Bleiben die Pools leer?

Wo im Urlaub 2025 das Wasser knapp werden könnte

Wasserknappheit ist – oder wird spätestens im Sommer – in vielen Urlaubsländern ein Problem.

Den Urlaub im Hotelpool verbringen oder nach einem langen Strandtag eine erfrischende Dusche genießen – klingt eigentlich selbstverständlich, oder? In manchen Ländern könnte Wasserknappheit solche Freuden allerdings kompliziert machen.

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Während die Sommersaison noch einige Monate auf sich warten lässt, kündigen schon jetzt manche Reiseziele, darunter Zypern und Korfu, an, dass das Wasser dieses Jahr erneut knapp werden könnte.

Griechenland: Werden die Pools mit Salzwasser gefüllt?

Seit einigen Jahren beklagen zahlreiche griechische Inseln zur Sommersaison immer wieder eine Wasserknappheit. Die Gründe: ausbleibender Regen, anhaltende Trockenheit, marode Leitungen und ein gestiegener Verbrauch. Letzterer wird zu großen Teilen auch durch den Tourismus verantwortet.

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Inseln wie Kreta, Zypern oder Korfu gelten als besonders beliebte Urlaubsziele im Sommer. Der Ansturm der Reisenden und deren Wasserverbrauch stellen die Regionen aber vor ernst zu nehmende Probleme. Bereits jetzt debattierte das Parlament in Griechenland über Maßnahmen, um die drohende Wasserknappheit in den Griff zu bekommen, berichtet „AP News“.

Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen: die etlichen Pools der Hotelanlagen in der Sommersaison nicht mehr mit Frischwasser, sondern mit salzigem Meerwasser zu füllen. Elena Rapti, stellvertretende Ministerin für Tourismus in Griechenland, kündigte an, dass die Regierung plant, die bestehenden rechtlichen Hürden für das Befüllen von privaten Pools mit Meerwasser zu beseitigen.

Korfu: Die Hähne laufen trocken

Auf der griechischen Insel Korfu, die rund eine Million Reisende pro Jahr empfängt, spitzt sich die Lage derzeit besonders zu. Anwohnerinnen und Anwohner demonstrieren seit Monaten für mehr finanzielle Mittel und Unterstützung der Regierung, um die Wasserknappheit zu bekämpfen, berichtet die „Corfu Press“.

Gefüllter Swimmingpool auf einer hohen Klippe auf Korfu.

Die Probleme auf der Insel sind gravierend. Die Leitungen sind vielerorts marode und undicht, große Mengen Wasser gehen verloren. Zudem überlastet der Tourismus in der Hochsaison das Wassernetz. Die Regierung sicherte 2 Millionen Euro für Instandsetzungsmaßnahmen und Entsalzungsanlagen zu. Das reicht laut Anwohnerinnen und Anwohnern aber bei Weitem nicht aus. Schon jetzt laufen mancherorts die Hähne aufgrund der kaputten Leitungen trocken.

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Für die Sommersaison rechnet die Insel dementsprechend mit dramatischen Zuständen und Engpässen in der Wasserversorgung, wenn die Regierung nicht umgehend einschreitet und die Instandsetzung und Modernisierung des Wassersystems finanziert.

Schon jetzt: Wassernotstand auf Zypern

Auf Zypern ist die Lage ähnlich kritisch wie auf Korfu. Das Agrarministerium und die Wasserwerke der Insel meldeten zuletzt, dass die Speicherseen nur noch zu 26 Prozent gefüllt seien. Im Hinblick auf die kommende Tourismus-Saison ist das eine katastrophale Ausgangslage, berichtet die Lokalzeitung „Phileleftheros“.

Um das Problem noch rechtzeitig vor dem Sommer zu lösen, müssten zahlreiche weitere Entsalzungsanlagen installiert werden, die das Meerwasser nutzbar machen. Zudem werden Anwohnerinnen und Anwohner als auch Hotels und Pensionen dringend zur Sparsamkeit aufgerufen. Einige Hotelbetreiberinnen und Hotelbetreiber überlegen auch hier, die Pools in der Hochsaison mit Meerwasser zu befüllen. Für die Filteranlagen der Becken wäre das jedoch vernichtend.

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Ibiza und Formentera: Vorwarnstufe verhängt

Die Baleareninsel Ibiza befindet sich ebenfalls in einer kritischen Situation hinsichtlich der Wasserreserven. Im Dezember 2024 waren die dortigen Wasserspeicher nur zu 36 Prozent gefüllt. Trotz jüngster Regenfälle haben sich die Grundwasserstände nicht signifikant erholt. Die Folge: Für Ibiza wurde die Vorwarnstufe für Dürre verhängt. Gleiches gilt auch für die Nachbarinsel Formentera, berichtet der spanische Radiosender „Cadena SER“.

Eine große Hotelanlage am Strand von Ibiza mit zwei Swimmingpools.

Die Behörden sehen sich zum Handeln gezwungen und haben bereits jetzt mögliche Wasserverbrauchsbeschränkungen für den kommenden Sommer in Betracht gezogen. Den Verwaltungen der Inseln wird empfohlen, für die städtische Wasserversorgung auf entsalztes Wasser zurückzugreifen.

Wo könnte das Wasser noch knapp werden?

Wasserknappheit ist auch in vielen weiteren beliebten Urlaubsländern ein zunehmendes Problem, das durch Klimawandel, anhaltende Trockenheit und steigenden Wasserverbrauch, insbesondere während der Hauptsaison, verschärft wird. Im vergangenen Jahr litten unter anderem die Türkei, Teile Italiens, Bulgarien und Spanien unter besonders drastischen Engpässen.

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Ein leerer Springbrunnen in Tarragona, Spanien, der wegen Wasserknappheit nicht befüllt werden konnte.

Ob es wie im Sommer 2024 zu ähnlich dramatischen Situationen kommen wird, lässt sich für die meisten Regionen noch nicht final sagen. Während auf einigen griechischen und spanischen Inseln bereits jetzt Trockenheit herrscht, werden andere Risikoregionen momentan von starken Regenfällen und Unwettern heimgesucht.

Darunter zum Beispiel Sizilien. Die Insel war im vergangenen Sommer besonders stark von Wasserknappheit betroffen. Vor wenigen Tagen wurde das Eiland von Regenmassen aber regelrecht überschwemmt, berichtet die Lokalzeitung „Giornale di Sicilia“. Trotzdem rechnet die Verwaltung zur Hochsaison erneut mit Wasserengpässen durch den Tourismus.

Nachhaltige Lösungen sind notwendig

Um einen Kollaps der Wasserversorgung in besonders beliebten Urlaubsregionen in Zukunft zu verhindern, müssen Regierungen, Anwohnerinnen und Anwohner, Reisende und die Tourismusbranche zusammenarbeiten. Während der Klimawandel, extremere Wetterereignisse und steigende Temperaturen nur schwer und langfristig bekämpft werden können, lassen sich andere Maßnahmen schneller treffen.

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Neben der Reparatur und Modernisierung maroder Wasserinfrastruktur muss insbesondere ein Bewusstsein für den verantwortungsvollen Gebrauch der wertvollen Ressource geschaffen werden. Sowohl Einheimische als auch Reisende müssen sparsam mit dem Wasser umgehen. Die Tourismusbranche spielt dabei eine entscheidende Rolle und muss am selben Strang ziehen.

Nachhaltige Lösungen für die Wasserknappheit sind neben der Bewusstseinsbildung zum Beispiel die Investition in mehr Entsalzungsanlagen, die das Meerwasser nutzbar machen, und die Förderung eines nachhaltigeren Tourismus. Das Problem bleibt allerdings komplex und erfordert langfristige Lösungsansätze, die sowohl die Wasserversorgung als auch den für die Regionen wirtschaftlich wichtigen Fortbestand des Tourismus gewährleisten.

Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter, die aktuellsten Reiseangebote auf unserer Deal-Seite.