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Vor Gericht: Betrüger mit mauer Ausrede / Pächterin um Tankrechnung geprellt / Viele Vorstrafen

15 Euro nicht bezahlt - drei Monate Gefängnis

Gelldorf/Bückeburg (ly). Hoch und heilig hat er versprochen, die 15 Euro zu bezahlen. Das war vor mehr als vier Monaten. Jetzt ist es zu spät. Wegen Betruges hat das Bückeburger Amtsgericht einen vielfach vorbestraften Auetaler (47) zu drei Monaten Haft verurteilt. Angeblich aus Versehen hatte der Mann in einer Januar-Nacht ein Portemonnaie ohne Geld eingesteckt, bevor er an einer Gelldorfer Tankstelle Benzin fasste, scheinbar zur Sicherheit seinen Fahrzeugschein hinterlegte, sich aber nicht wieder sehen ließ und am Ende die Pächterin um jene 15 Euro prellte. Die Frau wartet noch heute.

veröffentlicht am 01.06.2007 um 00:00 Uhr

Vor Gericht behauptete der Angeklagte, das Bezahlen schlicht vergessen zu haben. Was für eine maue Ausrede! Richter Armin Böhm und Staatsanwalt Dr. Markus Schreiber nennen dies eine Schutzbehauptung. An seine Schulden war der 47-Jährige nämlich immer wieder erinnert worden. Erst bekam er eine Anzeige, dann eine Anklage, schließlich die Ladung zur Gerichtsverhandlung. Mit ihrer Anzeige hatte die Tankwartin sich einen Monat Zeit gelassen, doch der säumige Kunde rührte sich einfach nicht. Wiederholt beklagte der Auetaler im Prozess sein Los als Hartz-IV-Empfänger, und gerade in jenen Monaten habe es "finanziell ganz, ganz böse gebrannt". Die Tankstelle, so gab Richter Böhm zu bedenken, sei aber nicht dazu da, dies zu finanzieren. Warum der 47-Jährige monatelang nicht gezahlt hatte, obwohl dies vor Gericht deutlich besser ausgesehen und womöglich sogar eine Strafverfolgung verhindert hätte, könnte ein Blick ins Vorstrafenregister des Angeklagten erklären. Neun Eintragungen stehen darin, allein sechsmal wegen Betruges. Vielleicht handelt es sich um einen notorischen Betrüger. Zum Zeitpunkt der Tat in Gelldorf stand der Angeklagte jedenfalls einschlägig unter Bewährung, die nun obendrein widerrufen werden könnte. Erst im September nämlich war der Arbeitslose von einem anderen Gericht zu drei Monaten Haft verurteilt worden, nachdem er einen Container für knapp 600 Euro bestellt und nicht bezahlt hatte. "Betrug ist das typische Delikt, dasder Angeklagte immer wieder begeht", fasste Staatsanwalt Schreiber zusammen. "Ich werde das Geld schnellstmöglich bezahlen", versprach der 47-Jährige in einem letzten Versuch, sich selbst zu retten. Rasch fügte er hinzu: "Sie werden mich hier nie wiedersehen." Das hofft auch Richter Böhm. Zunächst dürfte der Auetaler ohnehin mit Friedrich von Oertzen, Präsident des Landgerichts, Bekanntschaft machen. Gegen das Urteil ist noch Berufung möglich, und darüber verhandelt von Oertzen.



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