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Bundesamt erteilt Absage: Stadt und Verein für Jugendarbeit müssen sich erst zusammenraufen

150 000 Euro will keiner aufs Spiel setzen

Hessisch Oldendorf (doro). 150 000 Euro für die Jugendarbeit in Hessisch Oldendorf standen seit geraumer Zeit auf dem Spiel, weil die Stadt Hessisch Oldendorf und der Verein für Jugendarbeit keinen gemeinsamen Nenner für ihre Zusammenarbeit finden konnten. Kompetenzgerangel und ungeklärte Zuständigkeiten trübten das Miteinander. Die Folge: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erteilte dem Projekt „HO-Kids überall dabei“ – zunächst – eine Absage. Grund: Das positive Votum der Stadt Hessisch Oldendorf fehlte, in dem die Kommune ihre Bereitschaft erklärt, das Projekt zu unterstützen, sei es durch die Bereitstellung eigener Infrastruktureinrichtungen oder sächlicher Mittel.

veröffentlicht am 03.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.03.2010 um 14:55 Uhr

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Aber noch ist nichts verloren: Bis zum 31. Oktober hatten Verein und Stadt die Möglichkeit, sich an einen Tisch zu setzen, und den Antrag neu zu formulieren. Und das haben sie getan. In der letzten Woche trafen sich der Verein und politische Vertreter, um neue Wege zu be-schreiten. Das frische Schreiben liegt nun auf dem Schreibtisch von Hans-Hajo Harms, zuständiger Sachbearbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BaMF). Inhaltlich wollte der Mitarbeiter sich nicht äußern, verwies aber darauf, dass wegen der Bundestagswahl und der damit verbundenen erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erwartenden Verabschiedung des Bundeshaushalts 2010 die Förderung neuer Projekte im kommenden Jahr voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte möglich sein wird, da während der sogenannten „vorläufigen Haushaltsführung „keine neuen Maßnahmen gefördert werden dürfen.“

Bereits im Sommer hatte Landrat Rüdiger Butte bei einem Treffen der Vereinsmitglieder mit Bürgermeister Harald Krüger und Hans-Hajo Harms eindringlich an die beiden Parteien appelliert, sich zu einigen: Den Bürgern der Stadt werde niemand überzeugend darlegen können, weshalb ein solches Projekt habe scheitern müssen. Diese Ansage und die Absage des Bundesamtes haben ihre Wirkung nicht verfehlt.

Zum Hintergrund: Der Verein hatte sich dagegen gewehrt, vonseiten der Verwaltung Instruktionen für die personelle Besetzung seiner Projektarbeit zu akzeptieren und fühlte sich in seiner Eigenverantwortlichkeit angegriffen. Verwaltung und Politik hatten dem Verein ihrerseits vorgeworfen, die notwendige inhaltliche Zusammenarbeit zu verweigern.

Um künftig besser zusammenzuarbeiten und alle Beteiligten vernünftig mit einbeziehen zu können, ist die Konstituierung eines Integrationsbeirates geplant. Hier soll die Integrationsarbeit gesteuert und koordiniert, Projekte initiiert und gebündelt werden. Der Antrag des Vereins beinhaltet die Förderung und Eingliederung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und benachteiligten Familien mit oder ohne Migrationshintergrund. Geplant sind auch der Aufbau eines Beratungsbüros, Streetwork-Tätigkeiten, Jugendförderung, Mitwirkung bei der Einrichtung eines Elterncafés, Gewalt- und Suchtprävention sowie Aufbau und Nutzung eines Netzwerkes in Hessisch Oldendorf.

Die Hoheit über die Integrationsarbeit behält sich der Bürgermeister allerdings vor: „Die Position der Stadt lautet: Integration muss Chefsache im Rathaus bleiben, so wie es der nationale Integrationsplan der Bundesregierung gegenüber den Städten und Gemeinden fordert.“ Integrationsarbeit sei aber nicht nur kommunale, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ein entsprechendes Engagement von anderen gesellschaftlichen Gruppierungen, wie dem Verein für Kinder- und Jugendarbeit, sei daher mehr als begrüßenswert.

Das Kickerturnier war eine Veranstaltung, bei der Stadt und Verein für Kinder- und Jugendarbeit zusammengearbeitet haben.

Foto: pr

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