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Nebenbuhlerin als Prostituierte bezeichnet

650 Euro Strafe für Sex-Verleumdung

Stadthagen/Niedernwöhren (gus). Eine Frau aus Hannover muss dafür, dass sie eine Nebenbuhlerin öffentlich als Prostituierte bezeichnet hat, 650 Euro Strafe zahlen. Das von ihr selbst veranlasste Widerspruchsverfahren scheiterte am Donnerstag, weil die Hannoveranerin der Verhandlung am Amtsgericht Stadthagen nicht ausreichend entschuldigt ferngeblieben war.

veröffentlicht am 08.03.2012 um 17:55 Uhr

In einem Lebensmittelmarkt in Niedernwöhren hatte die Frau einen Aushang veröffentlicht, in dem sie die Ex-Freundin ihres damaligen Freundes als Prostituierte bezeichnete, die ihren Beruf mit – vorsichtig formuliert – äußerst geringen Hemmungen ausübt. Welche Männerphantasien die Frau aus Hannover damit auch immer geweckt haben mag: Es handelte sich um eine reine Verleumdung, zumal auch Name und Adresse der Geschmähten auf dem Zettel zu lesen waren.

Die Frau aus der Samtgemeinde Niedernwöhren erstattete Anzeige, das Amtsgericht erließ im März 2011 einen Strafbefehl über 50 Tagessätze zu 13 Euro gegen die Verfasserin des Aushangs. Diese wiederum legte Widerspruch gegen das Urteil ein, begründen musste sie diesen nicht.

Jetzt blieb sie bereits zum zweiten Mal der Verhandlung über diesen Widerspruch fern. Hatte sie beim ersten Mal noch eine ärztliche Bescheinigung darüber eingereicht, dass sie verhandlungsunfähig war, so fehlte dieser Nachweis am Donnerstag. Richterin Gudrun van Lessen lag lediglich eine Bescheinigung zur Arbeitsunfähigkeit der Frau vor. Diese reiche aber nicht aus. Auch jemand, der sich zum Beispiel einen Finger gebrochen hat, kann arbeitsunfähig sein, aber dennoch vor Gericht erscheinen, so van Lessen.

Nach Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Einspruch im Urteil verworfen. Das Fernbleiben hat für die Hannoveranerin abgesehen davon, dass es bei der Geldstrafe bleibt, keine Konsequenzen. Unnötige Kosten und Aufwand hat die Frau mit dem letztlich nicht erfolgten Verfahren aber dennoch verursacht. Die geladenen Zeugen konnten sich beispielsweise ihre Fahrtkosten erstatten lassen. Einer der Zeugen hatte sich nach eigener Aussage extra einen Tag Urlaub genommen.

Die Verurteilte kann zwar eine Wiederansetzung des Verfahrens beantragen. Angesichts der Sachlage stufte van Lessen dies aber als unwahrscheinlich an.

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