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Überraschend klarer Sieg / Verlierer Rammelsberg tritt aus der Partei aus

18 zu 9: CDU wählt Schulze-Elvert zum Bürgermeister-Kandidaten

Obernkirchen/Gelldorf (sig). Ein für viele überraschendes Ergebnis hat die geheime Wahl des CDU-Stadtverbandes am Donnerstagabend im Hofcafé Eggelmann ergeben: Mit 18 zu 9 Stimmen setzte sich der 43-jährige Berufsoffizier Martin Schulze-Elvert gegen das favorisierte Vorstandsmitglied des Stadtverbandes, Robert Rammelsberg, durch. Der Unterlegene hat aus diesem Ergebnis umgehend die Konsequenzen gezogen. Er ist aus der CDU ausgetreten und will auch seine ehrenamtliche Arbeit für das Sonnenbrinkbad und den Verein für Wirtschaftsförderung vorzeitig beenden.

veröffentlicht am 22.04.2006 um 00:00 Uhr

Horst Sassenberg gibt das Ergebnis bekannt, Robert Rammelsberg (

Der siegreiche Kandidat sprach anschließend davon, er habe sich bei diesem "Duell" nur eine 20-prozentige Chance ausgerechnet. Dagegen spricht jedoch die Tatsache, dass schon vor Beginn der entscheidenden Sitzung im Hofcafé ein vierfarbiger Faltprospekt auslag, mit dem er sich als Bürgermeisterkandidat für Obernkirchen vorstellt. Darin ist eine Reihe seiner Leitlinien für eine kompetente und bürgernahe Verwaltung enthalten. Der Stadtverbandsvorsitzende Horst Sassenberg teilte vor dem Wahlgang den Versammlungsteilnehmern mit, weshalb er für sich die Entscheidung getroffen habe, nicht anzutreten. Beim Amtsantritt am 1. April 2007 wäre er 62 Jahre alt und hätte damit die vorgesehene Amtszeit von acht Jahren gar nicht voll bekommen. Immerhin habe ihm die Tätigkeit als ehrenamtlicher Bürgermeister viel Spaß bereitet. Es sei für die CDU kein Problem gewesen, mindestens drei bis fünf Bewerber für die Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister in Obernkirchen aufzubieten, die mit viel Akzeptanz bei den Bürgern rechnen konnten, ließ das Stadtoberhaupt verlauten. Am Ende seien es dann aber zwei gewesen, die man für äußerst kompetent ansehe. Der Vorstand des Stadtverbandes habe deshalb darauf verzichtet, den Mitgliedern einen Vorschlag zu unterbreiten. Abschreckend war offensichtlich auch das Beispiel der Sozialdemokraten in Stadthagen, wo die Parteimitglieder nicht der Empfehlung des Vorstandes gefolgt sind. Bei den anstehenden Kommunalwahlen möchte man möglichst 13 Mandate schaffen einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters. Das reiche für eine Mehrheit im neuen Rat, der insgesamt 24 Sitze aufweisen wird. Beate Krantz habe die Gruppe, die von den Sozialdemokraten einst als "Hühnerhaufen" bezeichnet worden sei, sehr gut geführt, schloss Sassenberg sein Resümee. Martin Schulze-Elvert zeigte sichüberrascht über die Höhe seines Sieges. "Ich will Bürgermeister werden, weil ich es kann und mit 43 Jahren auch keine Übergangslösung bin", erklärte er. Seinen Parteifreunden versprach er, einen professionellen Wahlkampf zu führen und dafür auch die Kosten zu übernehmen.

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