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Koreanische Professorin besucht Rehazentrum

110 Grad minus gibt's bald auch in Seoul

Bad Eilsen (sig). Zierlich, aber drahtig und ausgesprochen wissbegierig ist die junge Medizinerin, die kürzlich das Eilser Rehazentrum besucht hat. Sie ist Professorin und wird in leitender Funktion an der modernsten Klinik Südkoreas tätig sein. Ende April nimmt das mit rund 1000 Betten ausgestattete "Kyung Hee Neo East-West Hospital" in der Hauptstadt Seoul seine Arbeit auf.

veröffentlicht am 01.04.2006 um 00:00 Uhr

Dr. Uwe Polnau vom Rehazentrum Bad Eilsen im Gespräch mit der Pr

Es gab einen besonderen Grund, dass die angehende Oberärztin Hyung-In Yang den weiten Weg von Asien nach Deutschland unternahm. Ihr Klinikdirektor hatte bei Fachtagungen in Japan und Europa einiges über die in Deutschland entwickelte Kältekammer und die damit verbundenen Therapien gehört. Dabei reifte der Entschluss, dieses Projekt auch in Seoul zu realisieren. Eine logische Konsequenz dieser Entscheidung war der Besuch der leitenden Rheumatologin in Bad Eilsen, wo die Kältekammer schon seit längerem erfolgreich bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen und in der Schmerztherapie eingesetzt wird. Inzwischen gibt es auch bereits gute Ergebnisse bei Asthma und bei Hauterkrankungen. "Diese Methode ist neu in Korea; wir werden das Verfahren gründlich erproben, die Ergebnisse sammeln und prüfen, wo wir die Anwendungsmöglichkeiten noch erweitern können", erklärte die Professorin. Ende Mai erfolgt die Lieferung und anschließend die Erprobungsphase für die erste Kältekammer, die außerhalb von Deutschland aufgestellt wird. Man werdeübrigens auch anderen Medizinern aus dem asiatischen Raum die Möglichkeit bieten, sich in Seoul über die Vorteile und Möglichkeiten dieser neuen Therapie zu informieren. Der Physiotherapeut Seong hyun Son, der die koreanischeÄrztin begleitete, berichtete auf Anfrage, dass in dem neuen klinischen Bereich für Rheumatologie und Orthopädie die Erfahrungen westlicher und traditioneller koreanischer Medizin in die Behandlungen einfließen werden. Dazu gehören die Akupunktur sowie Kräuteranwendungen. Die Professorin ließ sich von Dr. Uwe Polnau vom Rehazentrum über seine Erfahrungen mit der Ganzkörperkältetherapie berichten. Sie fragte gezielt Patienten nach der Behandlung über deren Eindrücke und wagte auch selbst eine Stippvisite bei minus 110 Grad. Danach gab sie zu, die Kältekammer nicht ohne Bedenken betreten zu haben. Am Ende sei es aber eine wichtige und "erfrischende" Erfahrung für sie gewesen.

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