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Wanderfahrt des WSV Rinteln auf Warthe und Oder / Hautnahes Naturerlebnis / Deutsche und Polen schauen gemeinsam EM-Spiel

345 Kilometer mit dem Boot - Ruderfreunde unterwegs in Polen

Rinteln (rd). Die Wanderruderer des WSV Rinteln waren mit Ruderfreunden aus Berlin, Hamburg, Dänemark und der Schweiz unter der Leitung ihres Wanderruderwartes Friedrich-Wilhelm Hoppe auf der Warthe und Oder unterwegs und legten zwischen Posen (Poznan) und Oderberg 345 Kilometer zurück.

veröffentlicht am 11.07.2008 um 00:00 Uhr

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Die Warthe ist ein unter Wasserwanderern wenig bekannter Fluss und so leistete der WSV hier praktisch Pionierarbeit. Die Anreise ging mit einem Begleitbusüber Berlin und Frankfurt/Oder ins erste Quartier nach Posen. Der Bootstransporter mit den sechs "Doppelvierern" folgte dem Tross. Da es an der gesamten Strecke nur in Posen und Landsberg (Gorzow) Ruder- bzw. Kanuvereine gibt, war das Anlanden und das gesicherte Unterstellen der wertvollen Boote an den Etappenzielen über Nacht das größte Problem, welches aber durch das Geschick der begleitenden polnischen Dolmetscherin immer gelöst werden konnte. Die Warthe spielt für die Schifffahrt gar keine Rolle mehr und der Fluss ist sich seit 60 Jahren selbst überlassen - Natur pur. Keine Straße und keine Bahnlinie nebenher, alle 30 bis 40 Kilometer eine Brücke oder Fähre. Hunderte Störche und Schwäne, Rehe und Schwarzwild an den Ufern und sogar Seeadler gab es zu bestaunen, dazu immense Bäume, an denen sich die Biber zu schaffen gemacht hatten. Da die Dolmetscherin auch Fremdenführerin war, brachte sie der Gruppe ohne Pathos die wechselvolle Geschichte ihres Heimatlandes näher. In Posen, einer quicklebendigen Messe- und Universitätsstadt, besuchte man die Kathedrale auf der Dominsel, der Keimzelle Polens, das Preußenviertel mit dem 1906 fertiggestellten Schloss und den historischen Marktplatz mit dem prachtvollen Renaissancerathaus. In Landsberg hatte der Krieg viel mehr Zerstörungen hinterlassen und so blieb von dem alten Glanz nur die Marienkirche zu bewundern. Überall wo die kleine Bootsflotte anlandete, erregten die Rintelner natürlich Aufsehen und Interesse. Schnell wurden Freundschaften geschlossen und beim EM-Spiel Polen gegen Deutschland saß die Gruppe friedlich im Biergarten mit den Polen zusammen und freute sich über das Spiel. Nach elf Tagen hatte man das Ziel nahe dem Schiffshebewerk in Niederfinow am Oder-Havelkanal erreicht. Alle Teilnehmer waren begeistert von dieser Fahrt. Fred Hoppe bekam neben einem großen Danke schön für die tolle Organisation noch ein Abschiedsgeschenk vom Deutschen Ruderverband. Nach 33 Jahren und 51 Fahrten als Fahrtleiter war dieses seine letzte Fahrt für den DRV - natürlich wird er für seinen Heimatverein weiterhin Wanderfahrten organisieren und geht mit den WSVlern im September wieder auf Tour, dann vom Spreewald nach Berlin.



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