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Wege im Bückeberg sind wieder begehbar / Sturzbäche versickern frühzeitig im Wald

6000 Tonnen aus der Nachbarschaft verbaut

Landkreis (who). Als "Pulsadern des Waldes" werten Forstleute vielsagend die Wege im Wald. Das Kreisforstamt Spießingshol hat bereits vor einiger Zeit damit begonnen, bei Wendthagen und Obernwöhren eine Strecke vo n insgesamt rund 4000 Metern dieses Adern-Systems grundlegend zuüberarbeiten.

veröffentlicht am 01.11.2008 um 00:00 Uhr

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Hintergrund: Die Wegeabschnitte waren durch dieÜberlastung infolge der Sturmholzaufarbeitung nach Kyrill stark beschädigt und in ihrer Tragfähigkeit beeinträchtigt. Naturfreunde können zurzeit beim Herbstspaziergang selber feststellen und erwandern, was sich inzwischen im Bückeberg getan hat. "Für uns stand von vornherein fest, dass wir nach der Beseitigung der Kyrill-Schäden so schnell wie möglich auch die Forstwege wieder instand setzen wollten", erklärt Steffen Fitzner. Der Leiter der Revierförsterei Wendthagen hatte den Wegebau koordiniert. Er zeigt bei einer Besichtigung gemeinsam mit Karl-Heinz Quade, dem Leiter der Försterei Obernwöhren, durch dessen Zuständigkeitsbereich die erneuerten Wege führen, was sich inzwischen getan hat. "Neben der forstlichen Nutzung sind auch sämtliche Formen der Erholung im Wald von einem gut ausgebauten und gepflegten Wegenetz abhängig", schickt Fitzner voraus. Weiterhin komme der ökologischen Komponente beim forstlichen Wegebau eine große Bedeutung zu. "Daher wird fast ausschließlich örtlich verfügbares Sandsteinmaterial aus dem benachbarten Obernkirchener Sandsteinbruch verbaut. Dies minimiert zum einen die Transportwege für die benötigten 6000 Tonnen und stellt gleichzeitig sicher, dass kein Fremdmaterial in das sensible Waldökosystem eingebracht wird", so Fitzner. Auch die wegenahen Bachläufe profitieren von den Baumaßnahmen. Als Beispiele zeigt Fitzner Furten und vergrößerte Wasserdurchlässe unter den Wegen, wobei die Rohre in das Bachbett eingelassen wurden, um eine natürliche Sohle zu erhalten und die Durchlässigkeit der Rohre für Kleinfische und Lurche zu erhöhen. Ausgeführt werden die Wegebauarbeiten vor Ort durch das Unternehmen Heinrich Stadtländer aus Rehburg- Loccum und den Forstdienstleister Fritz Everding aus Stadthagen. Everding verteilt das angelieferte Material und profiliert mit seinem Planiergerät die Deckschicht der Wege uhrglasförmig. "Ganz im Sinne des vorbeugenden Hochwasserschutzes kann damit das Niederschlagswasser länger im Wald gehalten werden, um dort zu versickern", erklärt Karl-Heinrich Quade dazu. "Über 100 000 Euro wird die Wege-Instandsetzung nach Kyrill im Bückeberg insgesamt kosten", so Fitzner weiter. Zur Kofinanzierung dieser Maßnahmen habe der Landkreis Mittel aus einem eigens nach dem Großschadensereignis "Kyrill" gebildeten Sonderfonds der EU beantragt. "Als letzter Abschnitt wird zurzeit ein gut zwei Kilometer langes Teilstück des sogenannten Arbeitslosenweges von der Schutzhütte Brandshof in Richtung Süden erneuert", erklärt Steffen Fitzner abschließend. Der auch von Spaziergängern geschätzte und viel begangene Weg werde in gut vier Wochen wieder hergestellt sein, schätzt er und bittet die Waldbesucher im Bückeberg bis dahin um noch ein wenig Geduld.



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