weather-image
×

1500 Schüler beteiligten sich an Kampagne „Humanitäre Schule“ / Auch Schulen aus dem Landkreis im Wettbewerb

51 Schulen vom Jugendrotkreuz ausgezeichnet

Hannover, Soziales Engagement zeigen, Verantwortung übernehmen und sich mit dem Völkerrecht auseinandersetzen – all das haben 51 niedersächsische Schulen vorbildlich in die Tat umgesetzt. Sie beteiligten sich mit 1500 Schülern an der Kampagne „Humanitäre Schule“, die vom Jugendrotkreuz (JRK) des DRK-Landesverbandes Niedersachsen entwickelt wurde. Im Cinemaxx am Raschplatz in Hannover erhielten sie für ihren hervorragenden Einsatz im Rahmen einer Abschlussfeier das Zertifikat „Humanitäre Schule“ vom JRK überreicht.

veröffentlicht am 23.06.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 12:41 Uhr

Aus der Region beteiligten sich Schüler der KGS Salzhemmendorf, der BBS Stadthagen, der Elisabeth-Selbert-Schule und der Handelslehranstalt Hameln. Überschattet vom tragischen Tod ihres Mitschülers, fiel die Projektentscheidung der Schüler der HLA auf die Haltestelle in Afferde, wo der Schüler engagiert war. Die Schüler verkauften Rosen und Flohmarktartikel, den Erlös erhielt der Freizeittreff in Afferde. Älteren Menschen in verschiedenen Altenheimen begegneten Schüler der Sozial- und Familienpflege der Elisabeth-Selbert-Schule. Vier Wochen lang besuchten sie Senioren und luden sie abschließend in ihre Schule zu einem geselligen Treffen mit Sketchen, Gedichten, Liedern, Modenschau und Kuchen ein. Ein Fischbuffet zugunsten der Bückeburger Tafel kreierten die angehenden Köche der Berufsfachschule Stadthagen. Im Rahmen einer Spende der Norwegian Seafood Export Council in Zusammenarbeit mit der Deutsche See erhielt die BBS Stadthagen 24 Kilo Lachs und

16 Kilo Kabeljau im Wert von fast 300 Euro. Ebenso wurden insgesamt 300 Euro durch das Fischbuffet von den begeisterten Gästen gespendet. Die Einnahmen gingen an die Bückeburger Tafel. Die Schüler der Kooperativen Gesamtschule (KGS) und der Grundschule in Salzhemmendorf haben normalerweise wenig miteinander zu tun. Um den Kontakt miteinander und den Gemeinschaftssinn zu stärken, bereiteten die Scouts der zehnten Klassen der KGS einen Spielnachmittag für die Grundschüler vor. Das Ziel dieser Aktion war es, einen ganzen Nachmittag Spaß zu haben und miteinander Zeit zu verbringen. Die Jugendlichen in der Klasse 10b des Marion-Dönhoff-Gymnasiums (MDG) in Nienburg fragten sich, wie die Hilfsangebote für Familien in Krisen, bei Alkoholsucht und Drogensucht funktionieren. Dazu besuchten sie die Einrichtungen im Landkreis Nienburg. Dabei stießen die Jugendlichen auf die „Güldene Sonne“ in Rehburg-Loccum. Dort und in der Außenstelle Liebenau werden Kindern und Jugendlichen in Wohngruppen behutsam stabile und stützende Strukturen geboten. Die Schüler des MDG wurden in Liebenau selbst aktiv und boten dort Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung an. Mithilfe verschiedener Sponsoren und Aktionen in der Schule (Waffelverkauf) sammelten die MDG-Jugendlichen Materialien und Gelder, um das Freizeitangebot auf dem Gelände in Liebenau zu vergrößern. Hier wurde ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, Freizeitmöglichkeiten zu schaffen, die für ältere Jugendliche attraktiv sind. So konnten ein Fußballtor und Klettergriffe im Garten der „Güldenen Sonne“ installiert werden. Darüber hinaus plant die 10b gemeinsam mit Wohngruppenkindern eine Fahrradreparaturaktion. „Wir wollen jungen Menschen Wege aufzeigen, Verantwortung zu übernehmen. Und wir wollen ihnen Mut machen zur eigenen Courage. Davon lebt unsere Demokratie und davon lebt auch das humanitäre Völkerrecht“, sagt Karin von Heimburg, Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Niedersachsen und Initiatorin der Kampagne.

Um als „Humanitäre Schule“ ausgezeichnet zu werden, mussten die Schüler zum einen am Planspiel h.e.l.p. teilnehmen, bei dem sie einen kriegerischen Konflikt in den fiktiven Regionen „Malea und Lufar“ zu lösen hatten und dabei die Grundzüge des humanitären Völkerrechts kennenlernten. Humanitäres Völkerrecht bezeichnet die rechtlichen Regelungen zwischen Völkern im Konfliktfall/bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Früher sprach man auch von Kriegsvölkerrecht, aber der Begriff „Humanitäres Völkerrecht“ hat ihn abgelöst. Kernstück sind die Genfer Konventionen. Daneben gibt es andere völkerrechtliche Regelungen wie Umweltvölkerrecht oder auch Welthandelsrecht beispielsweise. Und zum anderen mussten die Schüler ein eigenes soziales Projekt auf die Beine stellen, das jetzt in Hannover vorgestellt wurde. Die rund 600 Teilnehmer – vor allem Schüler und Lehrkräfte wurden von Karin von Heimburg begrüßt. Grußworte erteilte die Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg und Dr. Stefan Porwol, Staatssekretär im niedersächsischen Kultusministerium. Claus Muchow, berichtete von seinen Auslandseinsätzen für das DRK in Katastrophengebieten. „Planet Emily“ begleitete die Gäste musikalisch. Mittlerweile haben rund 7000 Schüler an der Kampagne „Humanitäre Schule“ des DRK-Landesverbandes Niedersachsen teilgenommen. Bereits zum siebten Mal vergibt das JRK die gleichnamige Auszeichnung.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige