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Manfred Harmening läuft zehn Stunden zum Zielort / Höhen bis zu 2632 Meter

78,5 Kilometer - Obernkirchener läuft beim "Swiss Alpine Marathon"

Obernkirchen (sig). Schon bei dem Gedanken an dieses Vorhaben muss man ein aufkommendes Unwohlsein zurückdrängen: Über zehn Stunden laufen und dabei 4640 Höhenmeter überwinden; die erreichte maximale Höhe beträgt 2632 Meter. Ein 58-jähriger Obernkirchener hat es probiert und geschafft. Er ist Lehrer am Schulzentrum und heißt Manfred Harmening.

veröffentlicht am 27.09.2007 um 00:00 Uhr

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Das Ganze nennt sich "Swiss Alpine Marathon Davos". Bei dieser sportlichen Herausforderung gibt es fünf verschiedene Strecken - von 21 Kilometern bis zur normalen Marathonlänge. Und wem das alles nicht reicht, der kann sich für den größten Ultra-Bergmarathon der Welt eintragen lassen. Der ist 78,5 Kilometer lang. Der Start zu den unterschiedlich großen Herausforderungen erfolgt an verschiedenen Orten. Aber alle Strecken haben ein gemeinsames Ziel - und das ist Davos, der weltbekannte Schweizer Kur- und Wintersportort im Kanton Graubünden. Manfred Harmening: "Die ersten zwölf Kilometer liefen wir auf schmalen Passagen, wo man kaum überholen konnte. Während der ganzen Zeit wurden wir von einem Helikopter begleitet, der mit einem Kameramann hin und her flog." In dem Ort Bergün wurde jeder Läufer aussortiert, der das Zeitlimit von fünf Stunden nicht eingehalten hatte. Der Obernkirchener hatte bis hierher knapp über vier Stunden gebraucht. Die schwerste Teilstrecke lag aber noch vor ihm. Auf einem Abschnitt von vierzehn Kilometern mussten rund 1300 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt von 2632 Metern überwunden werden. Gelaufen wurde unter anderem auf ganz schmalen Pfaden, an denen es an einer Seite steil bergab ging. Unterwegs setzte ein Unwetter mit Blitz, Donner und heftigem Regen ein, der die Läufer durchnässte. Auf dem Scarletta-Pass gab es eine der zahlreichen Verpflegungsstationen. Hier war es mit sechs Grad empfindlich kühl. Ein Rennarzt prüfte, ob die Läufer weitermachen durften. Manfred Harmening durfte - und lief die letzte Strecke (jetzt mit trockener Kleidung) zusammen mit dem Schweizer Paul Schibli gemeinsam bis ins Ziel. In seiner Altersklasse erreichte der Pädagoge den 24. Platz. Nach genau zehn Stunden und 27 Minuten war der Ultra-Bergmarathon vorbei und die gewaltige Herausforderung an Körper, Geist und Willen geschafft. Spaß am Laufen entwickelte der Obernkirchener zuerst mit 30 Jahren, als er die Prüfungen für das Sportabzeichen ablegte. Elf Jahre später lief er beim Berlin-Marathon mit, zweimal auch in London. Seitdem hat er bereits zahlreiche andere Prüfungen bestanden. Nach einem 12-Stunden-Lauf in Brühl landete er auf Platz 24 der deutschen Bestenliste. Vor sechs Jahren wagte er sich auf den Kilimandscharo, um sich an die Höhenluft zu gewöhnen. Demnächst möchte er auch an einem Sieben-Tage-Lauf durch die marokkanische Wüste teilnehmen, bei dem Etappen von bis zu 70 Kilometern zu überwinden sind. Zusammen mit seiner Ehefrau Bärbel will er aber erstmal eine Wüstentour planen, um diese auch für Extremsportler ungewöhnlichen Bedingungen kennen zu lernen. Für dieses Jahr allerdings ist mit Wettbewerben Schluss. Lauftraining mit einer Strecke von bis zu 30 Kilometern gibt es jedoch weiterhin. Der nächste offizielle Start ist dann aber erst 2008 in Duisburg geplant.

Geschafft! Der Obernkirchener Manfred Harmening hat den größten
  • Geschafft! Der Obernkirchener Manfred Harmening hat den größten Ultra-Bergmarathon der Welt erfolgreich hinter sich gebracht.


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