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Lauenauer Revier erhält junge Buchen, Eichen, Bergahorne und Douglasien als Ersatz für "Kyrill"-Schäden

116 000 Bäume: Aufforstung in Handarbeit

Lauenau (nah). Der Arbeits trupp der Revierförsterei Lauenau hat eine Fleißarbeit begonnen: Die vier Forstwirte bringen in diesen Tagen 12 500 Jungpflanzen in die Erde. Etwa die gleiche Zahl will ein Privatunternehmen setzen. Doch das ist nur ein Anfang: In insgesamt drei Winterperioden sollen rund 116 000 Buchen, Eichen, Berg ahorne und Douglasien die von Sturm "Kyrill" angerichteten Schäden ausmerzen.

veröffentlicht am 11.12.2007 um 00:00 Uhr

Zwischen den Baumruinen pflanzen Forstwirte bereits junge Buchen

Etwa 10 000 Festmeter Holz auf rund 30 Hektar sind in dem großen staatlichen Bezirk zwischen Nienstedt und Bad Nenndorf von Sturmböen gerodet worden. Besonders in der Nähe der Kreuzbuche riss der Sturm breite Lücken in den Bestand. Zwar ist Förster Ralph Weidner froh, "mit einem blauen Auge" davon gekommen zu sein, dennoch bereitet das Naturereignis vomJahresbeginn unerwartet viel Arbeit. Es ist nicht nur ein Kampf gegen Schädlinge, die besonders das gefallene Nadelholz anziehen könnte. Auch der Bodenbewuchs erschwert die Holzbewirtschaftung: Farne und Gräser breiten sich aus und "erdrücken" neu gepflanzte Bäume. So wurde in den Sommermonaten intensiv aufgeräumt: Stamm- und Nutzholz fand schnell Abnehmer: Nahegelegene Sägewerke waren das Ziel. Aber auch China erhielt Buche aus dem Deister. Noch während die Motorsägen kreischten und Langholztransporter über Waldwege rangierten, bereitete Weidner mit den zuständigen Stellen die Aufforstung vor. Dank aktueller Untersuchungen zu Nährstoffen im Boden und der Wasserversorgung ließ sich die künftige Nutzung der in Mitleidenschaft gezogenen Flächen festlegen. Dass einige der Wind bruch areale immer noch chaotisch aussehen, ließ die Experten unbeeindruckt. "Wir haben einfach nicht die Zeit, noch weiter aufzuräumen", entschied der Förster. Deshalb ragen zum Beispiel ganz in der Nähe der Rodenberger Höhe noch Wurzelteller und bis zu drei Meter lange Stammstümpfe empor. Zwischen diesen Baumruinen stecken die Forstwirte bereits Jungpflanzen in die Erde. Einziges Hilfsmittel ist ein Hohlspaten, bei schwerem Boden auch eine so genannte "Wiedehopfhaue". Sonst geschieht alles in Handarbeit. Aus der stabilen Umhängetasche wandern pro Mann und Stunde bis zu 50 junge Bäume an ihren neuen Platz. An diesem Standort sind es vorwiegend Buchen sowie etliche Douglasien, weil sie weitaus widerstandsfähiger sind als Tanne oder Fichte. Überhaupt wollen die Forstleute nur noch Mischwald anlegen, um die anfälligen Monokulturen zu vermeiden. Auch schnellwachsende Arten sind verpönt: So dürften allein 14 000 Eichen in einigen Jahren für ein neues Bild im Deister sorgen. Persönliche "Leckerbissen" hat der Forstbeamte ebenfalls beschafft: 25 Wildapfel-Arten und 50 Eiben stehen auf dem Lieferschein. Die einen dienen der Anschauung für den Waldkindergarten; die anderen sind Weidners Favvoriten: "Die Eibe ist für mich die schönste Baumart."



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