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Revierleiter: "Fällen dieses Baumes etwas ganz Besonderes" / Arbeit nach 30 Minuten erledigt

200-jährige Eiche fällt für Rodenberger Mühle

Auhagen (web). Ein immer lauter werdendes Knacken und Knirschen in den Fasern, dann ein "Achtung, Baum fällt" und die rund 200 Jahre alte Eiche stürzt mit einem atemberaubenden Getöse zu Boden - diese Szene ist vor wenigen Tagen in der Auhäger Revierförsterei zu beobachten gewesen.

veröffentlicht am 21.03.2008 um 00:00 Uhr

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"Die Eiche ist für die vor drei Jahren teilweise niedergebrannte Rodenberger Windmühle gedacht", berichtete Revierleiter Andreas Brandt. Das Sägewerk Alder in Auhagen hatte den Auftrag erhalten, Holz für die Welle - das Befestigungsstück für die Flügel - der Mühle zu beschaffen und zuzusägen. "Wir sollen ein Holzstück mit dem Tiefen- und Breitenmaß von 71 mal 71 cm über eine Länge von 5,20 Meter herstellen", erläuterte Hans-Hennig Alder vom gleichnamigen auf Eichen- und Lärchenholz spezialisierten Sägewerks. Für dieses Vorhaben war die etwa 200 Jahre alte Eiche mit einem Stammumfang von 3,30 Metern und einer Höhe von 25 Metern in der rund 1800 Hektar großen Revierförsterei Auhagen ideal. "Das Fällen dieses Baumes ist nichts Alltägliches, sondern etwas ganz Besonderes", erläuterte Brandt im Arbeitsvorfeld. Bevor der mächtige Baum zu Fall gebracht werden konnte, musste dessen Umfeld von Stolperfallen, kleineren Bäumen und Gestrüpp befreit werden. Anschließend entfernten Günther Thiemann und Patrick Genetzke vom Forstunternehmen Beyer die Wurzelläufe - aus einem ganz speziellen Grund: "Wir wollen so tief wie möglich mit der Säge ansetzen, damit der gesamte Stamm genutzt werden kann", erläuterte Brandt. Damit die beachtliche Eiche schließlich wie ein Scharnier an der gewünschten Stelle abklappte, sägte Genetzke mit der Motorsäge Fällkerben in den dicken Stamm, die Thiemann wiederum herausschlug. Keine 30 Minuten brauchte das geübte Team bis ein ohrenbetäubendes Bersten von Holz die Stille des Waldes erfüllte und der Baum kippte. "Es ist Wahnsinn, wie lange so ein Baum zum Wachsen braucht", bemerkte der Revierleiter, "und wie schnell er gefällt ist." Anschließend wurde ein 5,80 Meter langes Stammstück mit der Motorsäge abgetrennt. Um das mehr als fünf Tonnen schwere Holzstück abzutransportieren, musste ein "Rückefahrzeug" auf einem Tieflader in den Wald gebracht werden. Mithilfe dieses Fahrzeuges konnte der Baum an einem Stahlseil durch die sogenannte Rücke gasse zur Straße gezogen werden. "Alle 20 Meter finden sich weiße Markierungen, die die Rückegasse begrenzen - die Fahrzeuge sollen nur dort entlang und nicht kreuz und quer durch den Wald fahren", schilderte Brandt. Nach dem Zusägen des Stammes in dem Auhäger Sägewerk Alder wird die abschließende Bearbeitung an anderer Stelle vorgenommen.



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