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Vor Gericht: Sechs Monate Haft / Auf "Vati-Party" grundlos jungen Mann geschlagen

30-Jähriger nutzt "allerletzte Chance" nicht

Bückeburg (ly). Auf Schläger wirkt die "Vati-Party" in Rusbend bekanntlich äußerst anziehend. Einen dieser Brutalos hat das Bückeburger Amtsgericht jetzt zu sechs Monaten Haft verurteilt. Grundlos hatte der polizeibekannte Obernkirchener (30) am Himmelfahrtstag gegen 19 Uhr einen jungen Mann aus dem Auetal, den er nicht einmal kannte, mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das Opfer stand am Straßenrand, es hätte jeden treffen können. Durch den Schlag erlitt der 18-Jährige einen Bluterguss am Auge. Außerdem brachen ihm an zwei Zähnen Teile ab.

veröffentlicht am 21.11.2007 um 00:00 Uhr

Womöglich muss der Schläger deutlich länger als ein halbes Jahr ins Gefängnis. Aus früheren Verurteilungen hat der Arbeitslose noch zwei einschlägige Bewährungen offen, deren Widerruf nun droht, zusammen weitere sieben Monate Haft. Insgesamt gehen zehn Vorstrafen auf das Konto des 30-Jährigen,die Hälfte davon wegen Körperverletzung. Zuletzt hatte der Obernkirchener als "allerletzte Chance" Bewährung bekommen - und diese nicht genutzt, wie der Rückfall am "Vatertag" zeigt. Verteidiger Stephan Schuster hat bereits Berufung angekündigt. Die Zeit bis zur Verhandlung vor dem Landgericht könnte Schusters Mandant nutzen, um sein Leben in den Griff zu kriegen, einen festen Job zu finden und die Finger vom Alkohol zu lassen, denn der Suff gehört offenbar zu den größten Problemen des Wiederholungstäters. Im jetzt zu Ende gegangenen Prozess hatte Richter Armin Böhm positiv berücksichtigt, dass der Schläger sich zwischenzeitlich entschuldigt hat und zum Zeitpunkt des Angriffes als Folge übermäßigen Alkoholgenusses vermindert schuldfähig war. Auch das Geständnis des Angeklagten wirkte sich zu dessen Gunsten aus - wenn man es denn so nennen möchte. Erst nach mehreren Unterbrechungen rang der 30-Jährige sich ab, es könne so gewesen sein, wie es in der Anklageschrift stehe, genau wisse er es aber nicht mehr. Zu Beginn des Prozesses hatte er hartnäckig geleugnet und mehrere Zeugen aufgeboten, die dies bestätigen sollten. Mit seiner Entscheidung war Richter Böhm dem Antrag von Staatsanwalt Günter Wilkening gefolgt. Vor dem nächsten Himmelfahrtstag setzt die Polizei auf Vorbeugung. Im Frühjahr soll es deshalb Gespräche geben, unter anderem mit Jugendamt, Stadt und Staatsanwaltschaft, wie Pressesprecher Burkhard Rolfsmeier jetzt auf Anfrage erklärte. Nach der jüngsten "Vati-Party" hatten Rolfsmeier, Polizeichef Werner Steding und Christoph Hose, Leiter des Ermittlungsdienstes, chaotische Zustände beklagt. "Wir haben noch nie so viele betrunkene Kinder, Jugendliche und Erwachsene an einem Ort gesehen", hieß es auf einer Pressekonferenz. "Ganz schlimm." Ausgedrückt hatte sich dieses Chaos unter anderem in zwei Raubüberfällen, acht Diebstählen, neun Körperverletzungen, elf Platzverweisen sowie 22 Überprüfungen von Personen. Zum Schluss waren weit mehr als 40 Beamte im Einsatz.



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