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Der Spielmannszug des TSV Liekwegen feiert großes Jubiläum / Musik ist vielfältiger und niveauvoller geworden

100 Jahre den Ton angegeben

Liekwegen. Früher hat der größte und dickste die Pauke geschleppt. Heute wiegen die Instrumente, die die Musiker mit sich herumtragen, viel weniger. Und nicht nur das hat sich in 100 Jahren Spielmannszug des TSV Liekwegen verändert. Ein offizieller Gründer der Musikgruppe ist zwar nicht mehr bekannt, sicher ist aber, dass die Wurzeln im Jahr 1914 liegen, weiß Spartenleiter Frank Busche (47), der seit rund 35 Jahren dabei ist.

veröffentlicht am 25.06.2014 um 16:36 Uhr
aktualisiert am 25.06.2014 um 21:21 Uhr

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„Spielmannszug, das ist was für alle Generationen“, sagt er. Sein Vater war früher aktiv dabei und heute musiziert auch seine Tochter mit. „Von elf bis 72 Jahren ist alles dabei“, erzählt Dieter Niemeier (72), der zu den Ältesten zählt.

Angefangen hat alles 1914, als Lehrer einige Trommeln und Flöten beschafften, um talentierten Schulkindern das Spielen von Instrumenten beizubringen. Dies waren die ersten Ansätze der Spielmannsmusik, die in den Liekweger Verein hineingetragen wurden. Während des Ersten Weltkrieges und der nachfolgenden Inflation gab es aber kein richtiges Zusammenkommen des Zuges. Das gelang erst 1924. Der damalige Vereinsvorsitzende brachte den Musikzug nach oben, und schon bald gab es keine Veranstaltung mehr, bei der die Spielmänner nicht den Ton angaben, zwischenzeitlich unterstützt von Bläsern und Fanfaren. 1927 stand das erste Großereignis an: Die Gruppe reiste zum ersten nordwestdeutschen Spielleutetreffen nach Bremen. Einen Rückschlag erlebte die Gruppe zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Instrumente wurden in die Ecke gestellt, einige Spielleute zum Wehrdienst eingezogen, andere überlebten den Krieg nicht. Erst nach 1945 ertönten wieder Trompeten, Fanfaren und Zugposaunen. 1971 gab es das siebte Landestreffen der Spielmanns- und Musikzüge in Liekwegen, an dem 1100 Musikanten teilnahmen. Gar nicht so leicht, die ganzen Leute im Dorf unterzubringen, erinnert sich Heinz Busche. Turnhallen und Co. waren voll. Weitere Höhepunkte waren und sind Auftritte bei deutschen und österreichischen Turnfesten und beim Karneval.

Dabei spielt der Spielmannszug mit aktuell 34 Mitgliedern, heute nicht mehr nur das klassische „Rumtata“. „Wir haben von reiner Marschmusik auf Konzertmusik umgestellt“, erzählt Frank Busche. Von schottischen Melodien bis hin zu Schlagern und Liedern von Heino haben die Musikanten schon gespielt. „Einige Spielmannszüge spielen sogar Helene Fischer“, sagt Busche. In Liekwegen ist die Schlagerkönigin noch nicht angekommen.

Auch die Vielfalt der Instrumente hat sich verändert. „Früher gab es nur Flöten und Trommeln“, weiß Niemeier. Mittlerweile gebe es viel mehr Stimmen, und auch das Niveau habe sich gesteigert. Eines hat sich aber in hundert Jahren nicht geändert: „Der Zusammenhalt ist einfach einmalig“, lobt Heinz Busche (79), ehemaliger Musiker des Spielmannszugs.



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