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Treble-Bull-Team des SC Diedersen wird sensationell deutscher Vizemeister und holt den Niedersachsenpokal

Diese Super-Darter mischen die Bundesliga auf

veröffentlicht am 07.12.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 15.11.2016 um 18:21 Uhr

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Mettbrötchen, Frikadellen oder Gulasch. Dart-Spieler bevorzugen in den Turnierpausen in der Regel deftige Hausmannskost. Das wissen Ute Sehring und der aus Schottland stammende zweite Vereinsvorsitzende des Bundesligisten SC Diedersen, Gavin Sands, genau, denn beide versorgen auch das dreizehnköpfige Team von Treble Bull bei den Punktspielen. Dann herrscht im kleinen Raum im Vereinsheim immer ein ziemlich großes Gedränge. Es ist richtig eng, Spieler und Zuschauer gehen auf Tuchfühlung. „Wir sind zwar in der Tabelle derzeit nur Vorletzter, aber ein einziges Spiel kann das schon drehen“, erklärt der stellvertretende Spartenleiter Olaf Lehnert den momentanen Stand in der deutschen Eliteliga.

In der Vorsaison flogen die Dartpfeile noch wesentlich genauer ins Ziel, wurde Treble Bull sensationell deutscher Vizemeister und gewann souverän den Niedersachsenpokal. Wie in einer Turnerriege stehen die Darter hintereinander vor dem Board. Werfen, rechnen, Punktestand notieren. Eben alles reine Nervensache, bei der vor allem Konzentration und Kopfrechnen gefragt sind.

„Sicher ist Darten ein Mannschaftssport, aber vorne am Board bist du ganz alleine“, erklärt Holger Jabben. Der 42-jährige Bochumer, alleinerziehender Vater von drei Kindern, erzielt trotz seiner Armbehinderung („mein lahmer Flügel“) exzellente Ergebnisse. „Du hast natürlich die Mannschaft immer im Hinterkopf, das gibt Selbstvertrauen“, stellt er klar.

Teamchef ist Ingo Vogt. Der 32-Jährige kommt aus Bückeburg und weiß um die Spielstärke der Mannschaft. „Die Leistungsschwankungen sind gering, und wenn sich mal einer nicht so fühlt, dann helfen uns die Kollegen aus der B-Mannschaft aus.“ Die hat sieben leistungsstarke Werfer und spielt derzeit in der Verbandsliga. Seit drei Jahren kämpfen und rechnen sich das „A-Team“ des SC Diedersen durch die obersten Spielklassen. Dabei kommen viele überhaupt nicht aus der Region, sondern reisen extra zu den Punktspielen an. „Die meisten kommen aus dem Pott“, sagt Mike Adams. Trotz seiner 61 Jahre kommt der Iserlohner gerne an den Ith, um zusammen mit seinen Mannschaftskollegen aus Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen, Bad Münder oder Bückeburg um Bundesligapunkte zu kämpfen.

„Trotz der Entfernung herrscht bei uns ein toller Teamgeist. Egal, ob Sieg oder nicht, hinterher übernachten wir hier bei Freunden, und dann wird gefeiert“, stellt auch der mit 66 Jahren älteste Dart-Spieler der A-Mannschaft, Clarence Sauzier, klar.



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