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Horst Hönig bei Sportgala mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet

Eine kämpferische Frohnatur

Auch im Sportjahr 2016 haben die Athleten dieser Region mit herausragenden Leistungen auf Kreis-, Landes-, Bundes- und sogar auf internationaler Ebene für bemerkenswerte Schlagzeilen gesorgt. Dafür gebührt ihnen Lob und Anerkennung. Und deshalb standen sie auch zu Recht im Blickpunkt bei der Sportgala 2017. Den Ehrenpreis bekam Horst Hönig.

veröffentlicht am 13.02.2017 um 12:04 Uhr
aktualisiert am 13.02.2017 um 13:18 Uhr

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„Danke sagen möchten wir aber auch wieder den vielen Ehrenamtlichen in den Vereinen und Sportverbänden“, betonte Laudator Alois Drube, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hameln-Weserbergland, bei der Sportgala in der Rattenfängerhalle. „Ohne ihr vorbildliches Engagement, sei es als Vorstandsmitglied, als Trainer oder Abteilungsleiter, bewegt sich in der Welt der Leibesübungen bekanntlich gar nichts, wären solch überragende Leistungen unserer Sportler nicht möglich.“

Deshalb ist es auch schon ein guter Brauch, dass bei dieser festlichen Veranstaltung wieder eine Persönlichkeit des heimischen Sports mit dem von der Sparkasse Hameln-Weserbergland und der Dewezet ausgelobten Ehrenpreis für das Ehrenamt ausgezeichnet wurde. Denn was wäre Hameln-Pyrmont ohne diese Menschen, die in ihrer Freizeit ehrenamtliche Aufgaben übernehmen. Ohne diese stillen Helden des Sports könnten die inneren Strukturen in den Vereinen und Verbänden nicht aufrechterhalten werden. Keine Frage: Mit dem Ehrenamt steht und fällt das Vereinsleben.

In diesem Jahr werden die Verdienste eines Mannes gewürdigt, den man getrost als „kämpferische Frohnatur“ bezeichnen kann: Horst Hönig, den Vereinschef des Behinderten-Sportvereins Hameln. Wenn es sein muss, „knallhart in der Sache“, aber immer fair und mit einer gesunden Portion Humor vertritt Hönig wortgewaltig die Interessen seines nur rund 110 Mitglieder zählenden Vereins. Dieser wurde vor genau 70 Jahren gegründet, und in ihm fühlen sich Menschen mit körperlichen und geistigen Handicaps bestens aufgehoben.

Im Gründungsjahr 1946 erblickte der Preisträger das Licht der Welt, und zwar im kleinen Dorf Lüssen in Niederschlesien. Schon kurz nach der Geburt von „Klein Heinz“ zog es dessen Familie mit dem großen Neumarkter Flüchtlingstreck ins Weserbergland. Hameln wurde seine Heimat. Hier erlernte der heute 71-Jährige den Beruf des Konditormeisters, später war Horst Hönig 38 Jahre lang in der Versicherungsbranche tätig. Er ist in Hameln bekannt wie ein „bunter Hund“ – kein Wunder, denn sein Erkennungszeichen ist ein mächtiger gezwirbelter Kaiser-Wilhelm-Bart. Außerdem lautet Hönigs Lebensmotto: Für Menschen da sein!

Der Vater einer erwachsenen Tochter ist ein sehr bodenständiger Mensch. Wenn andere auf große Urlaubstour gehen, macht er es sich mit seiner Frau in seinem schmucken Bungalow in Tündern gemütlich. „Bei mir dreht sich alles um Haus und Garten“, sagt der Tünderaner. „Da brauche ich keine weiteren Hobbys. Ich muss auch nicht durch die Welt kutschieren.“ Und dann ist da ja noch „sein“ Verein, für den er nun schon fast 40 Jahre lang im Vorstand und auch als Übungsleiter im Einsatz ist. Seit 1991 ist Hönig erster Vorsitzender. Weil sich der Klubchef seit Jahrzehnten für die Integration von Menschen mit Behinderung im Sport einsetzt, wurde er schon 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Die Kernsportart beim BSV Hameln ist das Bosseln, wenn man so will, die norddeutsche Variante des Eisstockschießens. In dieser Hallensportart, in der – man lese und staune – auch Dopingtests vorgenommen werden, ist der Tünderaner mit seinem Team außerordentlich erfolgreich. 20-mal wurden die Hamelner schon Landesmeister, fünfmal gewannen sie den Deutschlandpokal.

Ein Höhepunkt in der Vereinshistorie war die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft 1998 in der Rattenfängerhalle. Übrigens: Wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten und auch aus sozialen Aspekten kooperiert der keinesfalls auf Rosen gebettete Verein mit dem Reha- und Gesundheitsstudio Family Fitness. „Die Sportler mit Handicap wissen das zu schätzen“, freut sich Horst Hönig.



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