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Vor Gericht: Prozess um Sex in der Feldmark / Gericht hört psychiatrischen Sachverständigen

15-Jährige musste in stationäre Behandlung

Rinteln/Bückeburg (maf). Mit der Vernehmung von einem Dutzend Zeugen ist das Sexualstrafverfahren gegen einen 22 Jahre alten Rintelner fortgesetzt worden. Laut Anklage soll der Mann an einem Dezemberabend 2005 ein damals 15-jähriges Mädchen vergewaltigt haben, indem er die ihm bekannte Schülerin im Auto zum Oralsex gezwungen hatte (wir berichteten).

veröffentlicht am 19.11.2008 um 00:00 Uhr

Am zweiten Verhandlungstag sagte ein Arzt aus, in dessen psychiatrischer Ambulanz das Mädchen etwa drei Wochen nach dem Geschehen in der Feldmark erstmals Hilfe gesucht hatte. Seitdem war die Schülerin etwa dreißig Mal bei ihm in ambulanter Behandlung. Dass sie ihm etwas vorgespielt hatte, hielt er für "extrem unwahrscheinlich". Eine empfohlene stationäre Therapie aufgrund einerdiagnostizierten und andauernden posttraumatischen Belastungsstörung lehnte die Jugendliche lange ab. Inzwischen hat sie sich im September und Oktober in stationäre Behandlung begeben. Vor der Großen Jugendkammer des Bückeburger Landgerichts wurde jetzt auch eine Polizistin gehört, die das Mädchen zwei Tage nach dem Vorfall vier Stunden lang vernommen hatte. Ihr hatte die damals 15-Jährige das Geschehen detailliert geschildert und von erzwungenem Oralverkehr gesprochen. Schließlich äußerte sich ein Polizist zu einem Gespräch mit dem Angeklagten wenige Tage nach dem Ereignis. Dabei hatte der Rintelner dem Beamten berichtet, dass es auf dem Feldweg zu einem sexuellen, allerdings einvernehmlichen, Kontakt gekommen sei. Außerdem sagte der damalige Freund der Schülerin vor der Jugendkammer aus. Ihm hatte sich die Jugendliche einen Tag nach dem Vorfall im Dezember 2005 anvertraut und - wie auch weiteren Frauen - von der Sache erzählt. In der Verhandlung wurdeüberdies erörtert, ob es schon vor der angeklagten Tat sexuelle Handlungen zwischen dem heute 22-jährigen Rintelner und der Schülerin gegeben habe. Mehrere junge Männer sagten vor Gericht, dass ihnen der Angeklagte beziehungsweise ein noch zu vernehmender Zeuge erzählt hätten, dass es bereits früher zwischen den beiden zum Oralsex gekommen sei. Heute wird der Prozess mit der Anhörung weiterer Zeugen fortgesetzt.



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