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SPD-Kandidat Wilde fordert günstigeres Schulzentrum Nord

21,2 Millionen Euro: „Das sprengt alles“

Hameln. Die Summe ist gewaltig – die Zustimmung in der Politik bisher dennoch überwältigend: 21,2 Millionen Euro soll der Umbau des Schulzentrums Nord nach derzeitiger Planung kosten. Ralf Wilde, Oberbürgermeisterkandidat der SPD, warnt nun jedoch: „Das sprengt alles“, sagt er mit Blick auf den städtischen Haushalt. Wilde setzt nun auf den noch ausstehenden Architektenwettbewerb, der das Projekt günstiger machen soll. „Es muss doch möglich sein“, hofft der OB-Kandidat zudem, „zwischen Stadt und Landkreis eine Lösung zu finden, die nicht irgendwann zu dem Vorwurf führt, wir würden Geld verbrennen.“

veröffentlicht am 28.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 19.05.2015 um 17:47 Uhr

Von der Kostenentwicklung bei den Umbauten am Schulzentrum hätten sich offenbar „in der Politik viele überrollen lassen“, sagt der derzeitige Umweltchef des Rathauses. Die Kosten sprangen zuletzt von 16,5 auf über 20 Millionen Euro.

„Brücke wäre

wohl günstiger als eine neue Mensa“

Die Stadt hofft nun auf Hilfe vom Landkreis. Dieser soll die Hälfte der Kosten tragen. Bisher will der Kreis jedoch lediglich ein Viertel als Zuschuss, ein weiteres Viertel als Darlehen gewähren. Eine andere Möglichkeit wäre, dass das Gesamtprojekt an den Landkreis ginge – wenn dieser die Trägerschaft der weiterführenden Schulen übernähme. Doch ob es zu dieser Übergabe – die Wilde klar befürwortet – kommt, ist letztlich noch offen. Der SPD-Kandidat spricht von „Signalen“, dass der Kreis die Planung für den Umbau der Integrierten Gesamtschule (IGS) und des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) im aktuellen Umfang nicht mittragen würde.

Die Diskussion mit dem Landkreis, räumt Wilde ein, könne auch dazu führen, über die baulichen Standards des Schulzentrums nachzudenken – wobei es nicht um „Abbrüche in der schulischen Qualität“ gehen soll. Mit einem Mensa-Neubau allerdings habe er „gewisse Probleme“, sagt der SPD-Kandidat. Vorstellbar ist für ihn, die Kantine auf dem Gelände der Linsingenkaserne für das Schulzentrum zu nutzen. Um dorthin zu gelangen, müssten die Schüler die Basbergstraße überqueren – ein Sicherheits- und Versicherungsproblem. Allerdings: „Sogar eine einfache Brücke zu bauen, wäre wohl günstiger als eine neue Mensa.“ Dies sei im Rahmen des Architekturwettbewerbs zu prüfen. Mindestens 1,6 Millionen Euro sind für die neue Mensa eingeplant, die bestehende AEG-Mensa soll zum „Selbstlernzentrum“ werden.

Wilde erhebt keine Vorwürfe gegen Ratspolitiker – weder gegen die vom CDU-Kandidaten Claudio Griese geführte schwarz-grüne Mehrheitsgruppe noch gegen die Fraktion seiner eigenen Partei. „Es ist wohl kaum jemandem bewusst gewesen, wohin wir uns entwickeln“, sagt Wilde zur Kostenexplosion. Das von der SPD nach wie vor geforderte noch einmal 1,1 Millionen Euro teurere „große Paket“ – inklusive Mini-Sporthalle – sei letztlich zwischen Stadt und Kreis so abgestimmt worden.

Nun jedoch steht die verschuldete Stadt vor einer gewaltigen Investition. „Wenn wir das so beschließen, müssen wir uns über alles, wo sich die Stadt entwickeln muss, nicht mehr unterhalten“, warnt Wilde. Als Beispiele nennt er die Investitionen in die Feuerwehrhäuser, die fällige Rathaussanierung und das Weserufer. Und die 21,2 Millionen, sagt der SPD-Kandidat, „haben wir nicht herumliegen. Das sind Schulden on top“.

Die bestehende Mensa am Albert-Einstein-Gymnasium soll weichen, eine neue für das Schulzentrum Nord gebaut werden. OB-Kandidat Ralf Wilde meldet angesichts dieser Planung Zweifel an.

Wal/Dana



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