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Film der Region Hannoverüber Bückeburger Herderschüler als Würdigung einer "beeindruckenden Leistung"

60 Kilometer-Marsch in 54 Minuten Dokumentarfilm

Bückeburg (gus). Eine Auszeichnung der besonderen Art haben ehemalige Schüler der Herderschule und deren einstiger Lehrer Klaus Maiwald erhalten. Die Region Hannover ließ den Gedenkmarsch der Geschichtswerkstatt aus dem Jahr 2007 verfilmen. Jetzt liegt das Resultat vor.

veröffentlicht am 05.12.2008 um 00:00 Uhr

Ehemalige Schüler der Herder-Schule und deren damaliger Lehrer,

Vor anderthalb Jahren sind die Mitglieder der Geschichtswerkstatt aufgebrochen, um den sogenannten Todesmarsch vom damaligen Gefangenenlager Lahde bis zur heutigen Gedenkstätte in Ahlem nachzuempfinden. Im April 1945 kamen auf dieser Strecke mindestens zehn NS-Häftlinge ums Leben, die nach der Schließung des Gestapo-Lagers verlegt werden sollten. Etwa 100 Menschen erschossen die Nazis nach der Ankunft in Hannover. Die Filmemacher Hans-Jürgen und Shaun Hermel begleiteten den Gedenkmarsch, zeichneten Interviews mit Zeitzeugen und Schülern an unterschiedlichen Stationen entlang der Strecke auf. Diese sind ebenso wie eine Grundsatzrede Maiwalds zu dem Projekt im Film zu sehen. Außerdem hat Regisseur Hans-Jürgen Hermel historischeFotos vom Lahder Lager eingearbeitet. Der 54-minütige Streifen ist betont ruhig gestaltet worden, zeitweise werden nur die Schüler auf ihrem Weg von Nordrhein-Westfalen nach Hannover gezeigt, unterlegt sind diese Szenen von eingeklinkten Interview-Szenen. Große Spannung herrschte vor der Ur-Aufführung in dieser Woche im Haus der Region Hannover. Die stellvertretende Regionsvorsitzende, Doris Klawunde, die die Gruppe im April 2007 an der Gedenkstätte Ahlem empfangen hatte, sprach von einer beeindruckenden Leistung der Schüler und Lehrer. Der Gedenkmarsch sei gerade jetzt so wichtig, weil eine Zeit anbreche, in der es keine Zeitzeugen mehr gebe. Dann werde die Arbeit gegen das Vergessen immer schwerer. Mit dem Film existiere ein zusätzliches Dokument mit Zeitzeugenberichten. Laut Maiwald war das Projekt eine der größten Herausforderungen für die Geschichtswerkstatt. Diese sei angenommen worden, weil einerseits ein Zeichen der Versöhnung gesetzt, aber auch gegen das Vergessen von Leid und Trauer gearbeitet werden sollte. Nicht zuletzt wegen der in Schaumburg aktiven Nazi-Szene hätten Projekte wie der Gedenkmarsch von Lahde nach Ahlem große Bedeutung. Ausdrücklicher Dank gilt nach Maiwalds Worten der Realschule Lahde. Diese sei schließlich auch mit zahlreichen Schülern auf den ersten zehn Kilometern dabei gewesen. In diesem Jahr gab es ein weiteres gemeinsames Projekt beider Einrichtungen.



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