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Kühn, aber nicht tollkühn: Beim Seifenkistenrennen gibt es keinen Totalschaden und keine ernsthafte Verletzung

33 Starter: Vom Feuerblitz bis zum roten Phantom

Krainhagen (sig). Nicht tollkühn, aber zumindest kühn steuerten die kleinen Piloten ihre teilweise schon recht schnittigen Seifenkisten die Straße "Am Lehmhof" hinunter. Beide Hände am Lenkrad, den Kopf etwas nach vorn gebeugt, um den Luftwiderstand zu verringern - so zogen sie ihre Bahn. Vorbei an Strohballen und applaudierenden Zuschauern fuhren die Jungen und Mädchen dem Ziel entgegen. Die erreichte Geschwindigkeit wurde längs der Strecke angezeigt. Im Ziel wurde die benötigte Zeit elektronisch gemessen.

veröffentlicht am 10.09.2008 um 00:00 Uhr

Mit flotter Fahrt dem Ziel entgegen: Auch mit Marke Eigenbau kan

Das Wetter spielte mit. Zuschauer hätten es einige mehr sein können. Aber sie verteilten sich diesmal mehr als sonst. Die meisten blieben im Startbereich und in der Mitte der Rennstrecke, wo sich Verpflegungsstationen befanden. Den medizinischen Beistand leistete wieder der Krainhäger Arzt Dr. Jens Schneider. Erfreulicherweise musste er nicht viel eingreifen. Schürfwunden an den Ellenbogen zog sich der 14-jährige Patrick Kirst zu, der im Zielbereich wohl zu heftig bremste und deshalb umkippte. Das Fahrzeug mit der sächsischen Bezeichnung "Mutschekibchen", was Marienkäfer bedeutet, wurde dabei auch etwas lädiert. Hier und da versteuerte sich mal ein Pilot und brauchte deshalb eine längere Zeit für einen seiner zwei Wertungsläufe. Totalschaden entstand jedoch an keinem der Selbstgebauten oder professionellen Gefährte. Fantasievoll waren die Bezeichnungen. Es gab "Opas Kiste", den "Rasenden Hasen", den "Nienstädter Blitz", den "Feuerblitz", das "Rote Phantom" und die "Rote Göttin" - wohl in Anlehnung an die Farbe der Ferraris. Ein besonderes Erlebnis bescherte diese Veranstaltung dem siebenjährigen Torben Schneider. Erst einen Tag vor dem Start bastelte er sich zusammen mit seinem Vater eine Seifenkiste zusammen. Das Fahrgestell stammt von einem Kettcar. Damit schaffte Torben in seiner Klasse gleich einen hervorragenden dritten Platz. Unserer Zeitung berichtete er danach: "Ich fuhr so schnell ich konnte, ohne zu bremsen. Auch hinter dem Ziel fuhr ich einfach weiter. Das hat richtig Spaß gemacht. Ich freue mich schon auf das nächste Mal; dann ist auch meine Schwester Jule so alt, dass sie mitmachen darf." Die Mitglieder der Krainhäger Bürgerrotts und des Rotts Röhrkasten war es zunächst einmal wichtig, dass es mit 33 Startern ein durchaus zufrieden stellendes Teilnehmerfeld gab. Außerdem zeugte der reibungslose Ablauf von einer guten Organisation. Die beiden Rottführer Bernd Harmening und Klaus Brinkmann können sich beruhigt zurücklehnen. In zwei Jahren sollte es eine Wiederholung geben.

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