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"Lokalseiten" des ARD-Buffets in der "Kältekammer": Drei Stunden Dreh, drei Minuten Sendung

104 Grad minus - fürs ARD-Team zu "cool"

Bad Eilsen (tw). "Brrr ... - Frostig!" Das sind die ersten Worte von Bernd Schröder, als er die Kältekammer des Rehazentrums verlässt. "Aufgetaut", wird der TV-Moderator, der für die "Lokalseiten" des "ARD-Buffets" bei Minus 104 Grad Celsius den Selbstversuch wagt, redseliger: "Geht man vom Therapieraum zurück in die vorgelagerte Schleuse, sind die Minus 32 Grad, die dort herrschen, richtig angenehm."

veröffentlicht am 12.09.2007 um 00:00 Uhr

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Immerhin 90 Sekunden hatte es Moderator Bernd Schröder bei Minus 104 Grad ausgehalten - und sich dabei mit Schattenboxen "warm" gehalten. "Möglich", sagt Badeassistentin Eva Schütte, "ist ein Aufenthalt von bis zu drei Minuten". Auch Schröders Kamera-Kollegen Florian Bentele und Nico Grassmann machen im Anschluss die Probe aufs Exempel; sie bleiben geschlagene 30 Sekunden in der Kältekammer. Daniel Richter, Autor der Lokalseiten, verzichtet an jenem Tag dagegen - er fühlt sich nicht besonders gut. Dass das Quartett der Fernsehmacher in Bad Eilsen drehte, geht auf den Vorschlag von Lesern der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung zurück. Von der ARD auf die Highlights des Schaumburger Landes angesprochen, hatte die Redaktion einen Aufruf gestartet. Dabei wurde die Kältekammer des Rehazentrums gleich mehrfach genannt. "Der Kurort", sagt Autor Richter, "hat mit der High-Tech-Kammer eine Einrichtung, die es sonst so gut wie nirgends gibt. Das hat uns Fernsehleute gereizt." Für sie war Bad Eilsen die letzte Etappe der "Bückeburger Staffel". Zuvor hatte die ARD im dortigen Landesmuseum, bei der Fürstlichen Hofreitschule, der Musikerinitiative United Noise sowie in Minden gefilmt, wo ein Hubschrauber-Nachbau im Mittelpunkt stand. Übrigens: Laut Auskunft von Moderator Schröder soll der Bad Eilser Beitrag im ARD-Buffet am Dienstag, 9. Oktober, um 12.15 Uhr ausgestrahlt werden. Das Kamerateam drehte vor der Kältekammer etwa drei Stunden, der Beitrag selbst wird eine Länge von zwei bis drei Minuten haben. Er wird Bad Eilsenund insbesondere das Rehazentrum nichtsdestotrotz weiter bekannt machen. Denn: Die Einschaltquote des ARD-Buffets liegt im Jahresschnitt bei 16,5 Prozent. Anders ausgedrückt: Die Sendung wird von 1,3 Millionen Menschen gesehen. Wer's noch nicht weiß: Schon in der Antike wurde Kälte zur Behandlung genutzt. Eiswasser wurde bei Hippokrates zum Senken von Fieber, Lindern von Schmerzen und Bessern von Schwellungen eingesetzt. Der japanische Arzt Dr. Toshima Yamauchi erzielte 1978 beim Behandeln von Rheuma mit der Ganzkörper-Kältetherapie in der Kältekammer sehr gute Ergebnisse. Seit dieser Zeit ist die Therapie wissenschaftlich anerkannt. Mehr und mehr wird sie aber auch bei Erkrankungen der Haut sowie bei Asthma angewendet - und um Sportler noch leistungsfähiger zu machen. Wie's funktioniert: Unsere Nervenfasern leiten Schmerzimpulseüber das Rückenmark, den Hirnstamm und über Verschachtelungen bis zum Großhirn. Erst dort nehmen wir den Schmerz wahr. Schmerzimpulse und Kälteimpulse werden über die gleichen Nervenfasern im Körper geleitet. Bis zu vier Stunden nach einem zwei- bis dreiminütigen Aufenthalt in der Kältekammer werden die Schmerzen weniger. In gleicher Weise nimmt die Leistungsfähigkeit zu. Die Stimmung steigt. Gelenke und Entzündungszellen schwellen ab. Durch einen zwei bis dreimaligen Aufenthalt über den Tag verteilt, können Schmerzmedikamente eingespart werden. Bei wiederholter Behandlung über zwei bis drei Wochen hält dieser Erfolg sogar bis zu vier Monaten an. Diese speziellen Wirkungen gibt es zurzeit nur bei den Temperaturen von Minus 110 Grad Celsius. Die Kältekammer in Bad Eilsen ist ein Zweikammer-System. In der Vorkammer herrschen Temperaturen von Minus 44 Grad Celsius, in der Hauptkammer von Minus 110 Grad Celsius. Therapeut und Patient halten über Fenster, Kamera und Gegensprechanlage Kontakt. Allerdings: Durch die Luft beim Ausatmen kann sichNebel in der Kammer bilden. Deshalb ist es sinnvoll, einen Mundschutz zu tragen; er fängt einen Teil der Feuchtigkeit ab. In der Kältekammer werden nur Badekleidung, Schuhe, Handschuhe, Ohren- und Mundschutz getragen. Patienten können in kleinen Gruppen von fünf bis sechs Personen hinein gehen.Während des Aufenthalts sollten sie ständig in Bewegung bleiben. Auf Haut und Blutdruck muss geachtet werden, ansonsten gibt's keine Nebenwirkungen.



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