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Gesetzgeber stellt die Geburtshilfliche von Bethel vor neue Herausforderungen / Richtlinien verschärft

705 Geburten in 2007 reichen so gerade aus

Bückeburg (rc). Im vergangenen Jahr sind in der Geburtshilflichen des Krankenhauses Bethel 705 Kinder auf die Welt gekommen. Diese Zahl nannte der Chefarzt der Geburtshilflich-Gynäkologischen Abteilung, Dr. Momme Arfsten, im Gespräch mit unserer Zeitung. 2006 waren es noch knapp 750 Geburten, mithin ein leichter Rückgang. Bis 2003 lag die Zahl durchschnittlich noch bei rund 500 Geburten pro Jahr, nach der Schließung der Geburtshilflichen Abteilung des Krankenhauses in Rinteln konnte allerdings ein deutlicher Anstieg verzeichnet werden.

veröffentlicht am 05.01.2008 um 00:00 Uhr

Sollte die Bethel-Geburtshilfliche das Tempo des Neujahrstages d

Trotz des Rückgangs zog Dr. Arfsten eine positive Bilanz: "Wir sind zufrieden. Obwohl sich Bethel anstrengen muss, die Zahl zu halten, am besten aber noch auszubauen." Denn nach neuesten Vorgaben des gemeinsamen Bundesausschusses, in dem gemeinsam Vertreter der Medizin, Krankenkassen und Politiker über die Zukunft auch des Krankenhauswesens diskutieren, soll die Grenze für die Förderungswürdigkeit von Geburtshilflichen Abteilungen auf 700 Geburten jährlich beschränkt werden. Ein Absinken unter diese Grenze würde erhebliche finanzielle Verluste bedeuten, auch für Bückeburg. Geld, das fehlen würde, damit die Geburtshilfliche nach den Vorgaben des Gesetzgebers funktionieren könnte. Er fordert unter anderem 24-Stunden-Bereitschaften für Operationssaal und Anästhesie sowie die Anwesenheit zweier Ärzte im oder in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses, aber auch Untersuchungen der Neugeborenen, die nur von Fachärzten durchgeführt werden dürfen. "Wir müssen uns um unsere Patienten bemühen und am Besten eine gewisse Steigerung der Geburtenzahl schaffen", hat der Chefarzt daher für 2008 vorgegeben. Einen weiteren Anreiz für werdende Mütter, ihr Kind im Bückeburger Krankenhaus zur Welt zu bringen, gibt es bereits seit Dezember. Seitdem bietet die Geburtshilfliche Wassergeburten an, Mütter können ihr Baby in einer Entbindungswanne zur Welt bringen. "Acht bis zehn Prozent der Mütter fragen diese Form der Geburt nach", weiß Dr. Arfsten aus seinen Erfahrungen, denn bereits Mitte der neunziger Jahre arbeitete er in Gehrden in einem Krankenhaus, das mit zu den ersten gehörte, das die Möglichkeit von Wassergeburten anbot. Derzeit laufen in Bethel noch die letzten Fortbildungen für das Personal. Die technische Ausrüstung, neben der Wanne vor allem spezielle wasserdichte Ultraschallgeräte zur Übertragung und Überwachung von Herztönen des ungeborenen Babys, ist angeschafft. Immerhin 10 000 Euro kostete das entsprechende Ultraschallgerät. In der Planung ist zudem die Einrichtung von Familienzimmern: das heißt, das auch der werdende Vater mit aufgenommen werden kann - allerdings auf eigene Kosten. Auch die Einrichtung einer so genannten "Elternschule" oder eines "Elternzentrums" ist 2008 geplant. Sie soll eine Servicestation für Schwangere und junge Mütter werden, wo Fachleute verstärkt Vorbereitungskurse und Themenabende anbieten, aber auch Stillgruppen-Treffen sollen in speziellen Räumlichkeiten angeboten werden. Dazu rechnet Dr. Arfsten damit, dass die Geburtshilfliche in diesem Jahr das Zertifikat "babyfreundliches Krankenhaus" erhält. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit einigen Monaten. Voraussetzungen für den Erhalt des Zertifikats sind unter anderem die Stillfreundlichkeit - Dr. Arfsten: "Die beste Grundlage für Kinderernährung" - Fortbildungen des Personals, Rooming in, also dass Babys jederzeit bei ihren Müttern sein können oder aber auch das so genannte bonding: Das bedeutet, dass das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt längere Zeit zu Mutter und Vater gegebenen wird, damit es den Erstkontakt zu seinen Eltern aufbauen kann.

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