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Holzmindenerin stößt bei Feldbegehung auf seltenes Relikt aus der Jungsteinzeit / Besonderer Fund

4000 Jahre alte Spitze eines Dolches entdeckt

Holzminden/Heinade (fhm). „Man bekommt eine Blick dafür, wenn man sich für dieses Thema interessiert.“ Jana Krug, 18-jährige Holzmindenerin, konnte ihren Fund relativ schnell einordnen. Der behauene Stein aus Flint deutete darauf hin, dass es sich um einen historisch bedeutsamen Fund handeln musste. Die genaue Untersuchung ihrer Entdeckung nahm Kreisarchäologe Dr. Christian Leiber vor. „Jana Krug ist ein ganz seltener Fund gelungen. Sie hat eine 4000 Jahre alte Dolchspitze entdeckt.“ Die junge Frau gehört zur archäologischen Arbeitsgruppe des Heimat- und Geschichtsvereins für Stadt- und Landkreis Holzminden, der in den vergangenen Jahren einige interessante Funde gelungen sind. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben bei Begehungen Fundplätze aus ur- und frühgeschichtlicher Zeit sowie aus dem Mittelalter entdeckt.

veröffentlicht am 13.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 13:21 Uhr

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Die Klinge ist aus Feuerstein

Nach stundenlangen Ackerlandbegehungen mit zwölf Teilnehmern in der Gemarkung Heinade zeigte sich plötzlich an der Bodenoberfläche, vom Regen freigespült, ein nur wenige Zentimeter großer Gegenstand aus Feuerstein. Feuerstein war der Hauptwerkstoff des Menschen der Steinzeit. Das Gesteinsmaterial wurde aber auch noch in der nachfolgenden Bronzezeit genutzt. „Für die Archäologie sind bearbeitete Feuersteine immer schon ein Hinweis darauf, dass es sich hier um Hinterlassenschaften des prähistorischen Menschen handelt“ erklärt Dr. Leiber. Und tatsächlich, als Jana Krug das Objekt aus der Ackerscholle zog, war ihr schon durch die spontane Erinnerung an die in der Kreisarchäologie durchgeführten Formenkundeübungen klar, dass sie eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht hatte: Die Spitze eines zerbrochenen Feuersteindolches.

Das Dolchstück zeigt ringsum Spuren künstlicher Bearbeitung, es ist flächenretuschiert und besitzt einen spitzovalen Querschnitt. Das Fundstück ist 3,4 Zentimeter lang, 1,9 Zentimeter breit und 0,8 Zentimeter dick. „Zu den Dolchen gibt es eine Entwicklungsreihe, der sechs unterschiedlich geformte Typen angehören. In Dänemark und Norddeutschland tauchen die ersten Feuersteindolche bereits im 3. Jahrtausend vor Christi Geburt auf, während sie in der norddeutschen Mittelgebirgszone wohl erst zu Beginn der Bronzezeit, also etwa 2000 bis 1800 vor Christi Geburt Verwendung finden“, so der Kreisarchäologe Dr. Christian Leiber. Die Zeit, aus der die Dolchspitze stammt, ist die sogenannte Frühe Bronzezeit. Damals lebten die Menschen in kleinen Gruppen zusammen. Aus dieser Epoche stammt auch die Himmelscheibe von Nebra, die in Sachsen-Anhalt gefunden wurde. In England begann zu diese Zeit die Endphase der rituellen Nutzung von Stonehenge.

Suche nach der zweiten Hälfte beginnt

Wie das prähistorische Dolchfragment auf den Acker bei Heinade gelangt ist, darüber lässt sich für die Experten zur Zeit nur spekulieren. Sicher ist, dass die Arbeitsgruppe bei nächster Möglichkeit das Gelände neu prospektieren wird. Vielleicht findet sie dann die andere, fehlende Hälfte.



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