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Jugendpflegerin Tanja Kluge kündigt

400 Euro für Jugendarbeit "ist ein Witz"

Rodenberg (bab). Die Rodenberger Jugendarbeit liegt ab Ende des Monats brach. Jugendpflegerin Tanja Kluge hat ihren Job nach einem Dreivierteljahr hingeschmissen. Sie fühlt sich von der Stadt "veräppelt" und kritisiert Rodenbergs Haltung zur Jugendarbeit. Die Verwaltung hingegen sieht das anders, Kluge habe nicht genügend Geduld gehabt und zudem der Verwaltung die Pistole auf die Brust gesetzt.

veröffentlicht am 14.07.2008 um 00:00 Uhr

"Ich habe meine Kündigung eingereicht", sagt Kluge, die behauptet, den Rodenbergern liege die Jugendarbeit nicht allzu sehr am Herzen. Zum einen habe die Verwaltung ihr im Vorstellungsgespräch in Aussicht gestellt, es könne aus dem 400-Euro-Job auch eine feste Stelle werden. Sie sei aber nach ihrer Einstellung "hingehalten" und die Entscheidung auf die lange Bank geschoben worden. Zum anderen habe die Politik von ihr ein Konzept zur Jugendarbeit gefordert. Sie habe eine allgemeine Abhandlung vorgelegt und zudem ergänzend mündlich vorgetragen. Es sei aber üblich, dass die Politik die Verwaltung beauftrage, Konzepte zu erstellen oder selbst die Ausrichtung der Arbeit vorgebe. Das könne sie jedoch von Rodenberg nach ihren Erfahrungen nicht mehr erwarten. "Jeder arbeitet da irgendwie. Es gibt da kein Konzept. Die machen sich herzlich wenig Gedanken um ihre Jugendarbeit", wirft die diplomierte Sozialpädagogin der Stadt Rodenberg vor. "Mit einer 400-Euro-Stelle Jugendarbeit zuleisten, ist ein Witz." Zudem spricht sie von einer "schlechten Zusammenarbeit mit meiner direkten Vorgesetzten im Rathaus". Sie habe nicht einmal gewusst, welches Budget ihr für die Arbeit im "Magic House" überhaupt zur Verfügung stehe. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet die Verwaltung die Situation. Man habe Kluge signalisiert, dass manüber eine feste Stelle reden kann, dass zuvor aber die Inhalte der Arbeit geklärt werden sollten, schildert Stadtdirektor Uwe Heilmann den Sachverhalt. Für ihn ergibt es mehr Sinn, wenn die Jugendpflegerin die Konzeption erarbeitet, nicht die Stadt selbst. "Sie ist doch die Fachfrau", argumentiert er. Deshalb hätten Politik und Verwaltung auch eine weitere Jugendausschusssitzung einberufen wollen, um dort über die Inhalte der Arbeit und Voraussetzungen für eine feste Stelle zu sprechen. "Wir waren gar nicht so weit entfernt von einer Halbtagsstelle", meint Heilmann. Kluge war signalisiert worden, dassdiese nichtöffentliche Sitzung noch vor den Ferien geplant war. "Dann hieß es, das sei alles mit heißer Nadel gestrickt und wurde auf nach den Ferien verschoben", berichtet sie. "Die drücken sich vor der Entscheidung. Ich fühle mich veräppelt." "Wir lassen uns nicht die Pistole auf die Brust setzen", sagte Heilmann. Die Einrichtung einer festen Stelle könne aufgrund der Finanzlage ohnehin erst Thema der nächsten Haushaltsberatungen sein. Kluge habe nicht die nötige Geduld gehabt und versucht, mit Druck auf die Stadt eine Entscheidung zu erzwingen.



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