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Lindhorster Bücherei feiert Gründungsgeburtstag / Tag der offenen Tür am 17. Juni

80 Jahre lang Leseratten gefüttert

Samtgemeinde Lindhorst. Vor 80 Jahren hat der damalige Rektor der Lindhorster Schule, Karl Heine, die Bücherei im heutigen Rathaus gegründet. Mit 65 Büchern bei 79 Lesern startete die sogenannte Volksbücherei. Heute ist die öffentliche Bibliothek mit 9000 Titeln in der Moderne angekommen, 1500 digitale Datenträger wie DVDs und Hörbücher sind darunter. Mehrere Hundert Leser nutzen das Angebot. Seit 1996 ist die Bücherei in einem Anbau der Grundschule an der Glück-Auf-Straße untergebracht.

veröffentlicht am 12.06.2015 um 13:29 Uhr
aktualisiert am 12.06.2015 um 16:56 Uhr

Eine der wohl jüngsten Ausleiherinnen ist 14 Monate alt und lächelt über das ganze Gesicht bei dem Blick in das große Bilderbuch, das viele bunte Tiere zeigt. Thea Louise, ihre neunjährige Schwester Johanna und Mutter Simone Mejow sind Stammkunden in der Bücherei. Während Thea Louise noch lesen lernen wird, hat Johanna schon Lieblingsgeschichten. „Die Olchis“ und deren Abenteuer haben es dem Mädchen angetan. „Lesen macht Spaß“, findet Johanna.

Die diensthabenden Mitarbeiterinnen Bettina Kolbe, Manuela Weigl und Andrea Sauer haben festgestellt, dass inzwischen viele Mütter mit Kindern in die Bücherei kommen. „Wir haben aber auch Ältere gewonnen“, sagt Kolbe. Das Team, zu dem auch Kerstin Drews gehört, ist bemüht, Bücher nach den Vorlieben der Leserschaft in den Bestand aufzunehmen. Dafür fliegen aber im Laufe der Zeit eine ganze Menge Bände aus den Regalen.

Lexika und Nachschlagewerke gibt es kaum noch und Fachbücher werden ebenfalls Mangelware. Der Handel biete davon immer weniger an. Das liege am Internet, sagen die Mitarbeiterinnen, die sich in das Bibliothekswesen einarbeiten mussten und in dem Bereich quasi Autodidakten sind. Sauer, die die Bücherei leitet, weist auf eine der vielen Neuerungen in den vergangenen 80 Jahren hin: Früher wurden die Bücher auf Karteikarten gelistet, heute gibt es dafür eine Software, die 1999 eingeführt wurde.

Moderne Veränderungen stellen beispielsweise der Online-Katalog und die Bücherkiste dar. Über das Internet können sich Leser, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, Literatur bestellen und bekommen sie in einer Kiste geliefert. Ein Buch, das exakt 80 Jahre alt ist, können sie allerdings nicht mehr ausleihen. Dafür hat Kolbe einige noch ältere historische Ausgaben der Heimatgeschichte zur Seite gelegt, die später der Samtgemeinde übergeben werden sollen.

Leseratten, die mobil sind, und selbst nach begehrten Krimis, Kinderbüchern, DVDs oder Hörbüchern stöbern wollen, können das montags von 17 bis 18 Uhr und mittwochs von 17 bis 19 Uhr. Während der Schulzeiten am Montag auch von 9 bis 11 Uhr und am Mittwoch von 9 bis 10 Uhr. Wer die Bücherei kennenlernen möchte, kann das zum Tag der offenen Tür anlässlich des 80-jährigen Bestehens erledigen. Dieser ist am Mittwoch, 17. Juni, von 15 bis 19 Uhr in der Bibliothek an der Glück-Auf-Straße. bab



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