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Nachtwanderer beobachten Fledermäuse

100 Rufe pro Sekunde

Obernkirchen/Vehlen (sig). Das Ziel einer abendlichen Exkursion des Naturschutzbundes, Ortsgruppe Obernkirchen, war das Beobachten von Fledermäusen in heimischen Gefilden. Mit Beginn der Dämmerung wurde es über der Wasseroberfläche des Regenrückhaltebeckens an der Papenburg sehr lebendig.

veröffentlicht am 12.09.2008 um 00:00 Uhr

Die mit speziellen Detektoren ausgestatteten Beobachter lernten von dem Fledermausexperten Christian Abel, bestimmte Arten zu erkennen. Dazu mussten sie wissen, dass jede Gattung unterschiedliche Laute im Ultraschallbereich aussendet. Während der nächtlichen Jagd sind es bis zu 100 Rufe pro Sekunde. Das Echo wird vom Gehörsystem der geheimnisvollen Nachtjäger so ausgewertet, dass die Fledermäuse sogar Entfernung und Größe eines Objektes sowie dessen Bewegungsrichtung ausmachen können. Die Orientierungslaute der Zwerg-, Wasser- und Teichfledermäuse, die sich im Bereich des Vehlener Regenrückhaltebeckens aufhalten, sind für das menschliche Gehör nicht zu erfassen. Laut Christian Abel haben manche Beuteinsekten im Laufe der Evolution Strategien entwickelt, um ihren Feinden zu entkommen. So besitzen die Falter der Bärenspinner sogar einen "Störsender". Dadurch brechen die Fledermäuse ihre Jagd ab. Bald steht der Winterschlaf bevor, für den sich die kleinen Nachtjäger gern die alten Bergwerksstollen rund um Obernkirchen aussuchen. Christian Abel wies seine Beobachtergruppe darauf hin, dass in Deutschland noch 23 Fledermausarten vorkommen, die wegen der Zerstörung ihres Lebensraumes und der Vernichtung von Insekten bedroht sind. Broschüren über den Schutz von Fledermäusen sind in der Obernkirchener Info-Galerie zu erhalten.

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