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Liekweger Straße besonders betroffen / Fast 95 Prozent fahren zu schnell

"150 Sachen" an der Bergkette

Nienstädt/Liekwegen (gus) . Die Samtgemeinde Nienstädt hat umfangreiche Tempomessungen machen lassen. Fünf Jahre lang wurde an 61 Stellen an jeweils mehreren Tagen überprüft, wie schnell die Autofahrer unterwegs sind. Unsere Zeitung stellt die Ergebnisse in vier Folgen vor. Heute: Rasen in Nienstädt.

veröffentlicht am 07.06.2008 um 00:00 Uhr

Florian Stuckert und Anne-Rose Anderke fordern einen Zebrastreif

An vier Tagen in vier unterschiedlichen Jahren ist an der Liekweger Straße der Verkehr in Richtung Wendt hagen gemessen worden. Das Ergebnis: 159 von 3068 Fahrzeugen hatten nicht mehr als die erlaubten 50 Kilometer pro Stunde auf dem Tacho. Anders ausgedrückt: Nur etwas mehr als fünf Prozent der Verkehrsteilnehmer halten sich an das Tempolimit. Damit ist die Straße entlang der Bergkette absoluter Spitzenreiter innerhalb der Gemeinde Nienstädt. Auch an vier weiteren Punkten im Zuge der Strecke sind häufige und deutliche Tempoverstöße registriert worden. Bestraft wurde niemand. Es handelte sich lediglich um eine Bestandsaufnahme. Damit ist belegt, was die Anwohner der Liekweger Straße schon lange bemängeln. Die vier Kilometer lange Straße, an der durchgehend 50 Stundenkilometer erlaubt sind, lädt förmlich zum Rasen ein. Dabei stören sich die Anlieger schon kaum noch an Fahrzeugen die mit geschätzten 60 bis 70 "Sachen" vorbeirauschen, so Anne-Rose Anderke. Was Sorge bereite, seien die noch schnelleren Raser. Auch diese sind von der Samtgemeinde dokumentiert worden. Etwas mehr als sechs Prozent der erfassten Fahrzeuge ist mehr als 30 Stundenkilometer zu schnell gefahren - also mindestens 86, rechnet man denüblichen Toleranzwert von fünf Kilometern pro Stunde hinzu. "Gefühlt", meint Tanja Rost, haben einige Motorrad- und Autofahrer an die 150 Sachen drauf. Das schätzt auch Hans-Peter Anderke. Ein Fahrer hat vor einiger Zeit Rosts Hund getötet. Florian Stuckert weiß von gemessenen 105 Stundenkilometern an einem der vier Kontrolltage. Direkt vor Uschi Lenz' Grundstück war der betreffende Messpunkt. Zwischen Gartentor und Straße befindet sich nur die Gosse. Deshalb sei es lebensgefährlich, das Grundstück zu verlassen. Stuckert fordert zusätzlich zum geplanten Gehweg an der Stelle, der Schulkindern mehr Sicherheit bringen soll, Schikanen auf den Straßen, denn der Fußweg werde den Rasern kaum Einhalt gebieten. Derzeit hilft Hans-Peter Anderke den Schülern aus, indem er regelmäßig einen Grünstreifen mäht. "Dann können die Kinder dort lang gehen und nicht auf der Straße", sagt er. Zu deren Schutz fordern die Bewohner der Liekweger Straße auch einen Fußweg direkt vor der Bushaltestelle im Bereich des Hauses mit der Nummer 84. Die Liekweger Straße ist kein Einzelfall. Auch an der Kreisstraße 22 und der Kirchhorster Straße sind erschreckend hohe Werte gemessen worden. Zwischen 70 und 85 Prozent liegt dort die "Raser-Quote".

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