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Projekt „Juniorwahl 2013“ macht Demokratie zum Schulfach

Schiller-Schüler haben ihre Wahl schon getroffen

Hameln (ww). Ebbe in der Urne: Die Beteiligung an Wahlen zum Niedersächsischen Landtag sank seit 1974 von 84,4 auf zuletzt knapp mehr als 57 Prozent, im Wahlkreis Hameln/Rinteln dümpelte die Quote 2008 sogar bei mickrigen 51,9 Prozent herum. In diesem Jahr allerdings ist eine Rekordbeteiligung von annähernd 100 Prozent zu erwarten – zumindest unter den Schülern des Hamelner Schiller-Gymnasiums: Als eine von niedersachsenweit 354 Schulen nimmt das Gymnasium an der „Juniorwahl 2013“ teil, einem Projekt des niedersächsischen Kultusministeriums und des niedersächsischen Landtags.

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Seit Mitte Dezember erleben die rund 120 teilnehmenden Schiller-Schülerinnen und -Schüler Politikunterricht zum Anfassen: In Vorbereitung auf die Wahl im Januar setzten die Neunt- und Zehntklässler sich mit dem demokratischen Grundprinzip auseinander, welches dem Wahlakt zugrunde liegt, lernten die sechs Direktkandidaten ihres Wahlkreises und deren politische Inhalte kennen und erfuhren, wie sie mit der Abgabe von Erst- und Zweitstimme direkt Einfluss auf die Zusammensetzung des Landtags nehmen können. Dabei hatten es die Jugendlichen nicht etwa mit Fantasie-Anwärtern zu tun, sondern mit eben jenen realen Kandidaten, die noch bis kommenden Sonntag um die Stimmen der eigenen Lehrer und Eltern werben.

„Viele Wahlkampfthemen sind auch für die Schüler von Interesse“, erklärt Antje Ceyssens, die die „Juniorwahl“ im Herbst an das Schiller-Gymnasium holte und das Projekt hausintern koordiniert. Veränderungen im Bereich der Bildung und des öffentlichen Personennahverkehrs etwa beträfen die Jugendlichen ganz direkt. „In den neunten Klassen steht ohnehin das politische System auf dem Lehrplan – das Projekt gibt uns die Möglichkeit, den Stoff so reizvoll und anschaulich wie möglich zu gestalten“, sagt Ceyssens weiter.

Und dieser lebensechte Unterricht kommt bei den Schülern gut an. Seit den Weihnachtsferien haben die „Juniorwähler“ in der Schule vier Wahlkabinen aufgestellt und Plakate mit Anleitungen aufgehängt, haben für jede Klasse ein Wählerverzeichnis angelegt und einen vierköpfigen Wahlvorstand aus ihrer Mitte gewählt. „Hier muss jeder seine zuvor erhaltene Wahlbenachrichtigung und seinen Personalausweis vorlegen“, erklärt der Wahlvorstand der Klasse 9 c – bei einigen Mitschülern wird der Schülerausweis genügen müssen, denn nicht jeder der „Juniorwähler“ hat das 16. Lebensjahr bereits vollendet – „und dann bekommt er ein Kärtchen mit einer Transaktionsnummer und kann seine beiden Stimmen abgeben.“

Alle 75 000 teilnehmenden Schüler in Niedersachsen waren in dieser Woche aufgerufen, ihre Wahl zu treffen. Das „Wahllokal“ am Schiller-Gymnasium war am Mittwoch in der dritten und vierten Schulstunde geöffnet. Dabei erfolgte die Wahl nicht als klassische Papierwahl, sondern am Computer: „Der Stimmzettel sieht aber genauso aus wie bei der richtigen Landtagswahl“, betont Politiklehrerin Ceyssens. „Und wenn die Schüler beim nächsten Mal stimmberechtigt sind, wissen sie bereits, wo man sich informiert und wie der Wahlakt funktioniert.“

Die landesweiten Ergebnisse der „Juniorwahl 2013“ werden übrigens erst am Sonntagabend bekanntgegeben. In den kommenden Wochen werden die Resultate im Unterricht ausgewertet und auch im Internet unter www.juniorwahl.de veröffentlicht.

Wahlbenachrichtigung, Kabine und Stimmzettel sind genauso echt wie bei der „richtigen“ Landtagswahl am 20. Januar:

Eine „Juniorwählerin“ der Klasse 9 c des Schiller-Gymnasiums gibt ihre Stimme ab. Foto: ww

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