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Fünf Gruppen am Dreikönigstag ausgesandt / Sammeln für Kinder auf Madagaskar

20*C+M+B*07: Sturmius-Sternsinger bringen Segen in Rintelns Häuser

Die Sternsinger der St.-Sturmius-Gemeinde sind am Sonnabendvormittag feierlich ausgesandt worden. Foto: who Rinteln (who). Am 6. Januar feiern die katholischen Christen mit Sternsingermärschen den "Dreikönigstag". Die Rintelner St.-Sturmius-Gemeinde, die ebenfalls diese Tradition pflegt, hat am Sonnabendvormittag wieder ihre eigenen Sternsinger feierlich ausgesandt.

veröffentlicht am 08.01.2007 um 00:00 Uhr

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Laut der Legenden der katholischen Kirche sollen die Umzüge an die Weisen aus dem Morgenland erinnern, die das neu geborene Jesuskind mit ihren Gaben begrüßt haben und die in der späteren Überlieferung zu den Königen mit Namen Caspar, Melchior und Balthasar geworden sind. Verkleidete Erwachsene - oder wie in der Sturmius-Gemeinde drei als Könige verkleidete Kinder - ziehen deshalb von Haus zu Haus und sammeln Spenden für einen wohltätigen Zweck. Dabei wird ihnen ein Stern vorangetragen, der jenen Stern symbolisieren soll, der den Weisen aus der biblischen Geschichte den Weg zum Stall in Bethlehem gewiesen hat, in dem Jesus geboren wurde. Statt Gaben zu bringen, haben die Gemeindekinder von St. Sturmius wieder um Spenden für einen wohltätigen Zweck gebeten, diesmal für Kinder auf der Insel Madagaskar. Zuvor waren sie von Pfarrer Michael Nettusch und Gemeindemitgliedern im Rahmen einer kleinen Andacht in der Kirche am Kapellenwall feierlich ausgesandt worden - nicht ohne den "Kreidesegen" und ohne ihr Lied für die Hausbesuche vorgetragen zu haben. "Walk in the light" - oderübersetzt: "Geh' im Licht" - besagen die Verse, die die Kinder an den Haustüren gesungen haben, überall dort, wo Gemeindeglieder oder andere Rintelner sie zuvor eingeladen hatten. "Wir haben dieses Jahr verhältnismäßig viele Kinder", erklärt Anja Spohr, die ihre Tochter Michelle und ihren Sohn Marius auf dem Weg begleitet. Insgesamt stellten die Kommunionkinder den größten Anteil unter den augenblicklich neun- bis zehnjährigen Rintelner Sternsingern. "Die Kinder haben heute sehr viele Termine bei jeweils etwa 15 Hausbesuchen", hob Pfarrer Nettusch anerkennend hervor, bevor er fünf Vierergruppen aus je drei "Königen" und einem Sternträger auf den Weg schickte. Dabei war er selber beziehungsweise das Pfarrhaus die erste "offizielle" Anlaufadresse neben dem evangelischen Johanniskirchzentrum und dem Rathaus, bevor die fünf Gruppen zu den Privathäusern zogen. Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz hatte extra am arbeitsfreien Sonnabend das Rathaus aufgeschlossen, um die Sternsinger zu empfangen. Natürlich hielt er schon einen Umschlag mit einer Spende bereit und nahm gerne den Segensspruch für das Jahr 2007 entgegen. Und natürlich brauchte er keine Erklärung mehr dafür, was es mit dem "Kreidesegen" bei der Aussendung auf sich hat. Damit wird erst einmal die Kreide gesegnet, mit der die Sternsinger nach den Hausbesuchen ihren Segen über die Haustüren schreiben. "20*C+M+B*07" steht es jetzt über dem hinteren Rathauseingang deutlich sichtbar geschrieben. Was das bedeutet, ist kein Geheimnis: 2007 meint das aktuelle Jahr, und die Buchstaben stehen für die lateinischen Worte "Christus Mansionem Benedicat" und das bedeutet: "Christus segne dieses Haus". Am 14. Januar beendet die St.-Sturmius-Gemeinde das Dreikönigsfest mit einem Abschlussgottesdienst in der Kirche am Kapellenwall. Am Tag davor gebe es noch einen Höhepunkt, erklärt Anja Spohr: "Dann fahren wir mit den Kindern zum Besuch bei unserem Bischof Norbert Trelle in Hildesheim, der an diesem Tag mehrere hundert Sternsinger aus dem gesamten Bistum empfangen wird."



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