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1400 Gäste feiern bei 9. Sport-Gala in der Rattenfängerhalle / Band „United Four“ begeistert im Spiegelsaal

Mit Knarre, Jetons und Tanzmusik nach Chicago

veröffentlicht am 11.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 15.11.2016 um 16:21 Uhr

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Es war ein Abend voller Knaller. So explosiv wie nie zuvor präsentierte sich die Sport-Gala in der Rattenfänger-Halle: Von der Tischdekoration mit Schießpulver und kleinen Metallpistolen und -gewehren als Schlüsselanhänger über eine Schießerei zwischen 20er-Jahre-Gangstern und Polizisten bis zur knisternden Spannung bei der Bekanntgabe der Sportler des Jahres gab es am Samstagabend jede Menge „Wow“-Effekte.

„Chicago“ lautete das Motto der 9. Sport-Gala, die schon traditionsgemäß von Dewezet und Sparkasse Weserbergland veranstaltet wird: „Was sich bewährt, das kann auch fortgesetzt werden“, verkündete der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Weserbergland, Friedrich Wilhelm-Kaup, in seiner Begrüßungsrede, und die ausgelassene Stimmung in der ausverkauften Rattenfänger-Halle sollte ihm recht geben. Farblich dominierten sowohl bei den kunstvoll in Backsteinoptik verkleideten Wänden wie auch bei den Kleidern der rund 1400 Gäste Schwarz, Weiß und Rot: So viele Strohhüte und weiße Seidenschals bei den Männern oder bunte Federboas, Netzstrümpfe und kurze Kleider bei den Frauen gab es auf Hamelns Ball der Bälle noch nie zu sehen. Und so zeigte sich nicht nur Dewezet-Geschäftsführerin Julia Niemeyer begeistert von der gelungenen Verwandlung der sonst so nüchternen Veranstaltungshalle in die legendäre US-Großstadt der 20er Jahre.

Erstmals führte ffn-Moderator Peter-Michael Zernechel durch das Programm, professionell und mit viel Charme unterstützt von seiner „persönlichen Michelle Hunziker“, Dewezet-Sportredakteur Andreas Rosslan. Dieser wartete gleich zu Beginn des Abends mit der ersten Bombennachricht auf: Erstmals sei die 20 000er-Marke geknackt worden. Insgesamt stimmten 22 532 Leser über die Sportler des Jahres 2012 ab. Im Vergleich: Bei der Gala-Premiere vor neun Jahren wurden 4217 ausgefüllte Coupons abgegeben – weniger als der Sportler des Jahres, der Triathlet Nils Reckemeier vom ESV Eintracht Hameln, diesmal nur für sich verbuchen konnte. Mit 5644 Stimmen brach er alle Rekorde und stellte vollkommen überrascht fest: „Einfach nur geil!“

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Polizei gegen Gangster: Das „Team Supreme“ kämpft auf der Bühne.

Bei den Frauen war es nicht die erstplatzierte Sportlerin, die U 23-Weltmeisterin im Rudern, Nora Wessel, die den Preis bereits zum dritten Mal in Folge einheimste, sondern die Zweitplatzierte, die sich von der Auszeichnung zu Tränen gerührt zeigte. Unter einem Konfettiregen betrat die Handballerin Nina Griese (MTV Rohrsen) die Bühne und holte schnell ihre komplette Mannschaft nach, die ihr mit der spontanen Liedeinlage „Es gibt nur eine Nina Griese“ dankte. Den Ehrenpreis bekam die Bogenschützin Tanja Schultz (BSG Bad Pyrmont) aus Börry verliehen. Die Weltklasse-Sportlerin, die seit einem Autounfall im Rollstuhl sitzt und erst in der Reha mit „ihrem“ Sport begonnen hat, war an dem Abend verhindert, stellvertretend nahm ihre Tochter Marita den Preis und den Beifall der Besucher entgegen.

Für kräftigen Applaus und beeindruckte Gesichter im großen Saal sorgten während des offiziellen Programms auch drei Auftritte ganz unterschiedlicher Art, die jedoch gleichermaßen dem Chicago-Motto Rechnung trugen: So kam der Hamelner Musikstudent Vhin Khuat, vielen von seiner Teilnahme bei „The Voice of Germany“ bekannt, gleich als seine eigene Band auf die Bühne. In seiner ganz eigenen Version von „Sweet Home Chicago“ sang er nicht nur, sondern begleitete sich selbst auf Gitarre und Klavier und ließ dazu die selbst intonierte Beatbegleitung abspielen.

Die Tänzer der Tanzschule „Für Sie“ bedienten gekonnt in kurzen Glitzerkleidern, Federboas und „Kreissägen“ (auf dem Kopf) mit flottem Charleston, Black Bottom und Foxtrott die schönen Seiten der Roaring Twenties, bevor die Schattenseite der nicht immer so friedlichen Jahre mit dem „Team Supreme“ quasi aus der Luft kam: Im Kegel eines Suchscheinwerfers seilte sich ein Gangster in James-Bond-Manier von der Hallenwand ab, bevor er sich in einer spektakulären Stuntshow mit zwei weiteren Ganoven einen Straßenkampf mit Polizisten auf offener Bühne lieferte.

Nach dem offiziellen Programm wurde dann kräftig getanzt – sowohl in der großen Halle, in der zum wiederholten Male die Showband Amorados vor allem zu Standardtänzen animierte, als auch im Spiegelsaal. Dort hatten die verrückten Musiker in Kuhfleckenkostümen der Band „United Four“ ihr Publikum fest im Griff: Begeistert kamen die Zuhörer jeder Aufforderung zum Singen, Grölen und Tanzen nach. Doch nicht nur dort, sondern auch am Roulettetisch in der Lounge, in der Cocktailbar oder beim Essen im „Grimms“ war von allen Seiten zu hören: Diese Sport-Gala ist ein echter Knaller.

So strahlen nur Sieger: Die ausgezeichneten Sportler und Geehrten (mit Marita Schultz als Vertretung für ihre Mutter Tanja Schultz). Mit ihnen freuen sich Julia Niemeyer, Friedrich-Wilhelm Kaup, Andreas Rosslan und der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann.

Fotos: Dana, Wal, nls

Friedrich-Wilhelm Kaup, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Weserbergland, im Gespräch mit ffn-Moderator Peter-Michael Zernechel.

Die Oldenburger Band „United Four“ hat sichtlich Spaß an ihrem verrückten Auftritt im Spiegelsaal.



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