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Hofkammer saniert und erweitert die "Orangerie" im Palaisgarten /Übergabe im Dezember

1500 Quadratmeter "Freiraum" für die Justiz

Bückeburg (rc). Wo einst die Palmen und Südfrüchte des Fürsten vor Schnee und Frost geschützt wurden, werden demnächst Richter und Staatsanwälte über ihren Akten brüten und den angemessen Strafenkatalog für die Angeklagten ausarbeiten: in der "Orangerie". Am 1. Dezember soll das Gebäude im Palaisgarten unmittelbar hinter den Justizbehörden an der Herminenstraße übergeben werden. Derzeit saniert und renoviert der Besitzer, die Fürstliche Hofkammer, das Gebäude von Grund auf, um es für die Belange der Justiz herzurichten.

veröffentlicht am 30.08.2006 um 00:00 Uhr

Einen siebenstelligen Betrag investiert die Hofkammer in Sanieru

Wieviel Geld investiert wird, wollten Hofkammer-Chef Andreas von Graevemeyer und Bauleiter Dietmar Weh nicht exakt beziffern: "Ein siebenstelliger Betrag." Neben der Sanierung wird derzeit am westlichen Giebel des lang gestreckten Gebäudes ein zusätzlicher Anbau von zehn Metern Länge errichtet. Er ist in Stil und Aussehen dem Alt-Gebäude angepasst, wird nach der Fertigstellung mit ihm zu einem Baukörper verschmelzen. In den vergangenen Wochen ist das Altgebäude, das 1895 errichtet wurde, komplett entkernt worden . Derzeit sind die Trockenbauer dabei, zusätzliche Wände und die Dämmung einzubauen. Auch die komplette Haustechnik wie Strom, Wasser, Abflüsse oder Heizung wird erneuert. Dazu kommen Kabel, um später die Vernetzung der Computer der Justiz zu gewährleisten. Das Dach ist abgedeckt. Derzeit wird noch mit dem Denkmalpfleger verhandelt, ob erneut eine Schieferdeckung aufgebracht wird, oder ob Tonpfannen den Stil des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes treffen. Beim Abdecken traten an manchen Dachbalken Fäulnisstellen durch eingetretene Feuchtigkeit zutage. Diese Balken müssen jetzt aufwändig ersetzt werden. Der Rest der Balken des teilweise in Fachwerk errichteten Gebäudes ist dagegen in Ordnung. Insgesamt werden der Justiz 1500 Quadratmeter neue Nutzfläche zur Verfügung stehen - und damit die Zeiten von beengten Räumlichkeiten und mehreren Außenstellen ein Ende haben. Neben diversen Büros wird im Erdgeschoss ein 120 Quadratmeter großer Sitzungssaal samt Richterzimmer und einer Zelle für die Angeklagten entstehen. Zwischen Alt- und Neubau wird von der Parkseite aus der Haupteingang in das Gebäude führen, am westlichen Ende - im Neubau - wird das Treppenhaus nach oben führen. Auch ein Aufzug wird eingebaut, so dass das Gebäude behindertengerecht ist. Die Anbindung an die Justizgebäude an der Herminenstraße wird über einen acht Meter langen, überdachten Übergang erfolgen. Er führt vom ersten Obergeschoss der "Orangerie" in das Obergeschoss des derzeit von der Staatsanwaltschaft genutzten rückwärtigen Gebäudes der Justiz. Durch diesen Übergang wird zu einem ein reibungsloser Ablauf der Arbeitsprozesse gewährleistet. Zum anderen wird damit aber auch das alte Justizgebäude einen behindertengerechten Zugang erhalten - den ersten. Diese Woche soll bereits das Richtfest auf dem Anbau gefeiert werden. Reichlich Arbeit bleibt dennoch, wie Weh sagte, aber: "Wir werden den ambitionierten Zeitplan 1. Dezember einhalten." Nach derÜbergabe sollen im Außenbereich noch Stellplätze für die Autos entstehen. Die Zu- und Abfahrt ist bisher noch durch das enge, die Sicht behindernde Tor auf die Georgstraße geplant. Derzeit wird verhandelt, ob eine Anbindung über den Parkplatz der Justiz auf die Herminenstraße möglich ist. Dazu müsste aber die alte Gewächshausmauer durchbrochen werden, wo wiederum der Denkmalpfleger ein gewichtiges Wort mitzureden hätte. Insgesamt bezeichnete der Hofkammerchef die Entscheidung des Justizministeriums zur Anmietung der Orangerie als "wichtigen Pflock" für die Bückeburger Justiz. Damit sei eine nachhaltige Stärkung des Justizstandorts gelungen - immerhin beträgt die Laufzeit des Mietvertrags 25 Jahre. Auch für die Hofkammer sei die Vermietung wichtig, da damit ein Baudenkmal in seinem Bestand erhalten und sinnvoll genutzt wird.

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