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40. Stadtfest in Barsinghausen

Barsinghausen (wk). Zehntausende Menschen haben am Wochenende fröhlich und ausnehmend friedlich das 40. Stadtfest in Barsinghausen gefeiert. Überschattet wurde das von einem heftigen Krawall im Umfeld des Abi-Standes in der Nacht zum gestrigen Sonntag. Dabei wurden 25 Personen verletzt.

veröffentlicht am 28.08.2011 um 21:01 Uhr

Zehntausende feiern das 40. Barsinghäuser Stadtfest.
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Barsinghausen (wk). Zehntausende Menschen haben am Wochenende fröhlich und ausnehmend friedlich das 40. Stadtfest in Barsinghausen gefeiert. Überschattet wurde das von einem heftigen Krawall im Umfeld des Abi-Standes in der Nacht zum gestrigen Sonntag. Dabei wurden 25 Personen verletzt.
Die Stimmung war gestern Morgen gedrückt. Das Team um Stadtfest-Hauptorganisator Klaus Danner und Einsatzkräfte des ASB hatten sich am Bistro XS zusammengefunden und sprachen über den Zwischenfall, der sich in der Nacht am Abi-Stand des Hannah-Ahrendt-Gymnasiums ereignet hatte. Kurze Zeit später verkündete Danner am Thie, dass der Stand geschlossen wird. Am Abend zogen Veranstalter, Polizei und ASB in einer gemeinsamen Pressekonferenz Bilanz.
„Der Freitag verlief normal, wir haben fünf Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen“, berichtete Kommissariatsleiter Thomas Schmidt. Einsatzleiter Alexander Zimbehl schätzte die Besucherzahl am Freitag auf rund 12 500. Etwa doppelt so viele Menschen seien am Samstag über das Stadtfest gebummelt. Bis auf kleinere Zwischenfälle verlief alles ruhig. „Wir waren am Tag mit 40 Einsatzkräften vor Ort“, berichtete ASB-Einsatzleiter Holger Bade. In der Nacht wurde die Truppe auf 18 Rettungssanitäter reduziert. Doch die bekamen noch reichlich zu tun.
„Die Betreiber des Abi-Standes wurden von uns um 2 Uhr aufgefordert, ihren Stand zu schließen“, sagte Thomas Hoff vom Stadtfest-Organisationsteam. Zunächst schien es auch so, als ob man der Aufforderung nachkommen würde. Doch dann rissen mehrere Personen die Verkleidung des Standes wieder auf. Schließlich brüllte noch jemand „Freibier“, und dann eskalierte die Situation. Gegen 2.15 Uhr trafen erste Einsatzkräfte der Polizei ein. Sie sahen sich einer Horde von rund 150 zumeist völlig betrunkenen Personen gegenüber.
Die Stimmung wurde schnell aggressiver, nach kurzer Zeit gingen die Randalierer mit Pfefferspray die Beamten an, warfen gezielt Flaschen und Bierkrüge. Ein 38-jähriger Beamter wurde am Knöchel getroffen und leicht verletzt, ein anderer zog sich durch einen Tritt eine Schürfwunde zu. Immer mehr Polizisten wurden an die Einsatzstelle beordert. „Zeitweise waren bis zu 65 Einsatzkräfte vor Ort“, so Zimbehl. Dazu hatte er Kollegen aus den umliegenden Kommissariaten und auch aus Hannover angefordert.
Nachdem die Angriffe gegen die Beamten immer heftiger wurden, setzten auch diese letztlich Pfefferspray ein. Ein 19-jähriger Barsinghäuser hatte sogar versucht, einem Beamten die Waffe aus dem Holster zu reißen.
Mit Augenreizungen und anderen Blessuren mussten sich 25 Personen von den ASB-Sanitätern behandeln lassen. Bei ihrer Arbeit wurden die Rettungskräfte teilweise von Angehörigen und aggressiven Zeitgenossen behindert. Schließlich musste die Polizei auch hier eingreifen, damit die Verletzten störungsfrei versorgt werden konnten. ASB-Mitarbeiter, die privat auf dem Stadtfest waren, unterstützten ihre Kollegen, auch eine Mitarbeiterin des DRK meldete sich spontan zum „Dienst“. Bade, der die ASB-Einsatzleitung in der Nacht übernahm, sprach von einem Großschadensfall. Er forderte zwei Rettungswagen und ein Notarzt-Einsatzfahrzeug zur Unterstützung an. Während die Polizei die Lage kurz nach 3 Uhr unter Kontrolle hatte, gab es für die Sanitäter bis 4.30 Uhr zu tun.
„Zehntausende feiern friedlich, und wenige machen uns alles kaputt“, fasste Thomas Hoff zusammen. Im Organisationsteam werde man jetzt darüber sprechen, ob dem jeweiligen Abi-Jahrgang künftig noch ein Stand auf dem Stadtfest genehmigt werden kann oder nicht. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass es dort Ärger gab“, so Hoff. Er hatte in Absprache mit Klaus Danner noch in der Nacht angeordnet, dass der Stand am Sonntag nicht mehr aufmachen durfte.
Besonders betroffen zeigten sich alle Beteiligten darüber, dass es sich bei den Randalierern offensichtlich überwiegend um junge Barsinghäuser handelte. Alle fünf Personen, die in der Nacht festgenommen wurden, sind ortsansässig. Alkoholisiert waren alle, einer von ihnen pustete 1,9 Promille. „Wir sind entsetzt über das Gesamtverhalten vor Ort. Einige urinierten sogar gegen unsere Streifenwagen“, so Thomas Schmidt. Die Polizei nahm fünf Randalierer in Gewahrsam und leitete Verfahren wegen Landfriedensbruch, Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung ein.



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