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ZDF-Übertragung des Gottesdienstes zum Volkstrauertag aus der Stadtkirche

70 Tonnen Ausrüstung bringen den Bischof live in die guten Stuben

Bückeburg. Reibungslos ist ZDF-Fernsehgottesdienst in der Stadtkirche zu Bückeburg über die Bühne gegangen. Eine Dreiviertelstunde lang übertrug das Zweite Deutsche Fernsehen live den Gottesdienst, der anlässlich des Volkstrauertages unter dem Motto "Es ist an der Zeit, sich dem Raum der Vergebung zu öffnen" stand. Gehalten wurde er von Landesbischof Jürgen Johannesdotter und Pastor Lutz Gräber. Inhaltlicher Schwerpunkt war das Thema Zwangarbeit, das von sieben Jugendlichen aus der Landeskirche unter Leitung von Jugenddiakon Joachim Büge über einen längeren Zeitraum bearbeitet und während des Gottesdienstes vorgestellt wurde.

veröffentlicht am 19.11.2007 um 00:00 Uhr

Technik pur in der altehrwürdigen Stadtkirche: Gestern Morgen fl

Autor:

Johannes Pietsch

Mit einem Großaufgebot an Technik war das ZDF über mehrere Tage rund um die Stadtkirche im Einsatz. Allein der Übertragungswagen brachte 28 Tonnen Technik auf die Waage, hinzu kamen ein Rüstwagen von 22 Tonnen und ein Zusatz-Lkw von 20 Tonnen Gewicht. Drei bewegte Kameras auf großen Studiostativen, sogenannten "Pumpen", fingen das Gottesdienstgeschehen im Inneren der Kirche vor dem Altar ein, hinzu kam eine Kamera auf der Empore. 60 Scheinwerfer mit jeweils einem Kilowatt Leistung leuchteten die Stadtkirche aus: "Die bringen es auf den Strombedarf von rund vier Privathaushalten", so Herbert Rösch, technischer Leiter des ZDF-Teams. Im Einsatz waren vier Kameraleute sowie acht weitere Techniker, zuständig für Licht, Ton, Bild und Schnitt. Den Gottesdienst eröffneten die Arbeiten der sieben Jugendlichen zum Zwangsarbeit-Projekt. Nach der Off-Ton-Einspielung der Aussagen von Zeitzeugen schlugen die sieben Jugendlichen mit kleinen Anspielen zum Thema Gewalt, Ausländerfeindlichkeit und Gerechtigkeit den Bogen vom zweiten Weltkrieg zur Gegenwart. Landesbischof Jürgen Johannesdotter verknüpfte in seiner Predigt das Thema Krieg und Zwangsarbeit mit der Geschichte von Sodom und Gomorra. Die beiden Städte seien zum Inbegriff geworden für schwere und schwerste Schuld und dafür, dass Gott nicht tatenlos zusehe, wo die Schuld übermächtig werde. "Im Lichteder heute erinnerten Kriege fällt es nicht schwer uns vorzustellen, wie Feuer und Schwefel auf Städte herabregnen und sie zerstören." Von den drei Überlebenden habe nur Abraham sich an den Ort erinnert, an dem er vor Gott stand. "Und diese Erinnerung macht aus einer schlimmen Geschichte eine, in der noch eine Hoffnung vorhanden ist." Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von der Kantorei mit Kammerchor unter Leitung von Siebelt Meier, dem Bläserkreis sowie Kai Kupschus an der Orgel. ZDF-Redakteurin Hanne Huntemann, zuständig beim ZDF für das Ressort "Kirche und Leben evangelisch" verteilte nach Ende der Live-Übertragung dicke Komplimente an alle Beteiligten: Die Gemeinde sei hervorragend vorbereitet und alle Akteure bestens aufeinander eingespielt gewesen. Eine Eins mit Sternchen gab es vom ZDF für die sieben Jugendlichen sowie Pastor Lutz Gräber und Landesbischof Jürgen Johannesdotter: "Wir erleben es ganz, ganz selten, dass alle Aktiven eines Gottesdienstes ihre Texte auswendig beherrschen, und dann auch noch so professionell." Insbesondere der Landesbischof habe den strikt vorgegebenen Zeitrahmen bei seinen Abschiedworten sekundengenau eingehalten: "Perfekteres Timing geht eigentlich nicht."

Anspiel der sieben Jugendlichen zum Thema Gewalt.
  • Anspiel der sieben Jugendlichen zum Thema Gewalt.
Technik-Chef Herbert Rösch im Übertragungswagen des ZDF.
  • Technik-Chef Herbert Rösch im Übertragungswagen des ZDF.
ZDF-Kamerafrau Ursula Zeyfang nimmt Landesbischof Jürgen Johanne
  • ZDF-Kamerafrau Ursula Zeyfang nimmt Landesbischof Jürgen Johannesdotter ins Visier. Fotos: jp


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