weather-image
19°
×

Anmeldung in der Volkshochschule statt im Kreishaus / Wer kann ein Fahrrad spenden?

123 Flüchtlinge kommen an

Stadthagen/Landkreis. Taschen und Koffer haben sich gestern vor der Volkshochschule (VHS) an der Jahnstraße gestapelt, Busse entließen ihre menschliche Fracht: Hier fand nicht etwa eine Bildungsreise ihren Abschluss, vielmehr hatte das Sozialamt des Landkreises die Anmeldung ankommender und bereits registrierter Flüchtlinge in Räume der VHS verlegt. Alle Sitzungssäle in der Kreisverwaltung waren mit einer Veranstaltung belegt.

veröffentlicht am 08.01.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 08.01.2016 um 09:02 Uhr

Autor:

Mehrere Busse brachten insgesamt 123 Schutzsuchende aus Syrien, aus dem Irak und aus Afghanistan in die Kreisstadt, von wo aus sie in Orte im Landkreis und dort in bereitstehende Wohnungen gebracht wurden. Wenige Alleinreisende, dafür etliche Familien mit kleinen Kindern sind angekommen. Die Kleinen waren in Schneeanzüge gekleidet, trugen Bommelmützen und Stiefel: Mit Winterkleidung waren sie bereits ausgerüstet.

Die Flüchtlinge waren zuvor in Standorten der Landesaufnahmebehörde in Bramsche, Braunschweig oder Friedland registriert und untersucht worden. Jetzt haben sie ihre BüMA in der Hand, die „Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender“. Ihren Asylantrag werden sie jedoch wohl erst in etlichen Monaten stellen können, wenn sie hierzu einen Termin erhalten haben, erklärte Stephan Hartmann, Berater für Zuwanderer bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo).

Die nächsten Schritte nach der Anmeldung beim Sozialamt, das seine Tische gestern kurzerhand in der VHS herrichten musste, folgten zügiger. Umgehend wurden die Flüchtlinge in kleinen Gruppen und begleitet von Sozialarbeitern in die Sparkasse gebracht, wo sie ein Konto einrichten konnten zum Empfang ihrer Geldzuwendungen. Oder sie nahmen das Geld bar in Empfang. Anschließend ging es, wiederum gemeinsam mit den deutschen Helfern, in die Wohnungen, die nun erst einmal ihr zu Hause sind. Danach zeigten die Awo-Sozialarbeiter den Angekommenen den Weg zum nächsten Supermarkt, damit sie sich verpflegen können.

Auch weiterhin sind die Helfer für die Flüchtlinge notwendige Ansprechpartner. Neun Sozialarbeiter von der Awo und ein Kollege von der Stadt Rinteln sind derzeit für die Flüchtlinge da, zählte Hartmann auf. 100 bis 150 Flüchtlinge betreut ein Sozialarbeiter. Die Zahl der Helfer werde noch aufgestockt. Sehr hilfreich war am gestrigen Ankunftstag, dass außerdem ein arabisch sprechender Dolmetscher zugegen war.

Wer den Neuankömmlingen helfen möchte, an den hat die Awo eine Bitte: Es werden dringend Fahrräder gebraucht, damit die Flüchtlinge mobil werden, etwa um Ämter aufsuchen zu können. Etliche Schutzsuchende sind im Auetal oder in Wölpinghausen untergekommen. Wer helfen möchte, kann den Awo-Kreisverband telefonisch unter der Rufnummer (05721) 939830 erreichen.

Den 123 Schutzsuchenden, die gestern nach Schaumburg kamen, folgen weitere. 200 pro Woche sollten den Landkreis eigentlich erreichen, so Hartmann, aber das Land komme derzeit mit der Registrierung nicht hinterher.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2020
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt