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Feier musste ausfallen

100 Jahre Polizeihundeverein Hameln: Prüfung zum Jubiläum

HAMELN. Der Polizeihundeverein Hameln von 1920 feiert 100 Jahre Hundesport in Hameln. Im Frühjahr 1920 wurde der PHV Hameln als Zweigverein des Ersten Deutschen Polizeihundvereins mit Sitz in Duisburg gegründet und sofort dem Hauptverein angeschlossen. Zwölf Personen – Polizisten und Leute aus gehobener Stellung – gründeten den Verein.

veröffentlicht am 07.11.2020 um 14:00 Uhr

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Ein Personenwagen der Deutschen Reichsbahn diente als Vereinsheim. Es wurden regelmäßig Schutzhund- und Polizeihundeprüfungen abgehalten, wo dann auch überwiegend Polizeibeamte mit ihren Schäferhunden starteten. Ab 1942 ruhte das Vereinsleben aus verschiedenen Gründen. Viele Hundeführer wurden mit Kriegsbeginn durch die Diensthundestaffel der Wehrmacht eingezogen und kamen nicht wieder zurück.

Die zweite Gründungsversammlung fand am 28. Februar 1948 statt. Es waren acht Mitglieder anwesend. Auf dem Sportplatzgelände der alten Brauerei konnten die Hunde, mit Genehmigung der Militärregierung, ausgebildet werden. Der Übungsplatz wurde dann noch zweimal verlegt bis der PHV die jetzige und vierte Platzanlage 1957 an der Weser zugewiesen bekam. Durch Eigenleistung der Vereinsmitglieder konnte am 21. Juni 1959 das neue Vereinsheim eingeweiht werden. Entsprechend der steigenden Mitgliederzahlen ist dieses Heim dann im Laufe der Jahre durch mehrere Erweiterungen auf seine heutige Größe gewachsen. Seit der Neugründung des PHV sind rund 250 Vereinsprüfungen, Siegerprüfungen, Pokalkämpfe und Breitensportturniere ausgerichtet worden.

Anfang der 60er Jahre stagnierte die Vereinsarbeit. In dieser Krise wurde Günter Glatz als erster Vorsitzender gewählt. Dieses Amt übte er 51 Jahre aus. In dieser Zeit rief er viele Aktivitäten und Pilotveranstaltungen mit dem PHV ins Leben. Er öffnete frühzeitig neben dem traditionellen Schutzhundesport den Verein für jedermann. Im April 2015 verstarb Günter Glatz. Als Nachfolger wurde Michael Mogalle gewählt.

Der erste Vorsitzende des PHV Hameln, Michael Mogalle, mit seinem Hund. Foto: pr

Seit März 2020 ist Corona auch in Deutschland angekommen. Die Planungen für das Jubiläum waren seit 2018 im Gang, aber alle Vereinsprüfungen und Veranstaltungen anlässlich des 100. Vereinsgeburtstags sind Corona zum Opfer gefallen.

Im Oktober war die Ausrichtung der Landesverbandssiegerprüfung (LVSP) im Gebrauchshundsport geplant. Trotz der schwierigen Voraussetzungen musste ein Hygienekonzept erbracht werden, welches beim Landkreis bestand. Der PHV Hameln und der erste Vorsitzende Michael Mogalle hatten ein Konzept erstellt, das keine Fragen offen ließ. Somit wurde die LVSP vom Prüfungsleiter Jörg Formella, dem Landesverbandspräsidenten Dr. Peter Kruse und dem ersten Vorsitzenden Michael Mogalle eröffnet.

Von den neunzehn gemeldeten Teams gingen siebzehn an den Start. Die Hundeführer mussten ins Fährtengelände. Drei eigens dafür ausgesuchte Fährtenleger hatten auf dem Gelände am Vorwerk, welches vom Besitzer Andreas Riecke zur Verfügung gestellt wurde, 17 Fährten ausgelegt. Jedes Team bekam seine Fährte zugewiesen.

Es konnten allerdings nicht alle Hunde ihre Fährte finden: Ein Hundeführer musste abbrechen. Eine Hundeführerin erreichte bei der Prüfung die Höchstpunktzahl. Am Nachmittag waren die Teilnehmer wieder zurück auf dem Vereinsgelände. Eine Jubiläumsfeier musste am Abend aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen.

Am Sonntagmorgen starteten die Hundeführer und ihre Hunde in der Abteilung B – Unterordnung und in der Abteilung C – Schutzdienst unter den wachsamen Augen der Leistungsrichter Torsten Müller vom Landesverband Hamburg und Rolf Panzlaff vom Landesverband Niedersachsen. In der Unterordnung soll der Hund nach einem Laufschema freudig und aufmerksam in Freifolge neben dem Hundeführer gehen.

Der technische Teil beinhaltet eine Sitz-, Platz- und Stehübung und das Bringen auf ebener Erde. Hierbei wirft der Hundeführer aus der Grundstellung das Bringholz rund zehn Meter weit weg. Auf ein Kommando soll der Hund direkt zum Holz laufen und es dem Hundeführer zurückbringen. Das gleiche Prozedere erfolgt über die Ein-Meter-Hürde und über die Schrägwand, der Hundeführer wirft dabei das Holz über die Hindernisse und der Hund muss über die Hindernisse springend das Holz zurückbringen.

In Abteilung C – dem Schutzdienst – soll der Hund sechs Verstecke nach dem Helfer absuchen und diesen stellen und verbellen. In allen Verteidigungsübungen darf der Hund nur am dafür vorgesehenen Schutzarm anfassen. Ein Anbeißen an anderen ungeschützten Körperstellen des Helfers führt zur Disqualifikation. Der Hund muss den Ausdruck vermitteln jederzeit selbstbewusst die Auseinandersetzung mit dem Helfer zu suchen.

Auf dieser Prüfung waren nicht nur Schäferhunde und Malinois zu sehen, eine Riesenschnauzerhündin und ein American-Bullterrier waren auch dabei.

Am Ende der Veranstaltung ist festzuhalten, dass sich die Teilnehmer und die vielen Besucher der Situation angepasst verhalten haben. Abstand halten und in der Schlange stehen war keinem zu viel.



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