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50, 500 oder 5000 Quadratmeter

Vorweg, das persönliche Gartenglück hängt ganz sicherlich nicht von der Größe des eigenen Grüns ab. Dies stelle ich zumindest immer wieder fest, wenn ich an einen Ort komme, dem man es ansehen kann, dass hier ein glücklicher Gärtner am Wirken ist. Da ist es vollkommen egal, ob es sich hierbei um einen Park, einen Reihenhausgarten oder lediglich um einen kleinen Balkon handelt. Es ist vielmehr die Hingabe zu den Pflanzen und zur Gestaltung des eigenen grünen Reiches, die sich in den leuchtenden Augen des Gärtners widerspiegelt und nicht nur dort ein sichtbares Zeugnis seines Gartenglückes ablegt.

veröffentlicht am 07.05.2011 um 05:58 Uhr

Ob klein, ob groß, ob blühend oder grün: Die Schönheit eines Gartens hängt von vielem ab, nicht aber von seiner Größe. Foto: IZB

Autor:

Jens Tippel

Auch die Art der Gestaltung ist zweitrangig. Ob es sich um einen Heidegarten, einen klassischen Rosengarten oder eine Reminiszenz an einen Bauerngarten handelt, ob es ein moderner Gräsergarten oder einfach nur ein grüner Dschungel ist. Vielmehr entscheidend sind der Spaß und die Lust am Gärtnern, die im Garten ausgelebt werden.

Dabei lässt sich fast jedes Gartenthema in jeder Größe spielen. Natürlich können auf einem großen Grundstück mehr und vielfältigere Gartenszenarien aufgeführt werden. Ein Kleinstgrundstück bietet einfach zu wenig Platz, um verschiedene Gartenräume voneinander zu trennen und dadurch unterschiedliche Areale zu schaffen. Doch diese Gärten haben dafür den unbestreitbaren Vorteil, dass hier die Gartenarbeit, denn natürlich handelt es sich hierbei um Arbeit, in einem überschaubaren Rahmen bewegt. Dies ist in größeren Gärten anders, denn je nach Anspruch zum Gartenthema oder alleine der schieren Größe wegen, kann das eigene Grün dem Besitzer zur Last fallen. So bleibt mir eine leicht skurrile Situation unvergessen vor Augen, als ich an einer öffentlichen Gartenführung in einem Privatpark teilnahm. Die Gartenführerin und gleichzeitige Besitzerin erhob bei einer ihrer Erklärungen über die viele Arbeit die Augen gen Himmel und sagte: „Dies alles nur für Gottes Lohn“! Meine Hand zuckte schon zur Geldbörse und fühlte sich versucht zehn Euro als kleinen Beitrag zum Gartenerhalt zu entnehmen, doch ich konnte sie gerade noch zurückhalten. Im Nachhinein gestehe ich der guten Frau einen etwas unbedachten Moment bei ihrer Äußerung zu. Denn wenn man strammen Schrittes eine gute halbe Stunde zum Durchwandern seines eigenen Gartens braucht, dann ist dies durchaus auch ein Privileg, welches den wenigsten Menschen vergönnt ist.

Mein eigener Garten zählt eher zu den Kleineren. Und so erfreue ich mich zurzeit auch vielmehr an den nicht ganz so großen Dingen. Wenn ich zu Hause bin und Schreibtischarbeit zu erledigen habe, dann drängt es mich immer wieder nach draußen, einfach um zu schauen, was sich in den letzten Stunden getan hat. Und selbstverständlich ist morgens nach dem üblichen Prozedere der erste Gang in den Garten fällig. Gerade in dieser Jahreszeit, wenn das Grün noch so frisch ist und die Vögel zumindest gefühlt lauter am Singen sind, ist der Garten eine große Stärkung für den anschließenden Tag.

Der nächste Garten darf dann ein wenig größer sein. Ich weiß schon genau wie er aussehen soll! Denn wenn ich es schaffe und mich mit der Pflanzenvielfalt zurückhalten kann – das ist die größte Schwierigkeit – dann möchte ich irgendwann einmal durch einen länglich ausgerichteten Birkengarten mit vielen Bäumen, ein wenig Farnen und Gräsern über einen halbschattigen Weg bis zum Ende des Gartens gehen, mich dort auf eine sonnig gelegene Bank setzen und einen weiten Blick ins offene Land genießen.

Vielleicht wird das noch nicht mal mein letzter Garten sein, denn es gibt so viele Ideen und die Größe spielt dabei eher eine geringere Rolle. Zumindest bestimmt sie letztendlich nicht das persönliche Gartenglück.



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