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Geschwister Wessel sind die Stars der langen Ballnacht / „Beats And Noises“ trommeln Gäste in ihren Bann

Mit dem Ruderboot in den Gala-Dschungel

veröffentlicht am 06.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 15.11.2016 um 17:41 Uhr

Frank Henke

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Reporter zur Autorenseite

Was für eine Nacht! Was mit einem Defilee über den grünen – nicht roten – Teppich begann, endete für viele der rund 1400 Gäste erst, als aus dem Samstagabend längst ein früher Sonntagmorgen geworden war: Sport-Gala-Nächte sind glamourös, ereignisreich und natürlich: lang.

Aber der Reihe nach: „Dschungel“ hieß in diesem Jahr das Motto unter dem Dewezet und Sparkasse Weserbergland zu Hamelns Ball Nummer eins geladen hatte. Also wanden sich Lianen Treppenstufen entlang, krabbelten (Fruchtgummi-) Schlangen über kleine Kokosnüsse auf den 87 Tischen, Videoprojektionen ließen Urwald-Wasserfälle die Wände herabstürzen – und der rote Teppich war eben nicht rot, sondern dschungelgrün. Walking-Acts der Gruppe Pantao setzten dem Ganzen als Fabelwesen ein mitunter giftgrünes i-Tüpfelchen auf. Die Gäste kamen dennoch – wie nicht anders zu erwarten – in Abendgarderobe, nicht mit Tropenhelm.

Doch über der Veranstaltung stand nicht nur „Dschungel“ und „Gala“, sondern vor allem auch: „Sport“. Also rückte der Fokus schon um kurz nach 20 Uhr ganz auf die Hauptdarsteller des Abends: Hinter den Schildern mit Namen ihrer Vereine zogen die bei der Sportlerwahl Nominierten in die Halle ein – ein Hauch von Olympia in Hamelns Sporttempel, der an diesem Abend so gar nicht nach Turnhalle aussah. Ein „Gänsehautmoment“ sei der Einmarsch der Sportler, sagte nur wenig später Dewezet-Geschäftsführerin Julia Niemeyer zu Moderator Desimo. Und Friedrich-Wilhelm Kaup, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Weserbergland, präsentierte sich im Kurzinterview als begeisterter Partner des Projekts Sport-Gala.

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Bei der Preisverleihung sorgten dann immer wieder die Geehrten selbst für Unterhaltung: Etwa als Anne Wrosch, Zweitplatzierte beim Nachwuchspreis, lapidar das Geheimnis ihres Erfolges kundtat: „Ich kann es einfach.“ Oder Steffen Knippertz, Anti-Gewalt-Trainer und mitunter ruppiger Wasserballer in Personalunion, seinen „größten Respekt“ für die Leichtathleten im Saal bekundete, denn einfach nebeneinander laufen und wehrlos hinnehmen, dass der andere schneller ist, „das könnte ich nicht“. Imposante sportliche Leistungen gab es dann auch im Showprogramm zu beklatschen. Erst zeigte die Kenia Acrobatic Group Jonglage, Menschenpyramiden und Tänze unter einer brennenden Stange hindurch, was nicht nur beeindruckte, sondern hier und da sicherlich auch mal kurz mit Sorge um die edle Garderobe das Wort „Sprenkleranlage“ in die Tischgespräche einbrachte.

Die Percussion-Show von „Beats And Noises“ schließlich lieferte ein raffiniert ausgefeiltes Inferno aus Mülltonnengetrommel, Stepptanz und Straßenbesen-Virtuosität. Das Ballpublikum lauschte und schaute hypnotisiert – oder drehte gleich mal ein Handy-Video zur Erinnerung.

Die eigentlichen Stars des Abends kamen aber natürlich aus der Familie Wessel: Nora und Thore Wessel, Ruder-Asse des RV Weser, wurden zur Sportlerin und zum Sportler des Jahres gewählt. Das hatte Hameln noch nicht gesehen: Geschwister auf dem Sportler-Thron. Und auch der Ehrenpreis blieb zumindest in der Ruder-Familie: RV-Erfolgstrainer Hans-Jörg „Yogi“ Sehrbrock wurde zum Ende einer außergewöhnlichen Karriere ausgezeichnet. „Er ist ohne Übertreibung einer der besten in seiner Branche“, sagte Laudator Kaup, der zudem das „vorbildliche Engagement der Ehrenamtlichen“ im Sport generell hervorhob.

Nach der Ehrung tauchten Sportler und Nicht-Sportler ab in den Party-Dschungel: Während im großen Saal, mal Standard, mal Freistil zu den gekonnt vorgetragenen Dance-Hits der Showband Amorados getanzt wurde, flogen im Spiegelsaal die Cowboyhüte: Die drei von Mofa 25 hatten dort die Bühne geentert und geizten nicht mit ihrem Wahrzeichen, den Kopfbedeckungen im zeitlosen Zebra- oder Tigerfell-Design – wie gemacht für einen Dschungelball. Auf die Ohren gab es dazu natürlich auch: 60er- und 70er-Jahre-Kracher im ebenso zeitlosen Garagen-Sound. Der Spiegelsaal brodelte – und Cowboyhüte zu langem Kleid oder Anzug blieben für den Rest des Abends en vogue.

Gelegenheit zur Stärkung bot das Grimms. Im Restaurant wartete das Dschungel-Buffet. Zur Auswahl standen dann beispielsweise Hirsesalat nach Dschungel-Art als Vorspeise, Urwald-Filet vom Schwein als Hauptgang oder vorweg eine Bananen-Cremesuppe. Kulinarische Exotik, die ankam.

Und wenn später, nach einem langen Tanzmarathon – im Spiegelsaal übernahm um Mitternacht DJ Wolf mit Sänger, Saxofonist und Schlagzeuger das Ruder – doch mal ein Gang zurückgeschaltet werden musste, entpuppte sich die ruhige Bossa Lounge als echte Wohltat. Ein frühmorgendlicher Kaffee auf schicken, aber gemütlichen Ledersesseln, und das Fest konnte weitergehen. Denn Sport-Gala-Nächte sind lang.

Links: Gestatten, Vogelbaum! Fabelwesen gingen auf Tuchfühlung mit den Ballgästen.

Rechts: Friedrich-Wilhelm Kaup, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Weserbergland (re.), hielt die Laudatio auf Ehrenpreisträger Hans-Jörg Sehrbrock. Rechts im Bild Moderator Desimo.

Ein Highlight des Abends: Die Percussion-Show von

„Beats And Noises“.

Fotos: nls



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