfte begangen werden. Die Differenz in den Jahreszahlen erklärt sich daraus, dass in den Jahren der NS-Zeit, des Zweiten Weltkrieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit die Treffen der Corpsstudenten auf dem Köterberg teilweise ausfallen mussten. Auch die Wiederaufnahme der alten Tradition durch die Corpsstudenten im Köterberghaus zur Zeit vor der Währungsreform nach dem Krieg soll recht abenteuerlich gewesen sein, da man gegenüber der früheren britischen Besatzungsmacht und den damaligen Ernährungsämtern ausgesprochen konspirativ vorgehen musste.

Aber in den dann folgenden Zeiten des Wirtschaftswunders trafen sich bei den Köterbergtreffen so zahlreiche Corpsstudenten, dass zur geselligen Anreise von Detmold aus sogar Autobusse organisiert werden mussten und die Räume des Köterberghauses gut gefüllt waren.

Doch in den Zeiten seit der Jahrtausendwende nahm die Zahl der Corpsstudenten im Weserberg- und Lipperland langsam aber ständig ab. Zwar stieg die absolute Zahl dieser Waffenstudenten weiter an, wenn sie auch – wegen ihres versteckten elitären Anspruchs – relativ zur ansteigenden Zahl der Studierenden bescheiden blieb. Aber die jungen Angehörigen der Corps streben nicht mehr – wie früher – auch in die beschaulichen ländlichen Gebiete, sondern sie bevorzugen als Lebensmittelpunkte die Ballungs- und Ballungsrandzonen. Dort pulsiert das Leben und bietet hervorragende Möglichkeiten der beruflichen und privaten Selbstverwirklichung und Selbsterfüllung. Man erkennt das teilweise auch bei den Corpsstudenten an den eigenen Kindern und Enkeln.

Dieser Rückgang an der Zahl der im Weserbergland lebenden Corpsstudenten hat bereits zu Überlegungen geführt, ob man sich nicht – zumindest beim Köterbergtreffen – mit den Angehörigen anderer waffenstudentischer Verbände abstimmen könnte. Erste behutsame Überlegungen dazu sind aber noch nicht abgeschlossen.

Das alles sollte aber wieder den Blick auf die heutige Situation lenken: Noch können die Corpsstudenten auf dem Köterberg zahlreich und unbeschwert die 80. Wiederholung dieser Treffen begehen. „In einer Welt voller bedrohlicher Probleme ist Deutschland – noch – eine Insel des Wohlstandes und des Friedens. Das Lipper- und Weserbergland mit dem Köterberg ist dabei ein Kernland der Harmonie und des Fortschrittes. Das sollten wir erhalten. Darauf und auf ein ewiges „vivat crescat floreat“, erhoben die Corpsstudenten auf dem Köterberg ihre Gläser.



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