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Mit Fackeln, Laternen, Gesang und Musik vom Kollegienplatz durch die Altstadt

300 Kinder staunen beim Umzug: Sankt Martin ist ein Mädchen!

Rinteln (ur). Weitüber 300 Kinder mit ihren Eltern und Großeltern haben sich am Martinstag auf dem Kollegienplatz gesammelt und in der reformierten Kirche, um am gemeinsamen Martinsumzug der Rintelner Kirchengemeinden teilzunehmen.

veröffentlicht am 13.11.2008 um 00:00 Uhr

Nina Mohrmann aus Exten als Sankt Martin auf Haflinger Sally - e

Das Gotteshaus war bis auf denn letzten Platz besetzt, als Pastor Heiko Buitkamp dort die Martinsgeschichte erzählte und dazu über den Beamer die passenden Illustrationen projizierte. Nach dem gemeinsamen Gebet und dem Martinslied ging es dann mit Pfarrer Michael Nettusch quer durch die Rintelner Altstadt auf den Weg zur katholischen Kirche - angeführt vom Jugendblasorchester der Stadt Rinteln unter Leitung von Martin Borowski und begleitet von Mitgliedern des Technischen Hilfswerks, die mit ihren Fackeln zusätzliche Akzente zum Meer der bunten Lampions setzten. Im Mittelpunkt des Umzugs aber stand zweifellos Sankt Martin auf seinem Pferd - wobei durchaus akzeptiert wurde, dass der mildtätige Mann von einer jungen Reiterin dargestellt wurde, wie dieser spontane Ausruf einer vielleicht fünfjährigen Teilnehmerin verdeutlicht: "Sankt Martin ist ja ein Mädchen, genau wie Mama und ich!" Über den Markt- und Kirchplatz erreichte der Umzug schließlich den Kapellenwall, wo im Pfarrheim von St. Sturmius schon der alkoholfreie Punsch wartete und die Kinder mit einem Stutenkerl für ihren unermüdlichen Gesang belohnt wurden. Einige Eltern mit ihren Kindern hatten sich bereits am Vorabend auf dem Kollegienplatz eingefunden, da sie sich offenbar noch an den 10. November als Martinstag im protestantischen Schaumburg in Erinnerung hatten, konnte der Reformator Martin Luther doch an diesem Tag seinen Geburtstag feiern. "Imökumenischen Geist aber hat man sich auf den 11. November als den eigentlichen Martinstag besonnen - und im nunmehr vierten Jahr dieser Gemeinsamkeit hat sich bestätigt, dass dies auch von Kindern und Eltern angenommen wird", freute sich Pastor Buitkamp angesichts des regen Zulaufs. Immerhin ist es damit auch gelungen, gegenüber der aus den USA herüberschwappenden Halloween-Mode wieder Boden gut zu machen für den alten Volksbrauch. Da störte es dann auch nicht weiter, als am Marktplatz ein Häuflein versprengter Karnevalisten mitsamt einigen Tanzmädchen dem klingenden und leuchtenden Umzug mehrfach ein "Rinteln Helau" nachriefen.



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