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Nominiert als Sportler des Jahres: Der gebürtige Hamelner Tim Otto ist ein großes Talent im heimischen Handball

„Tore interessieren mich nicht so“

HAMELN. Nominiert als Sportler des Jahres: Der gebürtige Hamelner Tim Otto ist ein großes Talent im heimischen Handball.

veröffentlicht am 09.01.2017 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 10.01.2017 um 11:10 Uhr

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Wie viele Tore er in der vergangenen Saison für den Handball-Oberligisten VfL Hameln geworfen hat, weiß Tim Otto nicht so genau: „Und ehrlich gesagt, interessiert mich das auch nicht so. Für mich ist der Erfolg der Mannschaft wichtiger als die Anzahl der Tore, die ich erzielt habe.“ Es waren übrigens 208. Damit war der 19-jährige Bad Münderaner in der vergangenen Oberliga-Saison der Top-Torjäger des VfL. Und das in seinem ersten Jahr bei den Männern. Eine überragende Leistung des 1,90 Meter großen linken Rückraumspielers.

Damit nicht genug: Nach seinem Wechsel zu den Handballfreunden Springe knüpfte „Toto“, wie ihn seine Freunde nennen, in der 3. Liga nahtlos an seine bärenstarke Vorsaison an. Dass sich der gebürtige Hamelner, der seit dem 2. E-Jugendjahr das VfL-Trikot trug, in Springe so schnell zu einem Leistungsträger entwickeln würde, „hätte ich selbst nicht für möglich gehalten“. In der Hinrunde hat Otto 81 Tore schon geworfen. Damit geht exakt jeder fünfte Treffer der Handballfreunde auf sein Konto. „Ich bin glücklich, dass es für mich gut läuft. Aber wichtiger ist der Erfolg der Mannschaft“, gibt sich Otto ganz bescheiden.

Nach der Verletzung von Maximilian Schüttemeyer bekam der Neuling seine Chance im linken Rückraum – und nutzte sie. „Durch die Ausfälle habe ich mehr Spielanteile bekommen. Aber eine Verletzung wünscht man keinem.“ Die härtere Gangart in der 3. Liga hat der Rechtshänder am eigenen Leib zu spüren bekommen. „Da merkt man schnell den Unterschied zur Oberliga“, sagt Otto, der die Anzahl der Trainingseinheiten seit seinem Wechsel in etwa verdoppelt hat. Den Wechsel nach Springe hat der 19-Jährige gewagt, „um mich weiterzuentwickeln“. Otto ist zwar ein Teamplayer, aber extrem ehrgeizig. Schon als 16-Jähriger träumte er davon, „irgendwann mal in der Bundesliga zu spielen“. Deshalb sei der Wechsel nach Springe, der im Juni vergangenen Jahres für viel Wirbel sorgte, rückblickend auch die richtige Entscheidung gewesen. Dabei habe auch Trainer Oleg Kuleshov eine wichtige Rolle gespielt. „Bei der Trainingsintensität wird viel mehr von einem gefordert. Und von erfahrenen Leuten kann ich viel dazulernen“, sagt Otto. In Springe gibt ihm Kreisläufer Sebastian Preiß ab und an auch nach dem Training wertvolle Tipps. Der Ex-Nationalspieler ist einer der WM-Helden, die 2007 den Titel für Deutschland holten.

Der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist für die Handballfreunde Springe in dieser Saison kein Thema mehr. Als Sechster ist der Zug nach oben abgefahren. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass der Weg von Tim Otto schon bald in die 2. Bundesliga führt. Das Interesse anderer Klubs soll er durch seine starken Leistungen bereits geweckt haben. Das munkelt man jedenfalls…



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