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Wenn er am Tisch steht, verlieren meistens die anderen / 62-Jähriger für den VfL Hameln und Tündern erfolgreich

Poludniok – Pokale und Medaillen pflastern seinen Weg

veröffentlicht am 06.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 15.11.2016 um 17:21 Uhr

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Ohne Pokal oder Medaille kommt er einfach nicht nach Hause. Tischtennis-Ass Rudolf Poludniok vom TSV Schwalbe Tündern ist bei den Senioren und im Behindertensport auf nationaler Ebene mittlerweile so erfolgreich, dass er eineinhalb Stunden zum Putzen benötigt, um seine Schatzkammer auf Hochglanz zu bringen. Andere haben Tapeten, Poludniok Pokale. So sieht es jedenfalls aus, wenn der 62-Jährige einen Blick in sein Reich gewährt. „Ein Teil gehört auch meiner Ehefrau Jutta, zusammen besitzen wir 157 Pokale, 174 Medaillen, Stofftiere, Krüge, Regenschirme und Taschenuhren“, rechnet Poludniok vor. Bereits mit sieben Jahren nahm der in Destedt geborene 37-fache Landesmeister das erste Mal den Schläger in die Hand. Zu seinen Stationen gehörten unter anderem Zweiligist VTTC Concordia Braunschweig und bis 1999 der VfR Weddel.

Die anfängliche Leidenschaft zum Fußball rückte immer mehr in den Hintergrund. 1998 wurde der gelernte Werkzeugmacher aufgrund schwerwiegender Knieprobleme berufsunfähig, sodass er die von seinem Vater übernommene Firma verkaufen musste. „2001 trat ich dem Behinderten-Sportverein bei. Durch meine Erfolge bei den Deutschen Meisterschaften wurde die Nationaltrainerin auf mich aufmerksam“, erinnert sich der aktuelle Bezirksligaakteur. Er habe an Weltranglistenturnieren in Polen und der Tschechischen Republik teilgenommen.

„2003 wurde ich für die Europameisterschaft in Kroatien nominiert. Beim Einmarsch durfte ich die Fahne tragen, und das bleibt ein unvergessliches Erlebnis für mich“, berichtet der Tünderaner. Das Aus folgte unmittelbar danach, denn die Knieprobleme ließen das Tischtennisspielen zur Qual werden. „Im April und September 2004 bekam ich dann jeweils ein neues Knie, und bereits zur Bezirksmeisterschaft im November stand ich wieder am Tisch. Schmerzfrei spielen zu können, war ein ganz neues Gefühl für mich“, berichtet die Nummer eins in Niedersachsen und 33 in Deutschland bei den Senioren Ü60. Nach der Operation habe er aber nur noch bei den Allgemeinbehinderten starten dürfen, wo er Platz eins in Deutschland belegt. Damit der Routinier, der von 2006 bis 2012 beim VfL Hameln spielte, nicht den Überblick über seine Platzierungen von der Kreisebene bis hin zu den Weltmeisterschaften verliert, wird akribisch Buch geführt. Alle Bereiche zusammengefasst, gewann Poludniok 87 Goldmedaillen im Einzel und 36 im Doppel sowie 58 im Mixed. Außerdem ergaben sich fünf erste Ränge im Team, und insgesamt besitzt er 26 deutsche Meistertitel. „Ich freue mich sehr, dass ich das dritte Mal für die Sportlerwahl nominiert wurde“, sagt der Herr der Pokale.



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