weather-image
27°
Neue PGB-Werkstatt im Industriegebiet Süd ist bereits in Betrieb / Offizielle Einweihung im März

120 moderne Arbeitsplätze für Behinderte

Rinteln (kl). Offiziell eingeweiht wird sie erst im März, doch die neue 2335 Quadratmeter große Werkstatt der Paritätischen Gesellschaft Behindertenhilfe (PGB) im Industriegebiet Süd ist bereits in Betrieb.

veröffentlicht am 18.02.2008 um 00:00 Uhr

Christine Tegtmeier arbeitet an der Nähmaschine.

Damit hat die PGB das bestehende Werkstattangebot in Rinteln um 120 Arbeitsplätze auf 240 erweitert und gewährleistet Menschen mit Behinderung ein angemessenes Arbeitsumfeld. 82 Plätze in dem neuen, modernen Gebäude sind bereits belegt. Durch die neue Werkstatt konnte der alte Betrieb, der mit 200 Beschäftigten auf 120 Plätzen völlig überbelegt war, entlastet werden. Behinderte Menschen haben das Recht, dass ihre "Teilhabe am Arbeitsleben entsprechend den Neigungen und Fähigkeiten" dauerhaft gesichert ist, so steht es im Sozialgesetz. Diese Vorgabe des Gesetzgebers zu erfüllen, ist eines der Anliegen der PGB. Daran orientiert sich auch das Konzept der Werkstatt mit den verschiedenen Arbeitsplätzen. Den Beschäftigten wird zunächst ein Eingliederungsvorschlag gemacht, der ihren Fähigkeiten entspricht. Nachdem sie einige Zeit in dieser Abteilung gearbeitet haben, beziehungsweise zunächst einmal angelernt worden sind, wird überprüft, ob die Richtung stimmt, oder ob man noch einmal in ein anderes Berufsfeld wechseln sollte. Die Bandbreite der Beschäftigungsmöglichkeiten ist groß. So gibt es Metallverarbeitung, Textilverarbeitung, Montage, Verpackung, Elektrotechnik, Kunststoffrecycling, sowie Garten- und Landschaftspflege. Die Arbeit macht den behinderten Menschen sichtlich Spaß. So kettelt Christine Tegtmeier mit großem Eifer und Sorgfalt Badegarnituren, Susanne Hansen und Yeter Tapkiran recyceln CDs, trennen Papier und Plastik. 10 000 Zulaufventile für Spülkästen werden jede Woche in der Werkstatt der PGB zusammengesteckt. Die PGB-Werkstatt versteht sich dabei als Zulieferer für verschiedenste Firmen in Rinteln sowie im Großraum Hannover bis Bielefeld und kann durchaus im Wettbewerb mithalten. "Auf dem Markt interessiert es später niemanden mehr, wer die Leistung erbracht hat", stellt Werkstattleiter Frank-Mathias Exner klar, "und der Erlös ihrer Arbeit wird den Beschäftigten zu hundert Prozent ausgezahlt." Gearbeitet wird von 7.45 bis 16 Uhr - ganz gewöhnliche Arbeitszeiten, Pausen inklusive. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre in der gesamten Werkstatt - man kennt sich natürlich. Mittags essen alle gemeinsam - das Essen kommt aus der PGB-Küche in Stadthagen. Grundsätzliches Ziel der Rintelner Werkstatt ist es, Menschen mit Behinderung zu helfen und sie zu fördern. Daher setzt die PGB in allen Arbeitsbereichen auf qualifiziertes Personal. Facharbeiter, Meister oder Techniker mit sonderpädagogischer Zusatzausbildung arbeiten gemeinsam mit Sozialpädagogen, Therapeuten, Pflegekräften und Ärzten. Und es gibt eine Schwerstbehindertenabteilung, in der allerdings die Betreuung, nicht produktive Arbeit im Vordergrund steht. In der neuen Werkstatt ist auch ein Medien- und Schulungsraum eingerichtet worden - hier sollen unter anderem Kurse der Volkshochschule angeboten werden. Noch sind Handwerker im neuen Gebäude: Die Wände in der Abteilung für Schwerstbehinderte sollen freundliche Farben bekommen, etliche Meter Kabel müssen noch verlegt werden, und auch die Außenanlagen sind noch längst nicht fertig. Aber wer weiß, ob sich das überhaupt lohnt, denn die Fläche könnte in Zukunft auch für eine erneute Erweiterung der PGB-Werkstatt genutzt werden. "Der Bedarf", so Exner, "ist jedenfalls vorhanden."

In den Pausen haben die Beschäftigten der Werkstatt die Möglichk
  • In den Pausen haben die Beschäftigten der Werkstatt die Möglichkeit, bei einem internen Kiosk einzukaufen, der von Behinderten geführt wird. Hier bedient Andrea Meldner die Kunden. Foto: kl


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare