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Deutschland-Takt noch optimierbar

Zwei S-Bahnen ab Bad Pyrmont binnen vier Minuten?

HAMELN-PYRMONT. Noch ist der Deutschland-Takt Zukunftsmusik. Aber die Chancen für Hameln, Bad Pyrmont und Emmerthal stehen gut, einen stündlichen schnellen S-Bahn-Anschluss zum Hauptbahnhof und Flughafen Hannover zu bekommen. Gleichzeitig ist auch eine langsamere Linie mit vielen Stopps geplant.

veröffentlicht am 05.12.2018 um 15:13 Uhr
aktualisiert am 05.12.2018 um 16:52 Uhr

Ab Bad Pyrmont und Emmerthal fährt die S-Bahn außerhalb des Berufsverkehrs derzeit stündlich nach Hameln und Hannover. Bietet sich die Chance, zu einem durchgehenden Halbstundentakt zu kommen?
Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Für eine Diskussion über die Details ist es noch zu früh“, sagt Eberhard Otto, der bei der Region Hannover die Verbindung zum Deutschland-Takt-Dirigenten, dem Bundesverkehrsministerium, hält. Bislang habe es drei Regionalrunden in Berlin gegeben, dort seien die Wünsche aus Niedersachsen eingebracht worden. Und bis alle Infrastrukturprojekte umgesetzt sind, die zur Umsetzung des neuen bundesweiten Gesamtfahrplans nötig sind, dürften nach Einschätzung des Experten 30 bis 40 Jahre ins Land gehen. Doch die Veränderungen bei der Linienführung der S-Bahn Hannover dürften deutlich schneller kommen – wohl Mitte der 2020er Jahre.

Wenn auch noch nichts in Stein gemeißelt ist, so sind in der Planung doch schon sehr konkrete Fahrplanzeiten zu erkennen. Demnach würden der „Sprinter“ und die häufiger haltende S-Bahn mit gerade einmal vier Minuten Abstand in Bad Pyrmont starten – beide mit Halt auch in Emmerthal. Dann würde auf die Chance verzichtet, die Kurstadt und das für „Park and Ride“ auch aus dem Raum Bodenwerder ideale Emmerthal halbstündlich an Hameln und die Hauptstadt anzubinden. Die Herausforderung scheint lösbar, weil um eine halbe Stunde versetzt eine weitere S-Bahn in Hameln endet, aber sicherlich im Tausch zur bisher eingezeichneten gen Südwesten verlängert werden könnte.

Nicht im ersten Gutachtentwurf enthalten sind die angestrebten Verbesserungen auf der Bahnlinie von Löhne über Hameln nach Elze: Weder schnellere Personenzüge noch zusätzliche Haltepunkte sind zu erkennen. Der Beschluss des Bundes, die Strecke mit Blick auf den Güterfernverkehr und für Störungen im Raum Hannover möglichst bald zu elektrifizieren, war erst kürzlich gefällt worden. Die Landesnahverkehrsgesellschaft wird den Betrieb auf der bisherigen Diesel-Strecke im nächsten Jahr neu ausschreiben. Der Vertrag soll „nur“ bis zum Jahr 2029 laufen. Bereits 2025 endet die Vereinbarung zum Regionalexpress „Enno“ zwischen Wolfsburg und Hildesheim, der nach dem Bau der Oberleitung nach Hameln verlängert werden könnte; auch eine Verknüpfung zum Rhein-Ruhr-Express in Paderborn wäre ideal. Angesichts der langen Planungszeiten im Bahnbereich bleiben hier jedoch noch viele Fragezeichen.

Information

Kommt endlich auch das Großraumticket?

Die Fahrt mit der S-Bahn nach Hannover ist attraktiv – allerdings nicht beim Preis der Einzelfahrt aus dem Weserbergland. Da ist die Kalkulation überaus skurril: Für die Hin- und Rückfahrt werden zusammen 25,60 Euro verlangt; alternativ kann der Reisende 23 Euro bezahlen und dafür sogar bis Hamburg kommen. Ab Springe, wo das Tarifgebiet des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH) beginnt – von Hameln aus der zweite Halt –, ist die Tageseinzelfahrkarte für 8,60 Euro zu haben. Diese tarifliche Schieflage ärgert die Hameln-Pyrmonter seit Jahrzehnten. Und ebenfalls sehr, sehr lange dauern die Verhandlungen, das zu ändern, zwischen den Landkreisen rund um die Landeshauptstadt mit der Region Hannover sowie den Bahnbehörden und -betreibern.

Der GVH-Tarif, so das erklärte Ziel, soll auf den Erweiterten Wirtschaftsraum Hannover – mit Ausnahme Hildesheims – ausgedehnt werden. Zu der von den Kommunen zu deckenden Einnahmelücke, die bei einer Verbilligung entsteht, gab es unterschiedliche Einschätzungen. Zeitweise ging es einen Schritt vor und zwei zurück. Schon mehrmals hat Hameln-Pyrmont 500 000 Euro für die GVH-Erweiterung im Jahresetat eingeplant – an den Weserbergländern, also auch den Schaumburgern, liege es nicht, dass es nicht vorangeht, bestätigt ein Insider in Hannover. Und er gibt sich optimistisch: Inzwischen lägen neue, allgemein anerkannte gutachterliche Berechnungen mit erheblich niedrigeren Summen vor. Ab Anfang 2019 werde darüber gesprochen.

Für Berufspendler in Hameln-Pyrmont gibt es seit längerem die Mobil-Cards – ab April 2019 auch in Rinteln –, einen in die Nachbarlandkreise reichenden Regionaltarif des GVH. Es gibt ihn auch für Auszubildende und Senioren (ab 63 Jahre). Die Mobil-Cards kosten in der 2. Wagenklasse rund 120 bis 200 Euro pro Monat.mafi

Mein Standpunkt
Marc Fisser
Von Marc Fisser

Die beliebten SprinterS-Bahnen werden in Hameln zum Standard, sie enden künftig am Flughafen Hannover – und auch Bad Pyrmont und Emmerthal profitieren. Mit diesem Plan ließe sich der Wegfall der Hälfte der bisherigen Airport-Shuttles verkraften. Der Flughafenanschluss aus dem Weserbergland war ja durch die Region Hannover komplett in Frage gestellt. Doch wichtiger noch als der Zug zum Flug ist der ins Zentrum Hannovers – und der würde aufgewertet und flexibler. Spätestens 2022 kommen moderne Triebwagen zum Einsatz. Dann noch das Billigticket – und jeder sollte zusteigen.



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